Sächsische Schweiz

Tag 1   -   Anreisetag mit Bastei ( 305 m )

Nach ca. sechs Stunden Autofahrt, erreichten wir die schöne Sächsische Schweiz. Unser Ziel war Schmilka, ein Ortsteil der Kleinstadt Bad Schandau, am Rande des Nationalparks. Schon bei der Anreise machten wir unseren ersten Halt an der Bastei. Diese Felsformation ist die berühmteste Sehenswürdigkeit der Sächsischen Schweiz und wir nutzten die Anreise an einem Donnerstag, um den Besuchermassen an den Wochenenden zu entgehen. Dennoch waren wir auch unter der Woche und bei Nieselregen weit davon entfernt, die einzigen Besucher zu sein. Das Markenzeichen der Bastei ist die 76,5m lange, steinerne Brücke von der man einen fantastischen Ausblick ins Elbtal genießen kann und welche zur Ruine der Felsenburg Neurathen führt. Der Zugang zur Bastei ist ganzjährig möglich und kostenlos. Der Rundgang durch die Ruine der Felsenburg, innerhalb des Basteigeländes, kostet zwei Euro pro Person und bietet neben Informationen über die Historie noch zusätzliche Aussichtpunkte auf die schöne Basteibrücke.

Sächsische Schweiz Wandern
Basteibrücke Sächsische Schweiz, Felsenburg Neurathen

Nach etwa zwei Stunden Aufenthalt und den ersten schönen Eindrücken vom Elbsandsteingebirge, fuhren wir weiter nach Schmilka, direkt an der Grenze zu Tschechien gelegen, wo wir ein Zimmer mit Frühstück in einer kleinen privaten Pension reserviert hatten. Die Pension Rothermel verfügt über zwei Doppelzimmer und wir wurden sowohl freundlich empfangen als auch bewirtet. Schmilka selbst zählt nur rund 75 Einwohner und das Ortsbild wird von kleinen Fachwerk-häusern beherrscht, die sich dicht aneinander den Hang hinauf reihen. Schmilka hat, abgesehen von der erstklassigen Lage zum Nationalpark, hauptsächlich Ruhe zu  bieten, insbesondere in der Nebensaison. Die Gastronomie beschränkt sich auf die größeren Pensionen und bewegt sich insgesamt im mittleren Preissegment, dennnoch zählt der Ortsteil jährlich rund 500.000 Besucher und wer Wert auf Bio legt oder vegetarische Gerichte bevorzugt, wird auch in Schmilka überall fündig. Den ersten Abend verbrachten wir mit den letzten warmen Sonnenstrahlen des Tages auf der schönen Gartenterrasse des Bio Restaurants "StrandGut" direkt am Elbufer.

Tag 2   -   Schmilka Rundweg ( 19,5 km - 1080 Hm )

Ursprünglich sollte die erste Wanderung in Bad Schandau starten und zurück nach Schmilka führen. Den Plan verwarfen wir allerdings auf Anraten unseres Pensionswirtes und entschieden uns spontan zu einer Rundwanderung ab Schmilka, die aufgrund der kurzfristigen Planänderung etwas wirr verlief, wie uns der GPS Track am Ende des Tages verriet. Nichts desto trotz hatten wir eine tolle und abwechslungsreiche Wanderung. Lediglich die Gesamtstrecke hätte mit etwas mehr Planung vorab auch kürzer ausfallen können ;) Im Ortsteil Schmilka selbst gibt es keine Möglichkeit Einkäufe zu tätigen, daher hatten wir das Nötigste an Proviant für die Wanderungen bereits mitgebracht und kauften uns morgens in der urigen Bio Mühlenbäckerei noch zwei traditionelle Handbrote für unterwegs.

Kurz nach neun Uhr starteten wir auf dem Wurzelweg bis hoch zur Zwieselhütte und ab dort weiter auf dem schönen und gut begehbaren Elbleitenweg, vorbei an der Breiten Kluft. Dieser Wanderpfad führt zum 112km langen Malerweg, der als einer der schönsten Wanderwege Deutschlands bekannt ist und seinen Namen den vielen Malern zu verdienen hat, die in den vergangenen Jahrhunderten die schönen Felsformationen auf ihren Leinwänden festhielten. Der Malerweg verläuft durch das Schrammtor hindurch über den Schrammsteinweg und von dort aus gelangten wir zum Anstieg auf die Schrammsteinaussicht. Zwischen den Felsen geht es durch Engstellen hindurch, über Leitern und Treppen hinauf zu einer der schönsten Aussichten der Sächsischen Schweiz.

