Alpenüberquerung E5 - Oberstdorf Meran in 6 Etappen

E5 Alpenüberquerung Oberstdorf Meran

Alpenüberquerung auf dem E5 - Von Oberstdorf nach Meran

Fernwanderweg E5 - Von Frankreich nach Italien

Der Fernwanderweg E5 verläuft von Frankreichs Atlantikküste über die Alpen bis nach Verona in Italien. Auf 3.200 Kilometern und 282 Etappen durchquert er fünf Länder: Frankreich, die Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien. Aus Österreich kommend, führt der E5 dabei nur ca. 50 Kilometer durch Deutschland. Über Oberstdorf geht es hinauf zur Kemptner Hütte und kurz darauf wieder über die Grenze zurück nach Österreich. Vier Etappen führen über die österreichischen Alpen, bevor der Abstieg ins italienische Vernagt folgt. Die Alpenüberquerung gehört unumstritten zu den beliebtesten Abschnitten des E5.

In 6 Etappen von Oberstdorf nach Meran

E5 Alpenüberquerung Oberstdorf Meran

Die Alpenüberquerung ist ein Highlight für alle, die mehrtägige Touren in den Bergen lieben. Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Alpen zu überschreiten, der Klassiker ist die Route über den E5 von Oberstdorf nach Meran. In sechs Etappen verläuft sie von Deutschland über Österreich nach Italien. Die E5 Alpenüberquerung ist ein wunderschöner Weitwanderweg, die auf der Wander-Bucket-List nicht fehlen darf.

Anreise nach Oberstdorf

Es bietet sich an schon einen Tag früher anzureisen, um ausgeschlafen in die erste Etappe der Alpenüberquerung zu starten. In Oberstdorf gibt es viele Pensionen und Hotels, die meisten aber recht teuer oder mit Mindestaufenthalt von zwei bis drei Nächten. Etwas außerhalb ist die Auswahl an bezahlbaren Unterkünften für eine Nacht deutlich größer und Oberstdorf ist am nächsten Morgen schnell mit Auto oder Bus erreichbar.

Parkgebühren in Oberstdorf

Dein Auto kannst Du während der Alpenüberquerung auf den öffentlichen Parkplätzen in Oberstdorf abstellen. ACHTUNG - Nicht alle Parkplätze sind für Langzeitparker nutzbar. Hier findest Du aktuelle Informationen zur Lage und den Preisen der Parkplätze Oberstdorf. Vom Bahnhof fährt stündlich ein Wanderbus RVA Linie 9763 nach Spielmannsau, falls Du erst später am Tag starten oder Dir die ersten Kilometer sparen willst. Hier geht's zum Fahrplan der sogenannten Bergsteigerlinie.

Rückreise von Meran nach Oberstdorf

In Meran übernachtest Du im Kurort selbst oder den umliegenden Gemeinden. TIPP - Die Jugendherberge Meran liegt nur 500 Meter vom Bahnhof entfernt und bietet günstige Zimmer mit Frühstück an. Es gibt keine Altersbeschränkung und es bedarf auch keiner Mitgliedschaft im Jugendherbergsverband. Am nächsten Morgen fährst Du um 8 Uhr mit dem Prenner Sammelbus vom Bahnhof Meran zurück nach Oberstdorf.

Was kostet die E5 Alpenüberquerung?

Hüttentouren sind beliebt und viele Schutzhütten bieten inzwischen allerhand Komfort, was die Kosten für die Alpenüberquerung steigen lässt. Auf dem E5 kannst Du pro Person mit 25-30 € für einen Lagerplatz und etwa 35 € für ein Zimmerbett rechnen. Für DAV-Mitglieder reduzieren sich die Preise um je zwölf Euro. Frühstück kostet um die 12-15 € und Abendessen 10-18 €. Für DAV-Mitglieder gibt es ein Bergsteigeressen für neun Euro und ein halbes Helles liegt bei 5-7 €. Außerdem verkehren auf einigen Etappen Wanderbusse, um Teilstücke entlang von Straßen zu überbrücken und manche Hütten bieten einen Rucksacktransport mit der Materialseilbahn (Preise Stand 2023).

