Roadtrip Norwegen

Kapitelübersicht:

day 1   -   Hamburg

Der Startschuss für unseren Norwegen Roadtrip war gefallen und wir machten uns auf den Weg nach Hamburg, um dort unseren Bulli abzuholen. Ganze 615 Kilometer trennten uns von der schönen Hansestadt, in der wir uns über Booking.com ein Pensionszimmer nördlich des Stadtparks, im Stadtteil Alsterdorf gebucht hatten, um am kommenden Tag ganz entspannt in unseren Roadtrip durch Norwegen zu starten. Die lange Fahrt nach Hamburg war anstrengend, deshalb schlenderten wir an diesem schönen Sonntagabend, nur noch ein wenig durch das Schanzenviertel und genossen einen ruhigen Abend, im überraschend sommerlichen Hamburg.

day 2   -   Hirtshals, Dänemark

Endlich ging's los! Wir starteten gut erholt und ausgeschlafen in das Abenteuer Roadtrip Norwegen und waren um zehn Uhr morgens mit Liber Rental zur Bulli Übergabe am Stadtpark verabredet. Nach einer kurzen Einweisung und ein paar Tipps zur Reise mit dem Bulli, packten wir unsere sieben Sachen um und ließen unser eigenes Auto für die kommenden zwei Wochen im Hamburger Stadtpark kostenfrei stehen. Schon die ersten Meter in unserem Bulli namens "Vicky" waren klasse! Scheibe runter, warme Sommerluft rein und diesen "Wie cool ist das denn?" - Moment einfach nur genießen ;)

Auf dem Weg zum 515 Kilometer entfernten Hirtshals, steuerten wir zunächst einen nahegelegenen Discounter an und deckten uns mit einer Grundausstattung an Lebensmitteln ein. Eine Übersicht aller Lebensmittel, die wir für Norwegen brauchten, findest Du in unserer Norwegen Packliste. Nach dem Einkauf, tankten wir den Bulli noch einmal im "Scandinavian Park" bei Flensburg voll und machten uns dann auf die Reise nach Hirtshals, im Norden Dänemarks, von wo aus die Fähre der Fjordline zwei mal täglich in Richtung Bergen absetzt. Die lange Überfahrt nach Bergen, ist ab Hirtshals nur mit der Fährgesellschaft Fjordline möglich. Weitere Infos zu den Fährüberfahrten findest Du in unseren Infos zur Fähre Norwegen. Nachdem wir den Bulli auf der Fähre geparkt hatten, brachten wir das Nötigste an Gepäck in unsere Kabine und gingen anschließend auf das Außendeck, von wo aus wir einen schönen Sonnenuntergang genießen konnten, während wir aus dem Hafen ausliefen. Um die Zeit bis zum Buffet totzuschlagen, bietet sich ein Rundgang durch den Duty Free Bereich der Fähre an, in dem allerdings schon skandinavische Preise gelten. Wir hatten uns für das spätere der beiden Abendbuffets, um 21:45 Uhr, entschieden. Die Tische sind jeweils für anderthalb Stunden reserviert und das Buffet bietet eine große Auswahl an Speisen für jeden Geschmack, außerdem sind Softdrinks, Kaffee und Bier gratis. Für Vegetarier sieht es allerdings etwas mau aus, da die fleisch- bzw. fischfreie Auswahl sehr begrenzt ist. Für alle, die nicht am Buffet interessiert sind, stehen noch einige Bistros zur Verfügung. Außerdem gibt es Räume, in denen selbst mitgebrachtes Essen verzehrt werden kann. Nach dem Buffet waren wir ziemlich geschafft und gingen mit einem kleinen Abstecher in einer Bar mit Live Musik, zurück zu unseren Kabinen.

WICHTIG: Während der Überfahrt wechselt das mobile Netz automatisch zu einem Maritimen Service (MCP Norway). Dadurch können bei der Nutzung des Handys hohe Kosten entstehen, insbesondere bei der Datennutzung. Daher solltest Du nach dem Auslaufen aus dem Hafen, unbedingt den Flugmodus Deines Mobiltelefons aktivieren oder falls erforderlich, WLAN an Board kaufen.

day 3   -   Bergen, Norwegen

Am dritten Tag unserer Reise, erreichten wir endlich Norwegen. Nach gut 16,5 Stunden Fahrt, legte die Fähre der Fjordline pünktlich um 12:30 Uhr im schönen Bergen an. Wir waren gut erholt und hatten uns beim Frühstücksbuffet an Board einen ordentlichen Start in den Tag angefuttert. Bei strahlendem Sonnenschein und für Bergen außergewöhnlich sommerlichen 26 Grad, genossen wir die Einfahrt in die Fjorde Norwegens auf dem Außendeck. Dort befindet sich neben einigen windgeschützten Sitzgelegenheiten mit Tischen auch ein kleiner Outdoorspielplatz für Kinder. Das sonnig warme Wetter hat allerdings dazu eingeladen, sich einfach mitten auf dem Hubschrauberlandeplatz der Fähre breit zu machen und noch etwas in der Sonne zu dösen.