Die Schrammsteinaussicht auf 417 Metern ist einer der beliebtesten Aussichtspunkte im Nationalpark und begeistert mit einem beeindruckenden Rundum Panorama über die Felsformationen des Elbsandsteingebirges. Die Plattform ist mit Geländern gesichert und lässt in puncto Ausblick keine Wünsche offen.

Sächsische Schweiz Wandern
Panorama Schrammsteinaussicht

Nach einer ausgiebigen Pause gingen wir auf dem Gratweg zurück zum Schrammsteinweg und über den Zurückesteig und den Reitsteig Richtung Carolafelsen. Dieser ist mit 458 Metern der höchste Punkt der Affensteine, einer Felsgruppe mit vielen schlanken Felsentürmen. Der Carolafelsen ist benannt nach Sachsen's letzter Königin und ist ein fantastischer Aussichtspunkt auf die Torsteine in Richtung Schrammsteinaussicht, sowie auf den Falkenstein und die Hohe Liebe. Von dort aus gingen wir vorbei am Weißhorn, über die Obere Affensteinpromenade, welche uns auf die Kleine Domstiege führte, ein kurzer aber knackiger Abstieg zu einem Aussichtspunkt an der Domkanzel. Von dort aus kann man weiter zum Kleinen Dom wandern, wir gingen aber zurück und gelangten zum Domerker, einem weiteren tollen Aussichtspunkt, der zum Verweilen einlädt.

Vom Domerker aus führte uns die Obere Affensteinpromenade, die auch Teil des Malerwegs ist, wieder zurück zum Elbleitenweg und über diesen machten wir uns auf zum Abstieg in Richtung Schmilka. Der Weg dorthin führte uns noch an der Kleinen Bastei vorbei, die oberhalb von Schmilka auf 276 Metern Höhe liegt und einen schönen Panoramablick ins Elbtal bietet. Nach rund acht Stunden und knapp 20 Kilometern ging uns die Puste aus und die Füße schmerzten. Am Einstieg in den Nationalpark, zu Beginn des Wurzelweges in Schmilka, liegt der kleine Biergarten "Zur Alten Schule", mit Selbstbedienung am Kiosk auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Nach diesem langen Tag gönnten wir uns dort ein kühles Bier in der Abendsonne und wurden von dem netten Kioskbetreiber kostenlos mit einer typisch ostdeutschen Stärkung belohnt, einem Glas Spreewaldgurken zum Bier ;) Die letzten Kraftreserven wendeten wir für eine warme Dusche in der Pension und eine stärkende Mahlzeit im Biergarten "Schmilk'sche Mühle" auf und fielen bereits in den frühen Abendstunden geschafft ins Bett.

Domerker, Sächsische Schweiz
Panorama Domerker

Tag 3   -   Schmilka Rundweg ( 15,5 km - 1000 Hm )

Den ersten Wandertag noch in den Knochen steckend, starteten wir nach dem Frühstück zum zweiten Rundweg ab Schmilka. Nach einem erneuten Abstecher in der Mühlenbäckerei, machten wir uns bei unschönen Wetteraussichten auf die Reise. Wir wanderten zunächst wieder den Wurzelweg hoch bis zur Zwieselhütte, dann ein kurzes Stück weiter auf dem Elbleitenweg und den Rauschengrund hinauf. Dieser endet an der Starken Stiege, eine Felswand die es in sich hat. Diese Kletterpartie eignet sich nur für geübte und schwindelfreie Wanderer, denn die Wand ist zwar kurz aber es gibt nur wenige Steighilfen und eine Stahlkette ist nicht mehr vorhanden. Für Kinder, kleinere Menschen oder ungelenkige Wanderer ist die Starke Stiege definitiv nicht zu empfehlen. Bei Regen oder feuchtem Untergrund, sollte unbedingt zur eigenen Sicherheit eine Klettersteigausrüstung verwendet werden.