  • Parken P1 Oberstdorf: 45 €
  • Zimmerbetten: 176 €
  • Verpflegung: 150-200 €
  • Wanderbusse: ca. 40 €
  • Rückfahrt Meran: 45 €

Das Wichtigste vorab: Du brauchst nahezu überall Bargeld auf der Alpenüberquerung am E5. Wir waren zu viert und haben fast immer in den etwas teureren Zimmerbetten geschlafen. Die oben aufgeführten Kosten verstehen sich pro Person, davon ausgenommen sind die Parkgebühren. Die Kosten für Übernachtung und Verpflegung sind DAV-Mitgliedspreise, die Übernachtung vor der ersten Etappe ist nicht berücksichtigt. Weitere Infos findest Du bei den Einzeletappen.

E5 Alpenüberquerung Oberstdorf Meran
E5 Alpenüberquerung Oberstdorf Meran

Lohnt sich die DAV-Mitgliedschaft?

Der Deutsche Alpenverein (DAV) wurde 1869 gegründet und zählt fast 1,5 Millionen Mitglieder. Er ist der größte Bergsportverein der Welt und teilt sich in 356 Sektionen mit 321 Schutzhütten auf. Er ist u.a. im Leistungssport und Naturschutz tätig und für die Erschließung und Instandhaltung von Wanderwegen in den Alpen zuständig. Für Gelegenheitswanderer stellt sich die Frage, ob sich eine DAV-Mitgliedschaft lohnt. In erster Linie unterstützt Du dadurch den Verein natürlich finanziell aber eine DAV Mitgliedschaft hat auch für Dich viele Vorteile:

  • Rabatt im DAV-Shop
  • Rabatt im DAV-Summit Club
  • Vergünstigte Hüttenübernachtung
  • Vergünstigtes Bergsteigeressen
  • Zugang zu Selbstversorgerhütten
  • Versicherung bei alpinen Unfällen
  • Rabatt bei DAV-Kletteranlagen
E5 Alpenüberquerung Oberstdorf Meran
DAV Ausweis
E5 Alpenüberquerung Oberstdorf Meran
DAV Ausweis

Rabatte auf den Hütten rechnen sich vor allem bei längeren oder häufigen Touren. Um Mitglied zu werden, suchst Du Dir einfach eine DAV-Sektion aus. Jahresbeiträge und Aufnahmegebühren unterscheiden sich leicht, Du findest sie auf den Websites der einzelnen Sektionen. Meldest Du Dich mit Partner an, zahlt dieser als B-Mitglied nur den halben Beitrag. Welche Sektion Du wählst, ist Dir überlassen. Wenn Du Dich aber aktiv engagieren willst, ist eine Sektion in Wohnortnähe sinnvoll.

Häufige Fragen zur Alpenüberquerung

Wann ist die beste Wanderzeit für den E5?

Beste Zeit für die E5 Alpenüberquerung ist Juni-September. Anfang Juni musst Du noch mit Altschneefeldern rechnen, die die Begehung erschweren können. Ende September schließen bereits einige Schutzhütten wieder und es kann zu ersten Schneefällen kommen. In der Ferienzeit ist am E5 am meisten los und es sind viele Bergschulen mit größeren Gruppen unterwegs.

Wie gut muss die Kondition sein?

Für die Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran solltest Du schon einige Monate vorab mit der Vorbereitung beginnen. Regelmäßige, längere Tageswanderungen (auch mit vollem Rucksack) und ein gutes Ausdauer- und Krafttraining für Rücken und Beine sind ratsam. So kannst Du die sechs Etappen meistern, ohne den Spaß daran zu verlieren. Technisch ist die E5 Alpenroute nicht so anspruchsvoll aber es braucht Ausdauer.

Welche Erfahrung wird vorausgesetzt?

Am E5 sind Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine gute alpine Kondition erforderlich. Wegen der anspruchsvollen Etappen und erschwerten Rückreise bei einem vorzeitigem Abbruch, ist die Alpenüberquerung am E5 nicht für Anfänger geeignet, denen es an Erfahrung mit mehrtägigen Bergtouren mangelt.