Bevor wir in Bergen anlegten, haben wir über die Norwegian Customs App das noch zu verzollende Bier angemeldet und bezahlt. Der Beleg hat eine Wirksamkeit von zwei Stunden, weshalb wir das erst kurz vor Ankunft erledigten und vor allem erst, als wir aus dem teuren Maritimen Mobilfunknetz raus waren. Wir machten uns erst mal relativ planlos auf den Weg ins alte Hanseviertel Bryggen, wo sich die Parkplatzsuche als ziemlich schwierig erweist, wenn man mit einem Gefährt unterwegs ist, das über den normalen PKW Maßen liegt. Besonders verwirrend ist das Parkhaus "Birkebeiner Senter", das am Eingang mit einer Durchlasshöhe von dreieinhalb Meter wirbt, innen sind es dann aber nur noch zwei Meter... also haben wir einfach etwas außerhalb in einem Wohnviertel geparkt und sind ohne Strafzettel davon gekommen ;)

Das alte Hanseviertel Bryggen (oder auch Tyskebryggen) gehört seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO und ist die bedeutendste, historische Sehenswürdigkeit Bergens. Erkennungsmerkmal sind die rund 60 verbliebenen Holzhäuser, die bereits mehrmals im alten Stil wieder aufgebaut und restauriert wurden. Die bekannte Front der Gebäude zieht jährlich zahlreiche Touristen nach Bergen und steht in Verbindung mit einer ganzen Reihe an Souvenirshops, Restaurants und Cafés, deren Preise sich gewaschen haben. Wer nach der Ankunft ein Bierchen in der Sonne genießen möchte, muss bereit sein, satte neun Euro dafür locker zu machen. In der Nähe befindet sich ein kleiner Handwerkermarkt und gegenüberliegend ein gut besuchter, kleiner Fischmarkt, auf dem durchweg frischer Fisch angeboten und auch an fast jedem Stand zubereitet werden kann. Wer gerne Fisch isst, bekommt dort eine große Vielfalt geboten und die Gerichte sehen allesamt grandios aus. Allerdings machen sich die höheren Lebensmittelpreise auch dort bereits deutlich bemerkbar. Sehr leckere und ordentlich portionierte Fischbrötchen sind aber auch schon für rund zehn Euro zu haben. Angrenzend liegt ein weiterer Markt, mit frischen Lebensmitteln und in der Etage darüber, befindet sich die Touristeninformation, die eine gute Auswahl an informativen, kostenlosen Zeitschriften und Prospekten rund um alles Sehenswerte und schöne Wanderungen in Norwegen. Nachdem wir das alte Hanseviertel Bryggen ausgiebig erkundet hatten, machten wir uns auf den Weg zum Bergen Camping Park, der rund 15 km außerhalb von Bergen liegt. Ein schlichter Campingplatz, der gut als erste Anlaufstelle diente, um uns in Ruhe mit unserem Bulli vertraut zu machen und den ersten Abend in Norwegen gemütlich ausklingen zu lassen. Mehr zum Bergen Camping Park findest Du in unserer Campingplatz Übersicht.

day 4   -   Stegastein, Aurland

Nach einer etwas unruhigen, ersten Nacht im Bulli, wurden wir am frühen Morgen von einem prasselnden Regenschauer geweckt, der aber glücklicherweise schnell wieder von strahlendem Sonnenschein abgelöst wurde. Nach dem Camper-Frühstück machten wir uns gegen halb zehn auf die Reise ins 160 Kilometer entfernte Aurland. Auf dieser Strecke passiert man nicht nur viele Blitzer, sondern auch viele Tunnel, um zügig durch die Gebirgsketten hindurch zu kommen. Die Strecke beinhaltet unter anderem den Gudvangatunnel, den zweitlängsten Tunnel Norwegens, der einem mit seinen elfeinhalb Kilometern Länge und einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h schier endlos vorkommt. Die Fahrt ließ schon vermuten, wie schön Norwegen noch werden sollte, da wir auf dem Weg ins Aurland bereits die ersten der unzähligen, wunderschönen Wasserfälle Norwegens sahen und ein beeindruckendes, tiefes Tal passierten, dass einen schon mächtig ins Staunen versetzt. Im Aurland angekommen, steuerten wir den Lunde Camping an. Weitere Informationen zu diesem Campingplatz findest Du in unserer Campingplatz Übersicht.

