Bulli Roadtrip Norwegen

Kapitelübersicht:


Norwegen Rundreise in 2 Wochen

Tag 1   -   Hamburg

Der Startschuss für unseren Bulli Roadtrip Norwegen fiel und wir machten uns auf den Weg nach Hamburg. Ganze 615 Kilometer trennten uns von der schönen Hansestadt, in der wir uns über Booking ein Pensionszimmer nördlich des Stadtparks, im Stadtteil Alsterdorf gebucht hatten, um am kommenden Tag ganz entspannt in unseren Norwegen Roadtrip zu starten. Die lange Fahrt nach Hamburg war anstrengend, deshalb schlenderten wir an diesem schönen Sonntagabend nur noch ein wenig durch das Schanzenviertel und genossen ein paar ruhige Stunden, im überraschend sommerlichen Hamburg.

Tag 2   -   Hirtshals, Dänemark

Endlich ging's los! Wir starteten gut erholt und ausgeschlafen in das Abenteuer Bulli Roadtrip Norwegen und waren um zehn Uhr morgens mit Liber Rental zur Bulli Übergabe am Stadtpark verabredet. Nach einer kurzen Einweisung packten wir unsere sieben Sachen um und ließen unser eigenes Auto für die kommenden zwei Wochen kostenfrei im Hamburger Stadtpark stehen. Schon die ersten Meter in Bulli "Vicky" waren klasse! Scheibe runter, warme Sommerluft rein und diesen "Wie cool ist das denn?" - Moment einfach genießen :)

Auf dem Weg zum 515 Kilometer entfernten Hirtshals, deckten wir uns mit Lebensmitteln ein. Eine Übersicht von allem was wir für Norwegen brauchten, findest Du in unserer Norwegen Packliste. Nach dem Einkauf, tankten wir den Bulli noch einmal im "Scandinavian Park" bei Flensburg voll und machten uns auf die Reise nach Hirtshals im Norden Dänemarks, von wo aus die Fähre der Fjordline zwei mal täglich in Richtung Bergen absetzt. Weitere Infos zu den Fährüberfahrten findest Du in unseren Infos zur Fähre Norwegen. Nachdem wir den Bulli auf der Fähre geparkt hatten, brachten wir das Nötigste an Gepäck in unsere Kabine und gönnten uns anschließend einen herrlichen Sonnenuntergang auf dem Außendeck, während wir aus dem Hafen ausliefen. Um die Zeit bis zum Buffet totzuschlagen, bietet sich ein Rundgang durch den Duty Free Bereich der Fähre an, in dem allerdings schon skandinavische Preise gelten. Das Buffet bietet eine große Auswahl für jeden Geschmack, außerdem sind Softdrinks, Kaffee und Bier gratis. Für Vegetarier sieht es allerdings etwas mau aus, da die fleisch- bzw. fischfreie Auswahl sehr begrenzt ist. Für alle, die nicht am Buffet interessiert sind, stehen noch einige Bistros zur Verfügung. Außerdem gibt es Räume, in denen selbst mitgebrachtes Essen verzehrt werden kann. Nach dem Essen waren wir ziemlich geschafft und gingen nach einem kleinen Abstecher in einer Bar mit Live Musik, zurück zu unserer Kabine.

WICHTIG: Während der Überfahrt wechselt das mobile Netz automatisch zu einem Maritimen Service (MCP Norway). Dadurch können bei der Nutzung des Handys hohe Kosten entstehen, besonders bei der Datennutzung. Daher solltest Du nach dem Auslaufen aus dem Hafen den Flugmodus Deines Handys aktivieren oder falls erforderlich, WLAN an Board kaufen.

Tag 3   -   Bergen, Norwegen

Am dritten Tag unseres Bulli Roadtrips, erreichten wir endlich Norwegen. Nach gut 16,5 Stunden Fahrt, legte die Fähre der Fjordline pünktlich um 12:30 Uhr im schönen Bergen an. Wir waren gut erholt und hatten uns beim Frühstücksbuffet einen ordentlichen Start in den Tag angefuttert. Bei strahlendem Sonnenschein, genossen wir die Einfahrt in die Fjorde Norwegens auf dem Außendeck. 

