Hüttenwanderung Oberstdorf

day 1   -   Aufstieg zur Fiderepasshütte (2067m)

Der erste Tag startete regnerisch und neblig, nach der Ankunft in Oberstdorf blieb es aber überwiegend trocken. Wir reisten mit dem Auto an und parkten bei der Talstation Fellhornbahn, welche vom Birgsautal in Oberstdorf zum Fellhorn auf 1967m führt. Die Parkgebühr beträgt 12€ für drei Tage. Für 21,50€ p.P. erhält man eine Karte für den Lift, mit dem wir bis zur Mittelstation fuhren. Von dort aus wanderten wir in ca. dreieinhalb Stunden in Richtung Fiderepasshütte. Die Hütten sind unterwegs ausgeschildert und die Wanderwege selbst sind ebenfalls in regelmäßigen Abständen markiert. Über die Roßgund-Alpe führt ein schmaler aber gut begehbarer Weg zur Kuhgund-Alpe. Von dort aus folgt eine lange Passage durch recht unwegsames Geröll. Aufgrund der Schneefälle der vorherigen Tage, gestaltete sich die darauf folgende letzte Etappe etwas schwieriger. Die schmalen Serpentinen zur Hütte waren durch den Schnee und matschigen Untergrund sehr rutschig, weshalb wir nur langsam vorankamen.

 

Die Fiderepasshütte liegt auf 2067m und bietet ein Matratzenlager mit einzelnen Nischen in denen auf zwei Ebenen je vier Schlafplätze zur Verfügung stehen, eine Einzeldusche (1€/Minute) sowie einen sehr guten Trockenraum für Kleidung und Schuhe. Der Sonnenuntergang über den Bergen lässt sich am besten von der anliegenden Terrasse aus genießen.

Die Übernachtung zahlten wir gleich nach Ankunft bar. Nach dem Duschen fanden wir uns im Wirtsraum ein und im Anschluss an das schnell servierte und sehr leckere Essen, kann man dort noch in gemütlicher Runde bei Getränken und Gesellschaftsspielen zusammensitzen. Frühstück gibt es von 7 Uhr bis 8 Uhr. Wie auf allen Hütten unserer Tour, konnten wir zwischen einem großen und  einem kleinen Frühstück wählen. Ersteres beinhaltet neben Brot, Butter und Marmelade noch zusätzlich Wurst und Käse. Als dritte Möglichkeit wurde ein großes Müsli mit Milch angeboten.

day 2   -   Mindelheimer Hütte (2058m)

Die ca. vierstündige Wanderung zur Mindelheimer Hütte startete bei strahlend blauem Himmel mit dem Anstieg über enge und verschneite Serpentinen hinauf zur Fiderescharte, die den Übergang vom Fiderepass ins Rappenalptal bildet. Die Überquerung bietet eine atemberaubende Aussicht und ist der Startpunkt zu einem längeren, etwas unwegsamen Abstieg zum Krumbacher Höhenweg, welcher durch eine tolle Panoramawanderung zur Mindelheimer Hütte punktet. Alternativ kann man (witterungsabhängig) den Mindelheimer Klettersteig wählen, für welchen man allerdings eine Klettersteigausrüstung haben sollte.

Die Mindelheimer Hütte liegt auf 2058m und hat mehrere Zimmer mit Matratzenlagern verschiedener Größe. Dusche (1€/Min) und Trockenraum liegen im Nebengebäude. Zudem verfügt sie über eine große Terrasse, mit schönem Blick auf den Sonnenuntergang. Nachdem wir unser Lager bezogen hatten, wagten wir uns noch in Richtung Kemptner Kopf. Leider war das letzte Stück des Anstiegs aufgrund der Schneefälle der letzten Tage nicht sicher begehbar. Dennoch bot sich bereits von der Scharte aus ein umwerfender Ausblick ins gegenüber liegende Tal.

day 3   -   Rappenseehütte (2091m)

Der dritte Tag startete nach dem Frühstück mit dem langen Abstieg zur Speicher-Hütte auf ca. 1480m. Das Gelände ist recht unwegsam und steil und erfordert Geduld und Aufmerksamkeit. Im Tal angekommen ging es gleich wieder auf der gegenüberliegenden Seite bergauf. Über den Schrofenpass führte uns unser Weg vorbei an der Schloßwand über die obere Biber-Alpe und über die Schaf-Alpe hinauf zur Rappenseehütte auf 2091m. Diese Strecke punktet immer wieder mit fantastischen Ausblicken und aufregenden Abschnitten entlang an Steilhängen. Anstrengende Etappen und entspannte Wanderabschnitte wechseln sich ab und unterwegs trifft man auf die ein oder andere Murmeltiergruppe ;) Der Almabtrieb fand leider bereits in der Woche vor unserer Anreise statt. Wenn  die Möglichkeit besteht, sollte man sich dieses Ereignis aber nicht entgehen lassen.

Die letzte Etappe der ca. siebenstündigen Wanderung zur Rappenseehütte hat es dann nochmal in sich. Steile Serpentinen führen hoch zur Hütte und sorgen dafür, dass man sich zum Schluss nochmal so richtig schön auspowern kann.

 

Die Anmeldung auf der Hütte ist stündlich möglich. Hier erfolgt auch die Vergabe der Schlafplätze (ob Matratzen- oder Bettenlager). Für die Dusche im Nebengebäude (3€/3Min) sind hier Duschmarken erhältlich. Der Trockenraum befindet sich im Keller des Hauptgebäudes, der Wirtsraum liegt im Erdgeschoss, mit anliegender Terrasse und bestem Blick auf den Sonnenuntergang. Wir wählten gegen einen kleinen Aufpreis das Bettenlager und waren in einem sechs Bett Zimmer untergebracht, welches drei Stockbetten beinhaltete. Wie in allen Hütten unserer Bergtour, konnten wir auch hier ein sehr gutes Abendessen in netter Runde genießen.

day 4   -   ... zurück ins Tal

Nach dem Frühstück brachen wir zum etwa fünfstündigen Abstieg ins Tal auf. Vorbei an der Enzianhütte, wanderten wir über die Peters-Alpe durch den Wald hinab in Richtung Einödsbach. Von dort aus führte unser Weg ins Birgsau, von wo aus man mit Bussen zurück zur Fellhornbahn fahren kann. Wir entschlossen uns aufgrund des guten Wetters aber dazu, die restlichen zwei Kilometer zu Fuß zurückzulegen. Mit weichen Knien vom Abstieg, einem kleinen Muskelkater und tollen Eindrücken, machten wir uns schließlich wieder auf den langen Heimweg.

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