Von dort aus, führt eine rund 18 Kilometer lange Wanderung zunächst in den Ortskern von Aurlandsvangen und von dort aus zum Stegastein Viewpoint. Wir wussten leider nicht, dass es keinen offiziellen Wanderweg dort hinauf gibt, man muss also mit den vielen Serpentinen der öffentlichen Straße Vorlieb nehmen. Wir merkten schnell, dass wir nahezu die einzigen waren, die diese Strecke zu Fuß zurücklegten und da wir am kommenden Tag ohnehin die Passstraße Snøvegen befahren wollten, hätten wir uns den Aufstieg tatsächlich sparen können aber so konnten wir wenigstens mit einer ordentlichen Wanderung in das Abenteuer Norwegen starten ;) Doch egal ob mit Auto oder zu Fuß, die Straße zum Stegastein Viewpoint ist sehr eng und unübersichtlich und trotz der größtenteils einspurigen Fahrbahn, kämpfen sich dort auch regelmäßig Reisebusse hoch. Es ist also immer Vorsicht und Aufmerksamkeit geboten, da es nur vereinzelte Ausweichbuchten gibt.

Nach rund zweieinhalb Stunden, erreichten wir endlich den Aussichtspunkt Stegastein auf 650 Metern Höhe. Von dort führt eine 30 Meter lange Rampe, mit abschließender, geneigter Glasscheibe, über die Baumwipfel und bietet einen atemberaubend schönen Ausblick auf den Aurlandsfjord, einen Seitenarm des Sognefjords. Die Straße zum Stegastein, die Teil der National Tourist Route ist, ist ganzjährig geöffnet, die Wintersperrung der auch als Snow Road bekannten Straße, erfolgt erst oberhalb des Aussichtspunktes. Nach dem Abstieg kauften wir in Aurlandsvangen noch einige frische Lebensmittel ein und informierten uns an der Touristeninformation über die angebotenen Fjordfahrten für den kommenden Tag, die vorab gebucht werden sollten, wenn man im Aurland zusteigen möchte.

day 5   -   Jostedalsbreen-Nationalpark

Wir entschieden uns aufgrund des schmuddeligen Wetters spontan gegen die Fjordrundfahrt und fuhren im späten Vormittag über die Panoramastraße Snøvegen noch einmal am Stegastein Viewpoint vorbei. Es führt auch ein kürzerer Weg durch den Lærdalstunnel, der mit 24,5 Kilometern Länge, der längste Tunnel Norwegens ist aber wir haben uns bewusst für die weitere und etwas umständlichere Fahrt über die Nebenstraße Snøvegen entschieden, auch bekannt als Aurlandsvegen. Wenn man in Norwegen auf eine Nebenstraße, bzw. Landschaftsroute trifft, dann sollte man diese definitiv bevorzugen. Sie sind zwar in der Regel sehr eng und teilweise nur einspurig mit Ausweichbuchten passierbar aber dafür weit weniger befahren und man kann unglaublich schöne und unberührte Landschaften entdecken. Auch der 48 Kilometer lange Snøvegen, der sich aus dem Bjørgavegen und der Provinzstraße Fv243 zusammensetzt, führt gefühlt in eine andere Welt. Er geht von Meeresniveau hinauf auf rund 1310 Meter Höhe und wieder hinunter und befindet sich in der Regel von Mitte Oktober bis Anfang Juni in der Wintersperre. Die Straße führt auf die Hochlandebene Aurlandsfjellet, diese Landschaft gleicht einer beeindruckenden Steinwüste, die ihre Besucher mit einer steifen Brise und deutlich kühleren Temperaturen begrüßt. Unterwegs passiert man linksseitig einen Parkplatz, von dem aus ein Trampelpfad zu einem großen Wasserfall führt. Ein beeindruckender Abstecher, der sich lohnt. Etwas später gelangt man zu einem weiteren Aussichtspunkt, dem Vedahaugane, der oberhalb in einem Bogen zu einem Kunstwerk führt, einer etwas anderen Art von "Bärenhöhle".