Bevor wir in Bergen anlegten, haben wir über die Norwegian Customs App das noch zu verzollende Bier angemeldet und bezahlt. Der Beleg hat eine Gültigkeit von zwei Stunden, weshalb wir das erst kurz vor der Ankunft erledigten. Wir machten uns erst mal relativ planlos auf den Weg ins alte Hanseviertel Bryggen, wo sich die Parkplatzsuche als ziemlich schwierig erweist wenn man mit einem Gefährt unterwegs ist, das über den normalen PKW Maßen liegt. Also haben wir einfach etwas außerhalb in einem Wohnviertel geparkt und sind ohne Strafzettel davon gekommen ;)

Das alte Hanseviertel Bryggen (oder auch Tyskebryggen) ist seit 1979 Weltkulturerbe der UNESCO und die wichtigste Sehenswürdigkeit Bergens. Erkennungsmerkmal sind die rund 60 alten Holzhäuser, deren bekannte, bunte Fronten jährlich zahlreiche Touristen nach Bergen zieht. Sie stehen in Verbindung mit einer ganzen Reihe von Souvenirshops, Restaurants und Cafés, deren Preise sich gewaschen haben. Wer nach der Ankunft ein Bierchen in der Sonne genießen möchte, muss schon bereit sein, satte neun Euro dafür locker zu machen. In der Nähe befinden sich einige Handwerkerstände und gegenüberliegend ein gut besuchter, kleiner Fischmarkt. Angrenzend liegt eine Markthalle, mit frischen Lebensmitteln darüber befindet sich die Touristeninformation, die eine gute Auswahl an kostenlosen Flyern rund um alles Sehenswerte in Norwegen bietet. Nachdem wir das alte Hanseviertel Bryggen ausgiebig durchschlendert hatten, machten wir uns auf den Weg zum Bergen Camping Park, der rund 15 km außerhalb von Bergen liegt. Ein schlichter Campingplatz, der gut als erste Anlaufstelle diente, um uns in Ruhe mit unserem Bulli vertraut zu machen und den ersten Abend auf unserem Bulli Roadtrip Norwegen gemütlich ausklingen zu lassen. Mehr zum Bergen Camping Park findest Du in unserer Campingplatz Übersicht.

Tag 4   -   Stegastein, Aurland

Nach einer etwas unruhigen, ersten Nacht im Bulli, wurden wir am frühen Morgen von einem prasselnden Regenschauer geweckt, der zum Glück schnell wieder von strahlendem Sonnenschein abgelöst wurde. Nach dem Camper Frühstück machten wir uns auf die Reise ins 160 Kilometer entfernte Aurland. Auf dieser Strecke liegen nicht nur etliche Blitzer, sondern auch viele Tunnel, um zügig durch die Gebirgsketten hindurch zu kommen. Die Strecke beinhaltet unter anderem den Gudvangatunnel, den zweitlängsten Tunnel Norwegens, der mit elfeinhalb Kilometern Länge und einem Tempolimit von 50 km/h schier endlos scheint. Die Fahrt ließ schon vermuten, wie schön Norwegen noch werden sollte. Wir sahen auf dem Weg ins Aurland bereits die ersten der unzähligen, wunderschönen Wasserfälle Norwegens und passierten ein beeindruckendes, tiefes Tal, dass uns mächtig ins Staunen versetzte. Im Aurland angekommen, steuerten wir den Lunde Camping an. Weitere Informationen zu diesem Campingplatz findest Du in unserer Campingplatz Übersicht.

Von dort aus, führt eine rund 18 Kilometer lange Wanderung zunächst über den Ortskern von Aurlandsvangen zum Stegastein Viewpoint. Wir wussten leider nicht, dass es keinen offiziellen Wanderweg gibt und mussten die vielen Serpentinen der öffentlichen Straße nehmen. Wir merkten schnell, dass wir nahezu die einzigen waren, die diese Strecke zu Fuß zurücklegten und da wir am kommenden Tag ohnehin die Passstraße Snøvegen befahren wollten, hätten wir uns den Aufstieg tatsächlich sparen können. So konnten wir aber wenigstens mit einer ordentlichen Wanderung in das Abenteuer Norwegen starten ;) Doch egal ob mit Auto oder zu Fuß, die Straße zum Stegastein ist sehr eng und unübersichtlich und trotz der einspurigen Fahrbahn, kämpfen sich auch regelmäßig Reisebusse hoch und runter. Es ist also  Vorsicht geboten, da es nur vereinzelt Ausweichbuchten gibt.