E5 Alpenüberquerung

Wie lang sind die E5-Etappen?

Die Etappen am E5 sind durchschnittlich 11-16 km lang. Etappe vier ist die anspruchsvollste mit rund 18 Kilometern Länge, 1.300 m Aufstieg und 1.500 m Abstieg. Auch wenn es auf einigen Etappen Wanderbusse gibt, musst Du mit Gehzeiten bis zu 8 Stunden am Tag rechnen. Alternativ kannst Du die Alpenüberquerung in acht Tagen "Von Tal zu Tal" laufen. Bei dieser Variante sind die Etappen etwas kürzer mit weniger Höhenmetern. Sie ist auch als Alternative geeignet, falls einige Hütten entlang der klassischen Strecke bereits ausgebucht sind.

Was muss man unterwegs beachten?

Immer den Wetterbericht im Auge behalten. Bei Gewitter und Unwettern nicht losgehen und einen Pausentag einlegen oder falls nötig abbrechen. Gleiches gilt wenn Du merkst, dass die Kondition nicht reicht. Sechs Tage am Stück sind nicht ohne und müde Beine und wackelige Knie stellen in den Bergen eine Gefahr dar. Behalte die Zeit im Auge und gehe schon früh morgens los. So bleibt Zeit für Pausen und Du musst nicht hetzen, um rechtzeitig auf den Hütten anzukommen.

Welche Ausrüstung wird benötigt?

Knöchelhohe, wasserdichte Wanderschuhe der Kategorie B/C, mit geeignetem Profil für alpines Gelände. Außerdem Trekkingstöcke, die bei den langen Abstiegen helfen, das Gleichgewicht zu halten und die Knie zu schonen. Einige Passagen sind mit Drahtseilen gesichert und erfordern den Einsatz der Hände. Klettersteig-ausrüstung ist auf der Alpenüberquerung am E5 nicht nötig.

E5 mit Bergschule oder allein?

Auf dem E5 sind viele geführte Gruppen unterwegs, Du kannst ihn aber problemlos auch alleine oder in einer privaten Gruppe laufen. Die Kosten für die Alpenüberquerung fallen bei eigener Planung geringer aus und Du musst Dich nicht nach vielen anderen richten. Die E5 Alpenroute ist durchgehend markiert, so findest Du Dich auch ohne Bergführer zurecht.

Wie viel Gepäck für die Tour?

Bei mehrtägigen Touren freust Du Dich über jedes Gramm weniger im Rucksack und willst nur so viel Gewicht auf dem Rücken tragen, wie unbedingt nötig. Als Faustregel gilt, ein Gewicht von 8-12 Kilogramm nicht zu überschreiten. Beachte dabei auch das Gewicht von Wasser und Proviant. Hier geht's zu unseren Tipps für die Hüttentour Packliste

Wo übernachtet man auf der Alpenüberquerung?

Auf der Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran, übernachtest Du überwiegend in Schutzhütten des DAV. Für die Nacht vor der Tour empfiehlt sich eine Unterkunft in der Nähe von Oberstdorf. In Zams, am Ende der dritten Etappe, kannst Du alternativ in einer Pension im Tal übernachten. Die letzte Etappe führt Dich nach Meran, wo die zentral gelegene Jugendherberge günstige Zimmer anbietet.

Was kostet die Alpenüberquerung?

Die Kosten für eine Alpenüberquerung variieren je nach Ausführung. Bei eigener Planung und Übernachtung in Bettenlagern, liegen sie mit DAV-Mitgliederrabatt bei 250-300 €, inklusive Verpflegung und Wanderbusse. Geführte Touren sind teurer und liegen je nach Anbieter bei 800-1.000 € pro Person (Stand 2023).

Was muss man bei der Planung beachten?