Die schöne Talabfahrt in Richtung Lærdalsøyri wird von einem reißenden Fluss entlang einer tiefen Schlucht begleitet und führt an vielen, imposanten Wasserfällen vorbei. Hinter Lærdalsøyri, folgt der sechseinhalb Kilometer lange Fodnestunnel, an dessen Ausfahrt man linksseitig zur Fähre gelangt, die für 122 NOK (Fahrzeug + zwei Personen) in etwa 15 Minuten über den Sognefjord übersetzt. Von dort aus sind es noch 160 Kilometer bis zum wirklich schön gelegenen Campingplatz Melkevoll Bretun in Oldedalen, mitten im Jostedalsbreen Nationalpark. Mehr zum "Melkevoll Bretun" findest Du in unserer Campingplatz Übersicht. Nachdem wir uns einen schönen Stellplatz ausgesucht hatten, starteten wir zur etwa einstündigen Wanderung an den Briksdalsbreen Gletscher, der ein Nebenarm des Jostedalsbreen Gletscher ist, dem größten Festlandgletscher Europas. Der Briksdalsbreen Gletscher ist ein beliebtes Touristenziel und zieht jährlich rund 300.000 Besucher an. Weitere Infos zur Wanderung findest Du hier: Briksdalsbreen Gletscher Wanderung.

day 6   -   Geirangerfjord

Der sechste Tag unserer Norwegen Rundreise startete etwas regnerisch, weshalb wir auf die Wanderung zum Jostedalsbreen Gletscher verzichteten und gleich weiter in Richtung Geirangerfjord fuhren. Auf dieser Strecke ist die Paßstraße Gamle Strynefjellsvegen mal wieder die eindeutig bessere Wahl zur zugegebenermaßen nur fast halb so weiten "Tunnelstrecke", die sich aus der Bundesstraße Rv15 und der Provinzstraße Fv63 zusammensetzt. Die Gamle Strynefjellsvegen ist eine 27 Kilometer lange, schmale Schotterstraße, die über die Hochebene Strynefjell führt und nur zwischen Mai und September geöffnet ist. Die Straße, deren höchster Punkt auf etwa 1140 Metern liegt, wurde Ende des 19. Jahrhunderts innerhalb von zwölf Jahren per Handarbeit erschaffen und erst Ende der 80er Jahre durch die kürzere, ganzjährig befahrbare Strecke mit drei Tunneln, als Hauptverkehrsweg abgelöst. Heute ist die Gamle Strynefjellsvegen eine nationale Touristenstraße unter Denkmalschutz, auf der man sich Anfang September so gut wie alleine befindet. Die steinerne Hochebene Strynefjell erinnert an manchen Stellen nahezu an eine Mondlandschaft und ist auf der gesamten Strecke landschaftlich wirklich beeindruckend. Sie führt an mehreren großen, türkisblauen Gewässern und etwas abseits liegenden, hohen Wasserfällen vorbei. Die 27 Kilometer lange Schotterstraße endet in Grotli.

Eigentlich wollten wir von dort aus zum Aussichtspunkt Dalsnibba fahren. Dalsnibba ist ein Berggipfel auf 1476 Metern Höhe, auf dem sich die Aussichtsplattform "Geiranger Skywalk" befindet. Ein Parkplatz mit angrenzendem Steg, der bei gutem Wetter eine fantastische Aussicht auf den Geirangerfjord bietet. Leider war es sehr regnerisch und neblig, also sparten wir uns die 150 NOK Gebühr für die Straße Nibbevegen, die zum Aussichtspunkt führt und fuhren weiter nach Geiranger. Leider lagen gerade zwei Kreuzfahrtschiffe in der Bucht, was ein Schauspiel der besonderen Art mit sich brachte. An einem kleinen Aussichtspunkt oberhalb des Fjords, herrschte "Sodom und Gomorrha". Unzählige Reisebusse quetschten sich in Richtung Dalsnibba aneinander vorbei oder blieben einfach stehen und spuckten Massen an Kreuzfahrttouristen aus, die dort Foto- und Pipipause machen konnten, bevor es für sie zum nächsten Sightseeing-Stop weiterging. Die reinste Katastrophe. Wir erhaschten einen flüchtigen Blick auf den schönen Geirangerfjord und flüchteten anschließend in Richtung Eidsdal. Dort kann man mit der Fähre für 140 NOK (Fahrzeug + zwei Personen) nach Valldal übersetzen, von wo aus wir weiter zum Gjerde Camping fuhren. Mehr zum Gjerde Camping in Valldal, findest Du in unserer Campingplatz Übersicht.