Oben angekommen war klar, dass dieser Aufstieg beim langsam einsetzenden Regen gefährlicher war, als wir uns das vorher dachten. Nach einer kurzen Verschnaufpause, wählten wir einen etwas unfreiwilligen Umweg, da wir erst mal auf dem Oberen Terrassenweg in die falsche Richtung liefen ;) Entlang des Hangs, wanderten wir auf dem schmalen Terrassenweg zur Rauschenkuppe und von dort aus weiter auf den Schrammsteinweg. Über die Rotkehlchenstiege führte uns der Pfad zurück auf den Oberen Terrassenweg, vorbei am Muschelkopf auf den Zurückesteig. Über den Reitsteig vorbei am Carolafelsen, den wir bereits am Vortag bestiegen hatten, wanderten wir durch eine wunderschöne Schlucht bergab und wetterbedingt weiter auf der Oberen Affensteinpromenade.

Mittlerweile hatte es sich so richtig schön eingeregnet, was die Begehbarkeit der Pfade nicht gerade verbesserte. Die Hauptwanderwege des Nationalparks sind gut beschildert, die kleinen Nebenpfade allerdings wenig bis gar nicht und bedingt durch die ungestörte Vegetation und den geringeren Andrang auf den Nebenwegen, entpuppten sich einige kaum sichtbare Trampelpfade letzten Endes als die von uns angepeilten Wanderwege. Die Wanderung führte maß-geblich über sehr schmale und nah an abschüssigen Hängen gelegene Pfade. Bäume, Felsbrocken und Gestrüpp mussten immer wieder überklettert oder umgangen werden. Durch den aufgeweichten Boden mussten wir sehr aufpassen, nicht wegzurutschen, was in dieser Hangnähe fatal hätte enden können. Die Tour setzt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraus.

Wir gelangten zum Aussichtspunkt am Bauerlochturm und wanderten weiter, parallel zum Königsweg in Richtung des Satanskopf, wo uns die Obere Affenpromenade durch einen Durchbruch im Felsen führte. Von dort aus marschierten wir weiter zum Frienstein, der besonders bei Kletterern beliebt ist. Der Frienstein kann unmittelbar umwandert werden, wodurch man über viel Geröll und einen nicht ganz offensichtlichen Weg zur Idagrotte gelangt. Diese Grotte ist eine Art ausgewaschene Höhle im Frienstein, mit einem außenliegenden Felsvorsprung, der einen schönen und weitreichenden Ausblick bietet und ein tolles Fotomotiv hergibt. Nach einer Rast an der Idagrotte, hatten sich die Regenwolken endlich wieder verzogen und wir wanderten im langen Bogen über den Affensteinweg zurück auf den Reitsteig und im Anschluss weiter auf dem Lehnsteig bis hinunter zum Wurzelweg. Dort angekommen, entschieden wir uns für eine kleine extra Runde und wanderten nochmal hoch auf der Winterbergstraße bis zum Bergsteig, der wieder einen Teil des Malerwegs darstellt. Von dort aus begann dann der etwas unbequeme Abstieg zur Ilmenquelle in Schmilka.

Zum Abschluss der Wanderung kehrten wir noch auf ein Feierabend Bierchen in die "Schmilk'sche Mühle" ein und gingen später in "Fuhrmann's Elb-Café" zum Abendessen. Dort gibt es gute und ortstypische Hausmannskost sowie eine überschaubare Karte in einem recht kleinen Wirtsraum, daher im Zweifelsfall besser vorab einen Tisch reservieren.

Wir probierten zu guter letzt noch zwei traditionelle Schnäpse der Sächsischen Schweiz, den "Königsteiner Berggeist", dessen Erkennungsmerkmal zweifelsohne seine giftgrüne Farbe ist und den "Wesenitz Bitter", einen typischen Kräuterlikör. Wir haben die Erkenntnis gewonnen, dass einem beide Schnäpse die Schuhe ausziehen :) Bei deutlich besserem Wetter, machten wir uns am Sonntag Morgen wieder auf den Weg in die Heimat.

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