Rund zweieinhalb Stunden später erreichten wir endlich den Aussichtspunkt Stegastein auf 650 Metern Höhe. Eine 30 Meter lange Rampe, mit abschließender, geneigter Glasscheibe führt über die Baumwipfel und bietet einen atemberaubend schönen Ausblick auf den Aurlandsfjord. Die Straße zum Stegastein ist Teil der National Tourist Route und ganzjährig geöffnet. Die Wintersperrung der als Snow Road bekannten Straße, erfolgt erst oberhalb des Aussichtspunktes.

Tag 5   -   Jostedalsbreen Nationalpark

Unser Bulli Roadtrip Norwegen führte weiter über die Panoramastraße Snøvegen. Es gibt auch einen kürzeren Weg durch den Lærdalstunnel, der mit 24,5 Kilometern Länge, der längste Tunnel Norwegens ist aber wir haben uns bewusst für die deutlich weitere Fahrt über die Nebenstraße Snøvegen entschieden, auch bekannt als Aurlandsvegen. Wenn man in Norwegen auf eine Passstraße oder Landschaftsroute trifft, sollte man diese definitiv bevorzugen. Sie sind zwar in der Regel sehr eng und teilweise nur einspurig mit Ausweichbuchten passierbar aber dafür viel weniger befahren und man kann unglaublich schöne und unberührte Landschaften entdecken. Auch der 48 Kilometer lange Snøvegen, der sich aus dem Bjørgavegen und der Provinzstraße Fv243 zusammensetzt, führt gefühlt in eine andere Welt und ist in der Regel von Mitte Oktober bis Anfang Juni in der Wintersperre. Die Straße führt auf die Hochlandebene Aurlandsfjellet, diese Landschaft gleicht einer beeindruckenden Steinwüste, die ihre Besucher mit einer steifen Brise und kühlem Temperaturen begrüßt. Unterwegs passiert man linksseitig einen unscheinbaren Parkplatz, von dem aus ein Trampelpfad zu einem großen Wasserfall führt. Ein beeindruckender Abstecher, der sich absolut lohnt. Etwas später folgt ein weiterer Aussichtspunkt, der Vedahaugane, der oberhalb in einem Bogen zu einem Kunstwerk führt, einer etwas anderen Bärenhöhle.

Die schöne Talabfahrt in Richtung Lærdalsøyri wird von einem reißenden Fluss begleitet und führt an vielen, imposanten Wasserfällen vorbei. Hinter Lærdalsøyri, folgt der sechseinhalb Kilometer lange Fodnestunnel, an dessen Ausfahrt man linkerhand zur Fähre gelangt, die für 122 NOK (Fahrzeug + zwei Personen) in etwa 15 Minuten über den Sognefjord übersetzt. Von dort aus sind es noch 160 Kilometer bis zum schönen Campingplatz Melkevoll Bretun in Oldedalen, mitten im Jostedalsbreen Nationalpark. Mehr zum "Melkevoll Bretun" findest Du in unserer Campingplatz Übersicht. Nachdem wir uns einen schönen Stellplatz ausgesucht hatten, starteten wir zur etwa einstündigen Wanderung an den Briksdalsbreen Gletscher, der ein Nebenarm des Jostedalsbreen Gletscher ist, dem größten Festlandgletscher Europas. Der Briksdalsbreen Gletscher ist ein beliebtes Touristenziel und zieht jährlich rund 300.000 Besucher an. Weitere Infos zur Wanderung findest Du hier: Briksdalsbreen Gletscher Wanderung.