Roadtrip Norwegen Geirangerfjord
Geirangerfjord

day 7   -   Trollstigen

Gut erholt, entschieden wir uns  bei dem schönen Wetter dazu, zum Mefjellet zu wandern, einem Berggipfel in Valldal. Eine Wanderung, die man nicht unterschätzen sollte, denn der Weg zieht sich und es müssen einige Höhenmeter zurückgelegt werden. Belohnt wird man dafür aber mit einem fantastischen Ausblick auf den Storfjord und die umliegenden Berge. Weitere Infos zur Wanderung findest Du hier: Mefjellet Wanderung. Nach der Wanderung, kauften wir noch einige frische Lebensmittel in Valldal ein, tankten noch einmal voll und fuhren weiter auf der Fv63 in Richtung Trollstigen. Diese Provinzstraße führt unter anderem über den 320 Meter hohen Stigfossen Wasserfall.

Die Trollstigen (Trollleiter) ist eine bekannte Touristenstrecke, die jährlich mehrere hunderttausende Besucher anzieht. Diese kurvenreiche und schmale Straße, mit zwölfprozentiger Steigung, ist nur in den Sommermonaten geöffnet. Oberhalb befinden sich ein großer Parkplatz, einige Aussichtsplattformen und Souvenirshops. Wir hatten Glück und erreichten Trollstigen, bevor die Busse der Kreuzfahrtschiffe wieder die Touristenmassen ankarrten. Im Anschluss wagten wir die steile Abfahrt durch die engen Serpentinen und waren froh, dass wir mit unserer "Vicky" nur runter und nicht rauf mussten ;) Für ganz sportliche gibt es zudem die Möglichkeit, die Trollstigen querfeldein hochzuwandern. Ein Nervenkitzel, den wir uns aufgrund der Steigung und des ganzen Verkehrs sparten. Wir fuhren weiter zur Fähre, die den Langfjord überquert (150 NOK für ein Fahrzeug + zwei Personen) und erreichten anschließend den "Skogly Camping" in Eide. Alle Informationen rund um den "Skogly Camping", findest Du in unserer Campingplatz Übersicht.

day 8   -   Trollkirka

Tag acht unseres Roadtrip Norwegen Abenteuers. Wir machten uns bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg zur Trollkirka. Die sogenannte Trollkirche liegt auf ca. 485 Metern Höhe und besteht aus drei Kalkgrotten, von denen in den beiden unteren wunderschöne, 14 Meter hohe Wasserfälle enden. Der Weg dorthin führt durch ein unterirdisches Gangsystem, das völlig im Dunkeln liegt. Weitere Infos und alle wichtigen Informationen zur Wanderung findest Du hier: Trollkirka Wanderung.

Im Anschluss erreichten wir den nördlichsten Punkt unseres Roadtrips durch Norwegen, als wir über die Bergsetvegen, die Provinzstraße Fv235, fuhren. Eine tolle Landschaftsroute, entlang der rauen Antlantikküste, die in die Atlantikstraße mündet. Die Atlantikstraße ist eine unter Touristen beliebte Route, die von Molde nach Kristiansund führt. Leider passte sie bei uns zeitlich nicht mehr rein, deshalb blieb es bei einer kurzen Atlantikrunde. Wir machten uns anschließend auf den Weg zum Jotunheimen Nationalpark, der das höchste Gebirge Norwegens und Skandinaviens umgibt. Die rund viereinhalbstündige Fahrt enthielt eine Fährüberfahrt von Sølsnes nach Åfarnes (150 NOK für ein Fahrzeug + zwei Personen) und führte uns wie so oft durch eine wunderschöne und beeindruckende Landschaft, die einen die lange Fahrtzeit glatt vergessen lässt ;) Am Ziel angekommen, übernachteten wir im Jotunheimen Feriesenter. Alle Informationen zu diesem Campingplatz findest Du hier: Campingplatz Übersicht.

