London Wochenendtrip

Wir sind eingefleischte London Fans und landen beinahe jährlich, pünktlich zur NFL Saison, im schönen London. Diese großartige Stadt bietet aber abgesehen vom American Football, noch eine ganze Menge weiterer guter Gründe für einen schönen London Wochenendtrip und so landeten wir im Juli diesen Jahres mal wieder in Great Britain, dieses mal um am tollen British Summer Time (BST) Festival teilzunehmen. Dieses Festival wird jährlich im Londoner Hyde Park veranstaltet und setzt sich aus mehreren Tagesfestivals an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden zusammen. Dabei treten auf zwei kleinen und einer großen Bühne jede Menge Top Acts auf. Wir besuchten das Festival an einem Samstag, um The National und Florence and the Machine zu sehen und waren nicht nur von den Konzerten hellauf begeistert.

Wir reisten am Freitag Vormittag mit dem Flugzeug aus Luxemburg an und landeten nach anderthalb Stunden am Flughafen Heathrow, von wo aus wir gleich mit der Bahn in die Stadt fahren konnten. Wir benutzen seit Jahren die Oyster Card, eine elektronische Fahrkarte, für fast alle öffentlichen Verkehrsmittel in London nutzbar. Man erhält sie bspw. an den Ticketschaltern der U-Bahn Stationen, gegen eine einmalige Pfandzahlung von zehn Pfund. Danach kann man sie immer wieder cash oder per Kreditkarte an den Schaltern aufladen.

Für unseren London Wochenendtrip, hatten wir über Airbnb ein Zimmer im kulturell geprägten Stadtviertel Hammersmith gebucht. Von dort aus kann man einen schönen Spaziergang entlang der Themse machen, von der Hammersmith Bridge bis zum Craven Cottage, dem Fußballstadion des FC Fulham. Wir fuhren von dort aus mit der Underground zum Picadilly Circus im West End. Der Piccadilly Circus ist Knotenpunkt einiger der wichtigsten Straßen Londons und bietet seinen Besuchern zahlreiche Restaurants, Pubs, Unterhaltungs- und Shoppingmöglichkeiten, wie zum Beispiel das "Lillywhites" - das Sportgeschäft schlechthin, das Shoppingherzen höher schlagen lässt. Auf sage und schreibe sechs großen Stockwerken, findet man dort Schuhe, Kleidung und Zubehör zu allen erdenklichen Sportarten und kann einige wirklich gute Schnäppchen machen.

Im Anschluss machten wir uns auf den Weg zur Brick Lane, im Bezirk Tower Hamlets. Diese Straße ist eine der bekanntesten im East End und gilt als Herzstück des Bangladesch Viertels. Die Brick Lane ist unter Touristen vor allem aufgrund der zahlreichen südasiatischen Restaurants, der Street Art Gassen und des berühmten Brick Lane Market beliebt. Dieser zieht an den Sonntagen Massen an Besuchern an, die sich über unendlich viel Streetfood und zahlreiche Trödelstände freuen können. Besonders Vintage Fans kommen dort auf ihre Kosten. In der Nähe der Brick Lane befindet sich noch ein weiterer beliebter Markt, der Old Spitalsfield Market, der sich in einer großen Markthalle befindet.

Wir aßen etwas im Famous Curry Bazar und machten uns anschließend auf den Weg zum Humpstead Heath, einem Park im Norden London's. Dort kann man von einer Anhöhe aus, die letzten Sonnenstrahlen des Tages und einen tollen Blick auf die Skyline London's genießen, während etwas unterhalb immer mal wieder Live Bands kleine, kostenlose Konzerte für die Besucher des Parks veranstalten. Später machten wir uns auf den Rückweg nach Hammersmith und besuchten das Pub "Distillery". Dort gibt es einen schönen, großen Biergarten, der bis 21:30 Uhr geöffnet ist und einen gemütlichen Innenraum im Pub selbst, in dem sich gut und gerne ein paar schöne Stunden verbringen lassen.