Tag 6   -   Geirangerfjord

Der sechste Tag auf unserem Bulli Roadtrip durch Norwegen startete etwas regnerisch, weshalb wir auf die Wanderung zum Jostedalsbreen Gletscher verzichteten und mit unserem Bulli gleich weiter in Richtung Geirangerfjord fuhren. Die Passstraße Gamle Strynefjellsvegen ist mal wieder die eindeutig bessere Wahl zur zugegebenermaßen nur fast halb so weiten "Tunnelstrecke", die sich aus der Bundesstraße Rv15 und der Provinzstraße Fv63 zusammensetzt. Die Gamle Strynefjellsvegen ist ein 27 Kilometer langer, schmaler Schotterweg, der über die Hochebene Strynefjell führt und nur zwischen Mai und September geöffnet ist. Die Straße, deren höchster Punkt auf etwa 1140 Metern liegt, wurde Ende des 19. Jahrhunderts in zwölf Jahren per Handarbeit erschaffen und erst Ende der 80er Jahre durch die kürzere Strecke mit drei Tunneln, als Hauptverkehrsweg abgelöst. Heute ist die Gamle Strynefjellsvegen eine nationale Touristenstraße unter Denkmalschutz, auf der man sich Anfang September so gut wie alleine befindet. Die steinerne Hochebene Strynefjell ist ein landschaftliches Highlight. Sie führt an türkisblauen Gewässern, rauen Gebirgen und hohen Wasserfällen vorbei und endet in Grotli.

Wir passierten Dalsnibba, einen Berggipfel auf 1476 Metern Höhe. Auf ihm befindet sich die Aussichtsplattform "Geiranger Sykwalk", die bei gutem Wetter eine fantastische Aussicht auf den Geirangerfjord bietet. Aufgrund des nebligen Wetters, sparten wir uns die 150 NOK Gebühr für die Straße Nibbevegen, die zum Aussichtspunkt führt und fuhren weiter nach Geiranger. Leider lagen gerade zwei Kreuzfahrtschiffe in der Bucht, was ein Schauspiel der besonderen Art mit sich brachte. An einem kleinen Aussichtspunkt oberhalb des Fjords, herrschte "Sodom und Gomorrha". Unzählige Reisebusse quetschten sich aneinander vorbei und spuckten Massen an Kreuzfahrttouristen aus, die dort Foto- und Pipipause machen konnten, bevor es für sie zum nächsten Sightseeing-Stop weiterging. Die reinste Katastrophe. Wir erhaschten einen flüchtigen Blick auf den schönen Geirangerfjord und flüchteten mit Bulli "Vicky" in Richtung Eidsdal. Für 140 NOK (Fahrzeug + zwei Personen) setzen wir mit der Fähre nach Valldal über, von wo aus wir weiter zum Gjerde Camping fuhren. Mehr zum Gjerde Camping in Valldal, findest Du in unserer Campingplatz Übersicht.

Bulli Roadtrip Norwegen 2 Wochen

Tag 7   -   Trollstigen

Gut erholt, entschieden wir uns  bei dem schönen Wetter dazu, zum Mefjellet zu wandern, einem Berggipfel in Valldal. Eine Wanderung, die man nicht unterschätzen sollte, denn der Weg zieht sich und es warten einige Höhenmeter. Belohnt wird man aber mit einem fantastischen Ausblick auf den Storfjord und die umliegenden Berge. Weitere Infos zur Wanderung findest Du hier: Mefjellet Wanderung. Unser Bulli Roadtrip Norwegen führte uns weiter über den 320 Meter hohen Wasserfall Stigfossen bis zur Trollstigen.

Die Trollstigen (Trollleiter) ist eine bekannte Touristenstrecke, die jährlich mehrere hunderttausende Besucher anzieht. Die kurvenreiche und schmale Straße, mit zwölfprozentiger Steigung, ist nur in den Sommermonaten geöffnet. Oberhalb befinden sich ein großer Parkplatz, Aussichtsplattformen und Souvenirshops. Wir wagten die steile Abfahrt durch die engen Serpentinen und waren froh, dass wir mit unserer "Vicky" nur runter und nicht bergauf mussten ;) Für ganz sportliche gibt es zudem die Möglichkeit, die Trollstigen querfeldein hochzuwandern. Wir fuhren weiter zur Fähre, die den Langfjord überquert (150 NOK für ein Fahrzeug + zwei Personen) und erreichten anschließend den "Skogly Camping" in Eide. Alle Informationen rund um den "Skogly Camping", findest Du in unserer Campingplatz Übersicht.