Roadtrip Norwegen Atlantikstraße
Atlantikstraße

day 9   -   Knutshøe (Besseggen)

Eine bitterkalte Nacht lag hinter uns, in der scheinbar auch die Elche in den umliegenden Wäldern lieber lautstark röhrten, als ans Schlafen zu denken ;) Nach dem Frühstück, machten wir uns auf die Reise zur Knutshøe, die gleich gegenüber des Besseggen Grates liegt, einem Gebirgsrücken, den jährlich etwa 30.000 Menschen bewandern. Grund genug für uns, die weniger überlaufene aber mindestens genauso schöne Knutshøe zu wählen. Die Fahrt dorthin verzögerte sich einmal mehr durch eine Kuhherde, die mitten auf der Straße stand und es weniger eilig hatte als wir. Wir hatten uns aber bereits daran gewöhnt, denn Schafe und Kühe gehören auf Norwegens Straßen zum Alltag. Wir fuhren zum etwa 30 Kilometer entfernten Vargebakken Parkplatz, dem Startpunkt zur Knutshøe Wanderung, der nur wenige Stellplätze hat, deshalb lohnt es sich, etwas früher dort zu sein. Die vierstündige Wanderung startete etwas holprig, entpuppte sich aber als ein Highlight unseres Norwegen Roadtrips. Mehr Infos zur Wanderung gibt's hier: Knutshøe Wanderung. Im Anschluss fuhren wir zur ca. vier Stunden entfernten Ortschaft Geilo und übernachteten auf dem Campingplatz Geilo. Alle Infos zum Stellplatz, findest Du in unserer Campingplatz Übersicht

Roadtrip Norwegen 2 Wochen
Jotunheimen Nationalpark

day 10   -   Himakånå, die kleine Trolltunga

Eine weitere, ganz schön kalte Nacht lag hinter uns und wir starteten in Richtung Hindaråvåg. Die rund fünfstündige Fahrt, führte uns am Rande des Hardangervidda Nationalparks entlang. Er ist der größte Nationalpark Norwegens und umgrenzt das Hardangervidda Hochplateau, welches mit 6500 km² die größte Hochebene Europas ist. Die Umgebung ist geprägt von Moorlandschaften und Felsen. Bäume und Büsche befinden sich dort keine, da das gesamte Gebiet oberhalb der Baumgrenze liegt. Trotz strahlendem Sonnenschein, brachte es das Thermometer auf dieser Hochebene gerade mal auf knackige fünf Grad und es wehte ein eisiges Lüftchen. Dank der Nebensaison, waren wir wieder mal mehr oder weniger allein unterwegs und gerieten während der Fahrt in eine zähe Nebelbank, die die Umgebung regelrecht gruselig wirken ließ.

Am Hardangerfjord durchfuhren wir den Tunnel, der von der Rv7 auf die Rv13 führt und staunten nicht schlecht, als wir plötzlich mitten im Tunnel vor einem riesigen, blau erleuchteten Kreisverkehr landeten. Norwegen hat sich beidseitig der Hardangerbrücke gleich mal zwei dieser unterirdischen Schmuckstücke geleistet ;) Wenig später erreichten wir dann den Låtefossen Wasserfall, ein beeindruckender "Zwillingswasserfall", mit einer Höhe von 165 Metern, der auch die vor ihm liegende Brücke unter Wasser setzt und zu einem kurzen Stopp einlädt. Wir erreichten schließlich Hindaråvåg, von wo aus wir zur Himakånå wanderten, auch bekannt als die Kleine Trolltunga. Geplant war eigentlich die richtige Trolltunga aber die Vorhersage des Wetterberichts sah bis zum Nachmittag nicht sehr vielversprechend aus. Und eine rund zehnstündige Wanderung, bei durchwachsenem Wetter, um für ein Foto Schlange zu stehen… ? Nö!

Wir entschieden uns für die "kleine Schwester" der Trolltunga, die Himakånå und haben damit alles richtig gemacht. Der Startpunkt der Wanderung liegt gegenüber der Kirche in Hindaråvåg, am "Joker"-Parkplatz. Alle Infos zur Wanderung und zum Parken gibt es hier: Himakånå Wanderung. Eine Übernachtungsmöglichkeit fanden wir auf dem Campingplatz Nedstrand Feriesenter. Für eine Nacht ist der Platz okay, längerfristig aber sicher keine gute Wahl. Weitere Infos zum Stellplatz, findest Du in unserer Campingplatz Übersicht.

Roadtrip Norwegen 2 Wochen
Låtefossen Wasserfall

day 11   -   Preikestolen

Der elfte Tag unseres Roadtrips durch Norwegen startete nicht sehr glorreich… Das gute Wetter ließ uns im Stich und uns erwartete ein regenreicher Tag, der aber immerhin noch um die zwölf Grad im Gepäck hatte. Als kleines Extra, hatte auch unsere liebe "Vicky" keinen guten Tag und beschloss kurzerhand, nicht mehr schalten zu wollen. So hatten wir also gerade mit der Fähre von Nedstrand nach Hebnes übergesetzt (169 NOK für ein Fahrzeug + zwei Personen) und tuckerten mitten im Nirgendwo, im  ersten Gang, durch den Regen. Als wir nicht mehr so recht weiter wussten, erhielten wir schnellen Support vom Liber Team und noch währenddessen, überlegte es sich "Vicky" kurzerhand wieder anders ;) Nachdem sie uns diesen Schreckmoment verpasst und wir die Jungs in Hamburg aufgescheucht hatten, war plötzlich wieder alles beim Alten und die Fahrt konnte weitergehen!