Buche die Schlafplätze auf den Hütten frühzeitig, vor allem wenn Du Bettenzimmer anstelle der Lager nutzen möchtest. Auch um den Sitzplatz für die Rückfahrt von Meran nach Oberstdorf solltest Du Dich vorab kümmern, da Du unterwegs nur selten Empfang hast. Die frühzeitige Buchung von Schlafplätzen und Bus gilt besonders in der Ferienzeit. TIPP - Starte die Alpenüberquerung an einem Werktag, denn die meisten Bergschulen wandern am Wochenende oder Anfang der Woche los.


Schutzhütten und Übernachtungen am E5

Auf der E5 Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran, kannst Du mit 6-7 Übernachtungen rechnen. Fünf davon in Schutzhütten und eine in Meran. Je nach Anreise, verbringst Du die Nacht vor der ersten Etappe in Oberstdorf oder der näheren Umgebung. Im Anschluss an die Alpenüberquerung, haben wir eine weitere Nacht im Oberstdorf Hostel verbracht. Es liegt in fußläufiger Nähe zur Breitachklamm, die sich für eine schöne Abschlusswanderung anbietet. Für die Schutzhütten am E5 gibt es bei voller Auslastung jeweils Alternativen. Bitte beachte, dass sich dadurch natürlich Routenführung, Kilometer- und Höhenmeterzahl der Etappen ändern.

Schutzhütten am E5 vorab reservieren

Reservierungen sind auf den meisten Hütten verpflichtend. Wenn Du in einer Gruppe unterwegs bist und/oder der Zeitraum für die Alpenüberquerung schon feststeht, dann reserviere die Schlafplätze frühzeitig. Einige Hütten sind schon ab Spätherbst für die kommende Saison buchbar und können bis kurz vorher kostenlos storniert werden. Da Hüttentouren immer beliebter werden, sind Unterkünfte in der Hauptsaison oft früh ausgebucht und bieten allenfalls noch einzelne Plätze in den Bettenlagern oder im Notlager an.

Mehrbettzimmer oder Bettenlager?

Ein kleiner Hütten-Luxus sind Zimmerbetten anstelle der Matratzenlager. Zwischen zwei langen Wandertagen macht es einen Unterschied, ob Du die Nacht mit vier oder 20 Menschen in einem Raum verbringst. Zimmerbetten sind in der Regel schnell ausgebucht, wir hatten dennoch das Glück, in fast allen Hütten am E5 ungestört in Vierbettzimmern übernachten zu können. Wir haben allerdings auch schon Anfang November reserviert und waren in der zweiten Septemberwoche, außerhalb der Hauptsaison unterwegs.

E5 Alpenüberquerung - In 6 Etappen von Oberstdorf nach Meran


INFO - Alle Angaben zu den Kosten der Alpenüberquerung: Stand 2023

E5 Alpenüberquerung 6 Etappen
E5 Alpenüberquerung 6 Etappen

Etappe 1 - Von Oberstdorf zur Kemptner Hütte

Länge: 16 km
Gehzeit: 5 h
Aufstieg: 1.070 m
Abstieg: 50 m

$ Pension: 100 € (DZ)

$ Parkplatz P1: 45 €

$ Hütte Zimmerbett: 25 €

$ Bergsteigeressen: 9 €


Die erste Etappe der E5 Alpenüberquerung startet in Oberstdorf (813 m) und führt hinauf zur Kemptner Hütte (1.844 m). Auf Höhe der Nebelhornbahn beginnt der E5 und führt zwischen den Flüssen Trettach und Illach, vorbei an der Loretto-Kapelle, auf den Burgstallsteig. Nach acht Kilometern überquerst Du den Trettach und erreichst kurz darauf Spielmannsau. Weiter geht es vorbei an der Alpe Oberau, der letzten Einkehrmöglichkeit dieser Etappe, bis zur Materialseilbahn der Kemptner Hütte.

Der Gepäcktransport ist geführten Bergschulgruppen vorbehalten. An der Materialseilbahn geht der asphaltierte Weg in einen schmalen Wanderpfad über, der durch den dichten Wald zur Wallfahrtskapelle Maria am Knie führt. Dort beginnt der Aufstieg, der auf gut 3,5 Kilometern stetig durch den Sperrbachtobel verläuft und Dich zur Kemptner Hütte bringt, dem ersten Etappenziel der Alpenüberquerung.