Der Samstag startete ganz gemütlich, mit einem späten Frühstück im "Courtfield", im Stadtteil Kensington. Leider sind weder der Service, noch das Frühstück besonders empfehlenswert. Eine bessere Adresse ist das "Blackbird", ein paar Häuser weiter, in der gleichen Straße. Danach starteten wir in das Highlight unseres London Wochenendtrips - den Festivaltag im Hyde Park. Das BST-Festival hatte an diesem Tag für uns nicht nur tolle Konzerte von "Lykke Li", "The National", "Florence and the Machine" und vielen anderen auf Lager, sondern hat uns auch durch die komplette Organisation vor Ort absolut begeistert. Es gibt unzählige Food- und Getränkestände, kostenloses Trinkwasser, ausreichend saubere (!) Toiletten und vor allem jede Menge Personal, dass für absolut alles einen reibungslosen Ablauf garantierte. Auf dem großen Gelände sind mehrere, große Leinwände und Boxen installiert, damit die Besucher wirklich überall mit sehr gutem Bild und Ton versorgt sind und selbst am Ende des Tages saßen wir, trotz rund 40.000 Besuchern, die alle gleichzeitig vom Gelände strömten, schon nach kurzer Zeit in der U-Bahn, ohne Drängeln oder langes Anstehen. Zum Abschluss des Tages, besuchten wir später noch das Pub "Duke of Cornwell" in Hammersmith und fielen anschließend müde und zufrieden in die Federn.

Unser London Wochenendtrip neigte sich dem Ende zu. Der Sonntag startete für uns mit einem Frühstück im "Blackbird", im Stadtteil Kensington. Das Frühstück dort ist zwar gut und es gibt sogar eine vegetarische Variante des Full English Breakfast aber im Nachhinein ärgerten wir uns doch ein wenig, da wir im Anschluss noch einmal ins Bangladesch Viertel fuhren, um den beliebten Sonntagsmarkt in der Brick Lane zu besuchen - eine endlose Kette von Foodständen aus aller Herren Länder. Diesen Markt kann man getrost hungrig besuchen und eine ganze Weile durch die Straßen bummeln. Der Markt setzt sich hauptsächlich aus Foodständen, Trödel, Vintagekleidung und allerlei Krimskrams zusammen und erstreckt sich über die gesamte Länge der Straße und der Nebengassen.

Im Anschluss machten wir uns langsam auf den Rückweg. Von der Brick Lane zum Flughafen Heathrow, bieten sich noch einige Abstecher an, wie z.B. an der Tower Bridge. Die Klappbrücke, die über die Themse führt, ist ein beliebtes Touristenziel und nach dem nahegelegenen Tower of London benannt. Wir steuerten von dort aus den St.Jame's Park an. Unterwegs kann man noch einen Blick auf Big Ben und die schöne Westminster Abbey werfen, in der traditionell die Könige von England gekrönt und beigesetzt werden. Wenn denn nicht gerade alles für Renovierungsarbeiten eingehaust ist, wie so oft, wenn wir uns etwas ansehen wollen... ;)

Der  St.Jame's Park eignet sich perfekt für einen gemütlichen Spaziergang in Richtung Buckingham Palace. Der Park ist vorallem bei Familien beliebt und bietet auf 23 Hektar genügend Platz für ausgiebige Picknicks. Besonders Kinder haben dort ihren Spaß beim Füttern der frechen und manchmal sogar handzahmen Eichhörnchen und Enten. Auch wenn uns im St.Jame's Park einige süße Schnappschüsse gelungen sind, stimmte uns einer davon dennoch traurig. Eichhörnchen, die Nüsse sammeln, sehen wir einfach lieber als welche, die sich aus dem Plastikmüll von Menschen ernähren... Vom Park aus, kann man weiter zum Buckingham Palace gehen, ein weiterer Touristenmagnet, mitunter auch wegen der Grenadier Guards, die den lieben langen Tag vor dem Palast auf und ab marschieren. Wir machten einen letzten Stopp im "Nicholson's Pub", bevor wir zurück zum Flughafen Heathrow fuhren und am späten Sonntagabend, nach einem schönen London Wochenendtrip, wieder die Heimat erreichten.