Als wir später in Nesvik mit der Fähre nach Hjelmeland übergesetzt hatten (119 NOK für ein Fahrzeug + zwei Personen), erreichten wir anschließend den Startpunkt für die Wanderung zum Preikestolen und waren uns uneins, ob der Regen nun schlecht war, weil dadurch die Sicht vom Preikestolen auf den Lysefjord gleich Null war, oder ob der Regen gut war, denn der Preikestolen zählt jährlich mehrere hunderttausend Besucher und die Menge an Parkplätzen ließ Böses erahnen. Wir entschieden uns für eine Mischung aus beidem, denn die Wanderung wäre bei gutem Wetter zwar unglaublich schön gewesen, was der Regen sehr vermieste, aber da wir beide keine Fans von Touristenmassen sind, hatten wir Glück, dass bei diesem Wetter nur wenige den Aufstieg wagten. Außerdem war es bereits nach Mittag, als wir loswanderten, ein weiterer Vorteil, da die meisten Busse der Kreuzfahrtschiffe vormittags an den Aussichtspunkten ankommen. Alle Infos, rund um den Aufstieg zur berühmten Felsplattform, findest Du hier: Preikestolen Wanderung.

Völlig durchnässt, waren wir gut dreieinhalb Stunden später wieder am Parkplatz und steuerten den nächstgelegenen Campingplatz an, den Preikestolen Camping, auf dem zum ersten Mal auf unserer Rundreise durch Norwegen ein bisschen mehr los war. Mehr zum Preikestolen Camping gibt's in unserer Campingplatz Übersicht.

day 12   -   Kjerag

Der Roadtrip Norwegen neigte sich dem Ende zu und eigentlich stand der Kjeragbolten als abschließendes Highlight auf unserem Plan. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung und so entschieden wir uns gegen die rund fünfstündige Wanderung, mit zehn Kilometern Länge, die eigentlich in einem gewagten Sprung auf den Kjeragbolten ihren Höhepunkt erreichen sollte. Der Kjeragbolten ist ein ca. 5m³ großer Monolith, der in einer Felsspalte, 1000 Meter über dem Lysefjord, eingeklemmt ist und als beliebtes Fotomotiv für Touristen dient. Da es wieder ein regnerischer Tag war und unsere Wanderschuhe und Rucksäcke vom Vortag noch klatschnass waren, suchten wir spontan nach einer Alternative. Daher fuhren wir ins 30 Minuten entfernte Forsand und setzten von dort mit der Fähre über den Lysefjord nach Lysebotn über, wo im Übrigen auch der Startpunkt für die Kjeragbolten Wanderung liegt.

Die Überfahrt mit der Fähre dauert rund zweieinhalb Stunden und kostet im Carpackage stolze 136,50 € für ein Fahrzeug mit zwei Personen. Da die Plätze für Fahrzeuge auf der Fähre sehr begrenzt sind, sollte man vorab online reservieren. Diese Fährüberfahrt ist eher als "Fjordfahrt" ausgelegt, mit Durchsagen an verschiedenen Punkten und einigen interessanten Infos zum Lysefjord und so sahen wir dann auch nochmal den Preikestolen und auch den Kjeragbolten immerhin von unten ;)

Roadtrip Norwegen
Lysebotn

Auf der Fahrt passiert man auch Flørli, eine kleine Siedlung, mitten im Lysefjord, die nur per Fähre oder zu Fuß erreichbar ist. Dort befindet sich ein Wasserwerk, dessen Schleusen vom Berg hinab ins Tal führen. Entlang dieser Schleusen, verläuft die mit 4.444 Stufen längste Holztreppe der Welt, die den Hang hinauf führt und bei Touristen als sportliche Herausforderung betrachtet wird. Wer die Treppen begehen will, sollte aber wissen, dass es eine One-Way Wanderung ist, die Treppen können aus Sicherheitsgründen nur aufwärts bestiegen werden. Für den Rückweg kann eine alte Zubringerstraße genutzt werden. Ab Lysebotn führt eine schöne und serpentinenreiche Strecke hinauf zum Startpunkt der Kjeragbolten Wanderung, dem Restaurant Øygardstølen auf 640 Metern Höhe, mit  anliegendem Parkplatz, den man gegen eine Gebühr von 300 NOK nutzen kann. Die interessante Tunnelführung zu Beginn und die insgesamt 27 Haarnadelkurven, von denen jede einen eigenen Namen hat, machen diese Strecke so besonders. Oben angekommen, erwartete uns auf den kommenden Kilometern, eine weitere schöne Panoramafahrt. Abends erreichten wir dann den Sølvgarden Camping in Rysstad, der definitiv zu den schickeren Campingplätzen Norwegens gehört. Alle Infos dazu gibt's in der Campingplatz Übersicht.