Etappe 2 - Von der Kemptner Hütte zur Memminger Hütte

Länge: 12 km
Gehzeit: 5,5 h
Aufstieg: 760 m
Abstieg: 840 m

$ Sammeltaxi: 17 € p.P.

$ Hütte Zimmerbett: 20 €

$ Bergsteigeressen: 9 €

$ Duschen 4 Min: 6 €


Die zweite Etappe der Alpenüberquerung auf dem E5, führt von der Kemptner Hütte (1.844 m) zur Memminger Hütte (2.242 m). Über das Mädelejoch (1.973 m) erreichst Du die deutsch-österreichische Grenze und steigst entlang des Roßgumpenbachs wieder ins Tal hinab, vorbei an der Roßgumpenalm und dem Roßgumpenwasserfall. Die Route verläuft weiter talwärts, vorbei am Café Uta und zum Erlebnisklettersteig Simms Wasserfall (Kategorie B/C). Kurz darauf läufst Du unter der Holzgauer Hängebrücke hindurch. Den Einstieg zur Brücke erreichst Du bei Bedarf nach rund 20 Minuten auf einem Abstecher über den Lechweg. Gegenüber vom Gasthof Bären in Holzgau liegt die Haltestelle des Feuerstein Sammeltaxi, das Dich durch das Madautal zur 14 Kilometer entfernten Materialseilbahn der Memminger Hütte bringt.

Die Kleinbusse fahren zwei mal pro Stunde, sobald genug Wanderer vor Ort sind. An der Materialseilbahn beginnt der knackige Aufstieg zur Memminger Hütte, der Dich auf weniger als vier Kilometern rund 800 Meter höher bringt. Der Pfad schlängelt sich in Serpentinen am bewaldeten Hang hinauf zu einem Wasserfall. Parallel zum Bachlauf geht es weiter, im großen Bogen um den Seekogel (2.412 m) und geradewegs in Richtung Memminger Hütte. Begleitet wird der Aufstieg von einem unheimlich schönen Panorama in Richtung Parseiertal und neugierigen Murmeltieren, die sich unweit der Hütte am Bachlauf tummeln.

Etappe 3 - Von der Memminger Hütte nach Zams

Länge: 17 km
Gehzeit: 7 h
Aufstieg: 390 m
Abstieg: 1.780 m

$ Venetbahn: 14 €

$ Ticket Gipfelstation: 7 €

$ HP Zimmerbett: 65 €


Die dritte Etappe der E5 Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran startet an der Memminger Hütte (2.242 m) und endet an der Skihütte Zams (1.780 m). Vorbei am Unteren Seewisee verläuft der steinige Pfad hinauf zum Mittleren Seewisee. Linkerhand geht es langsam und stetig weiter bergauf, bis zur Scharte zwischen Vorderer Sonnseite und Seeschartenspitze. Dort erreichst Du den höchsten Punkt der dritten Etappe auf 2.597 Metern, mit wunderschönem Blick auf das gegenüberliegende Tal und das Blankahorn, das sich rechts von Dir erhebt. Anschließend folgt der gnadenlos lange Abstieg nach Zams, bei dem Du auf gut 13 Kilometern mehr als 1.800 Höhenmeter hinabsteigst.

Der Pfad schlängelt sich über Kies und Geröll, teils steil und unwegsam hinab zur Oberlochalm. Etwas gediegener geht es weiter entlang des Lochbach durch das offene Tal und märchenhafte Waldstücke, bis zur bewirtschafteten Untere Lochalm. Nach einer deftigen Brotzeit folgt der letzte Abstieg durch das Zammerloch und im großen Bogen um die Hundsfalle (1.684 m). Durch den bewaldeten Hang, steil oberhalb der Gemeinde Zams, geht es hinunter in den Ort. Am Brunnen der Bäuerinnenkapelle kannst Du Dich nochmal erfrischen, bevor Du die Talstation der Venetbahn erreichst. Sie fährt alle 30 Minuten zum Gipfel, hält aber nur zur vollen Stunde an der Mittelstation, über die Du zur Skihütte Zams gelangst.

TIPP - Die letzte Gondel fährt um 17 Uhr, die Skihütte bietet zur Not aber auch einen Shuttleservice an. Wenn Du das Ticket zur Mittelstation zusammen mit dem Ticket für die Gipfelfahrt am kommenden Morgen kaufst, bekommst Du auf das zweite 50 Prozent Rabatt. Mit der Tirol West Card gibt es ebenfalls eine Ermäßigung auf den Ticketpreis. Die Tirol West Card erhältst Du auf der Memminger Hütte.

Etappe 4 - Von Zams zur Braunschweiger Hütte

Länge: 18 km
Gehzeit: 7,5 h
Aufstieg: 1.280 m
Abstieg: 1.500 m

$ Wanderbus: 9,40 €

$ Hütte Lagerbett: 15 €

$ Bergsteigeressen: 9 €


Etappe 4 der Alpenüberquerung führt von der Skihütte Zams (1.870 m) zur Braunschweiger Hütte (2.759 m), dem höchsten Übernachtungspunkt der E5 Route. Die vierte Etappe gilt als die anspruchsvollste, u.a. weil Du noch den langen Abstieg vom Vortag in den Beinen hast. Mit der Venetbahn geht es morgens hinauf zur Gipfelstation. Du startest mit einer schönen Gratwanderung, die Dich über die Glanderspitze (2.512 m) und durch das Wannejöchl (2.497 m) bis zum Kreuzjoch (2.433 m) bringt. Dort beginnt der lange Abstieg nach Wenns, der auf den ersten anderthalb Kilometern recht steil verläuft.

Vorbei an der bewirtschafteten Larcheralm, führt der E5 auf einem breiten Schotterpfad weiter talwärts. Schöner und abwechslungsreicher aber ist es, wenn Du auf dem schmalen Waldpfad bleibst, der hinter der Larcheralm nach rechts abzweigt. Er führt an Larchach vorbei durch Winkel und weiter in den Ortskern von Wenns. Vor dem Alpina Resort gibt es eine Bushaltestelle, an der zu jeder vollen Stunde ein Bus nach Mittelberg fährt. Die Fahrtzeit beträgt 50 Minuten und der Aufstieg zur Braunschweiger Hütte dauert etwa drei Stunden. Achte darauf, nicht zu spät in Wenns anzukommen.

Von Mittelberg wanderst Du entlang der Pitze hinauf zum Pitze Wasserfall. Gleich hinter der bewirtschafteten Gletscherstube liegt die Talstation der Materialseilbahn, mit der Möglichkeit, einen Rucksacktransport zur Hütte zu nutzen. Vorbei am Wasserfall steigst Du weiter in Richtung Gletscher auf. Nach rund vier Kilometern zweigt die Route auf einen steinigen, schmalen Pfad ab, der sich entlang des Berghangs in Serpentinen hinauf zur Braunschweiger Hütte schlängelt. Beim Aufstieg von Mittelberg zur Hütte, überwindest Du auf nur 5,5 Kilometern mehr als 1.000 Höhenmeter. Die deftige und leckere Küche der Braunschweiger Hütte kommt danach wie gerufen. Es lohnt sich, einmal auf das Bergsteigeressen zu verzichten und die hausgemachten Burger zu testen.

Etappe 5 - Von der Braunschweiger Hütte zur Martin-Busch-Hütte

Länge: 21 km
Gehzeit: 8 h
Aufstieg: 1.040 m
Abstieg: 1.330 m

$ Wanderbus: 12 €

$ Hütte Zimmerbett: 20 €

$ Bergsteigeressen: 9 €

$ Duschen 3 Min: 3 €


Tag 5 der Alpenüberquerung bringt Dich von der Braunschweiger Hütte (2.759 m) zur Martin-Busch-Hütte (2.501 m). Der E5 führt ab der Braunschweiger Hütte nach rechts in Richtung Rettenbachjoch und parallel zur Schwarze Schneid Bahn in die Gletscher Arena Sölden. Auf unserer Tour war dieser Abschnitt wegen Geröllabgängen gesperrt. Die Alternativroute führt vorbei am Karleskopf hinauf zum Pitztaler Jöchl (2.996 m), hinter dem Dich ein mit Seilen gesicherter Abstieg zurück auf den E5 bringt. Kurz darauf erreichst Du die Gletscher Arena Sölden, an der regelmäßig Busse durch den Rosi-Mittermaier-Tunnel zum Parkplatz Tiefenbach Gletscher fahren.