day 13   -   Kristiansand

Die letzte Etappe unseres Roadtrips durch Norwegen stand bevor. Wir starteten ganz gemütlich in den Tag und machten uns auf den Weg ins zwei Stunden entfernte Kristiansand, von wo aus eine Fähre der Colorline täglich um 16:30 Uhr nach Hirtshals in Dänemark übersetzt. Wir erreichten Kristiansand um 13 Uhr, stellten den Bulli in der Nähe der Fähranlegestellen ab und gingen zu Fuß in die Altstadt. In den Sommermonaten zählt Kristiansand aufgrund des milden Klimas, der Strände und Freizeitaktivitäten, wie bspw. dem Kristiansand Dyrepark, einem Tier- und Freizeitpark, zu den beliebtesten Ferienorten Norwegens. Wir hatten leider nicht so viel Zeit, deshalb bummelten wir einfach nur gemütlich durch die Altstadt, bis wir zurück zur Fähre mussten. Die Colorline fährt in drei Stunden und 15 Minuten von Kristiansand nach Hirtshals, weitere Infos zu den Fährüberfahrten, findest Du in unseren Infos zur Fähre Norwegen. Wir hatten die Fähre ohne Verpflegung gebucht, das Abendbuffet kann auch noch spontan für 32€ pro Person in Anspruch genommen werden aber man muss schnell sein und sich in die Warteschlange einreihen, denn die Plätze sind begrenzt und wer zuerst kommt, malt zuerst. Alternativ werden verschiedene "Streetfood" Varianten angeboten, sowie ein Bistro mit Snacks. Die Auswahl an den Streetfood Ständen sorgt bei Vegetariern wieder mal für Schwierigkeiten, die Preise allerdings sind moderat für norwegische Verhältnisse. Für zwei Burger, zwei Portionen Pommes, zwei große Eistee, einen Espresso, einen Kaffee und einen großen Blaubeermuffin, waren wir insgesamt knapp 37 € los und pappsatt. Ein Duty Free Bereich ist ebenfalls vorhanden, mit Shoppingmöglichkeiten von Kleidung, über Elektronik, bis hin zu Alkohol und Süßkram. Die Überfahrt war aufgrund des Wellengangs zeitweise etwas schaukelig aber wir erreichten Hirtshals planmäßig um 19:45 Uhr. Von dort aus fuhren wir gleich zum nahegelegenen Tornbystrand Camping, mehr dazu gibt's hier: Campingplatz Übersicht.

day 14   -   Hamburg

Endspurt auf dem Roadtip Norwegen! Wir versuchten morgens unsere sieben Sachen grob zusammen zu packen, was durch den immer wieder einsetzenden Regen nicht unbedingt einfach war. Mit etwas Verspätung, machten wir uns auf die Reise nach Hamburg, wo wir uns für mittags mit dem Liber Team zur Bulli Rückgabe verabredet hatten. Die Rückfahrt lief leider nicht nach Plan und so erreichten wir Hamburg erst mit deutlicher Verspätung, nach einem Samstags-Tankchaos am Skandivavian Park und einem ordentlichen Stau auf der Autobahn. Aber immerhin durften wir unterwegs mit "Vicky" die 300.000 Kilometer-Marke feiern ;) Im Hamburger Stadtpark angekommen, packten wir schnell um und gaben "Vicky" schweren Herzens wieder an die Liber Jungs zurück. Da wir an diesem Tag schon satte 500 Kilometer hinter uns hatten und uns nochmals 600 bevorstanden, blieben wir für eine weitere Nacht in Hamburg und machten uns erst am kommenden Tag auf die Heimreise, die sich aufgrund unzähliger Baustellen und Staus in die Länge zog. Dank Norwegen waren wir aber immer noch tiefenentspannt und haben unsere gute Laune nicht verloren ;)

Bulli Roadtrip Norwegen 2 Wochen