Teil zwei der fünften Etappe beginnt mit einer zehn Kilometer langen Panoramawanderung nach Vent. Die Route bietet durchgehend einen weiten Blick in das angrenzende Tal und die darüber hinausragende Bergkette mit zahlreichen Dreitausendern. In Vent kannst Du auf der Terrasse des Apartment-Hotels Rast machen. Dort gibt es auch die Möglichkeit, Dein Gepäck zur Martin-Busch-Hütte transportieren zu lassen. Über einen breiten Schotterweg führen die letzten acht Kilometer parallel zum Niedertalbach zur Martin-Busch-Hütte. TIPP - Die warme Küche schließt bereits um 18 Uhr, danach gibt es nur noch die teure Halbpension, die sich in der Regel auf den Hütten nicht lohnt.

Etappe 6 - Von der Martin-Busch-Hütte nach Meran in Italien

Länge: 11 km
Gehzeit: 5 h
Aufstieg: 540 m
Abstieg: 1.300 m

$ Bus Naturns: 3 €

$ Bus Meran: 2 €

$ Jugendherberge: 31 €

$ Bus Oberstdorf: 45 €


Der letzte Tag der E5 Alpenüberquerung bringt Dich von der Martin-Busch-Hütte (2.501 m) ins italienische Meran (325 m). Die sechste Etappe beginnt mit einem moderaten Anstieg. Durch ein steinernes Hochtal führt die Route parallel zum Marzellkamm zur bewirtschafteten Similaunhütte (3.019 m). Sie ist der höchste Punkt der Alpenüberquerung und liegt kurz hinter der Grenze zu Italien. Dort beginnt der rund sechs Kilometer lange Abstieg durch das Tisental nach Vernagt. Die Route gibt immer wieder den Blick auf den smaragdgrünen Stausee von Vernagt frei und wird begleitet von Murmeltier Kolonien und neugierigem Weidevieh.

Die letzte Etappe auf dem E5 endet am Stausee Vernagt, von wo aus regelmäßig Busse über Naturns nach Meran fahren. TIPP - Fahre bis zur Haltestalle Naturns Rathaus, um nur einmal umsteigen zu müssen. Am Bahnhof von Meran angekommen, sind es nur noch 500 Meter zur Jugendherberge Meran. Von dort aus ist die Altstadt, mit einer großen Auswahl an Restaurants und Bars, fußläufig erreichbar. Am kommenden Morgen geht es um acht Uhr mit dem Prenner Bus vom Bahnhof Meran wieder zurück nach Oberstdorf. Der Prenner Bus war auch gegen Saisonende noch rappelvoll, also rechtzeitig daran denken Sitzplätze zu reservieren.

Breitachklamm in Oberstdorf

$ Breitachklamm: 7,50 €

$ DZ im Hostel: 107 €

Gegen 13 Uhr erreichst Du Oberstdorf. Wenn Du noch etwas Zeit und nicht genug vom Wandern hast, kannst Du die nahegelegene Breitachklamm besuchen. Sie ist die tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas und von einem kurzen, rund drei Kilometer langen Wanderweg durchzogen. Die Route kann über den Sesselweg erweitert und mit einem Abendessen auf der Alpe Dornach verbunden werden. Eine für Oberstdorfer Verhältnisse günstige Übernachtungsmöglichkeit bietet das Oberstdorf Hostel. Es liegt in fußläufiger Entfernung, rund 3,5 Kilometer nördlich der Breitachklamm.

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