Tag 8   -   Trollkirka

Tag acht auf unserem Bulli Roadtrip durch Norwegen. Wir machten uns bei strahlendem Sonnenschein auf den Weg zur Trollkirka. Die sogenannte Trollkirche liegt auf ca. 485 Metern Höhe und besteht aus drei Kalkgrotten, in denen wunderschöne, 14 Meter hohe Wasserfälle enden. Der Weg dorthin führt durch ein unterirdisches Gangsystem, das völlig im Dunkeln liegt. Weitere Infos und alle wichtigen Informationen zur Wanderung findest Du hier: Trollkirka Wanderung.

Im Anschluss erreichten wir mit Bulli "Vicky" den nördlichsten Punkt auf unserem Norwegen Roadtrip, als wir über die Bergsetvegen fuhren. Eine tolle Landschaftsroute, entlang der rauen Atlantikküste, die in die Atlantikstraße mündet. Die Atlantikstraße ist eine beliebte Route, die von Molde nach Kristiansund führt. Leider passte sie zeitlich nicht mehr rein, deshalb blieb es bei einer kurzen Atlantikrunde. Auch zu den wunderschönen Lofoten im Nordland haben wir es leider nicht geschafft. Die Mischung aus rauen Bergen, grünen Ebenen und bunten Häuserfassaden macht diese Inselgruppe so einzigartig und ist für Natur- und Outdoorbegeisterte etwas ganz besonderes.

Mit etwas Wehmut machten wir uns also auf den Weg zum Jotunheimen Nationalpark, der das höchste Gebirge Norwegens und Skandinaviens umgibt. Die rund viereinhalbstündige Fahrt enthielt eine Fährüberfahrt von Sølsnes nach Åfarnes (150 NOK für ein Fahrzeug + zwei Personen) und führte uns wie so oft durch eine wunderschöne und beeindruckende Landschaft, die die lange Fahrtzeit glatt vergessen lässt. Am Ziel angekommen, übernachteten wir im Jotunheimen Feriesenter. Alle Informationen zu diesem Campingplatz findest Du hier: Campingplatz Übersicht.

Bulli Roadtrip Norwegen 2 Wochen

Tag 9   -   Knutshøe (Besseggen)

Eine bitterkalte Nacht lag hinter uns, in der scheinbar auch die Elche lieber lautstark röhrten, als ans Schlafen zu denken ;) Nach dem Frühstück, machten wir uns auf die Reise zur Knutshøe, die gleich gegenüber des Besseggen Grates liegt, einem Gebirgsrücken, den jährlich etwa 30.000 Menschen bewandern. Grund genug für uns, stattdessen die weniger überlaufene aber mindestens genauso schöne Knutshøe zu bewandern. Die Fahrt verzögerte sich einmal mehr durch eine Kuhherde mitten auf der Straße, die es weniger eilig hatte als wir. Nichts Neues, denn Schafe und Kühe gehören auf Norwegens Straßen zum Alltag. Wir fuhren zum etwa 30 Kilometer entfernten Vargebakken Parkplatz, dem Startpunkt zur Knutshøe Wanderung, der nur wenige Stellplätze hat, deshalb lohnt es sich, etwas früher dort zu sein. Die vierstündige Wanderung startete etwas holprig, entpuppte sich aber als ein Highlight unseres Norwegen Roadtrips. Mehr Infos zur Wanderung gibt's hier: Knutshøe Wanderung. Im Anschluss fuhren wir zur ca. vier Stunden entfernten Ortschaft Geilo und übernachteten auf dem dortigen Campingplatz. Alle Infos zum Stellplatz, findest Du in unserer Campingplatz Übersicht

Bulli Roadtrip Norwegen 2 Wochen
Knutshøe

Tag 10   -   Himakånå - Die kleine Trolltunga

Wir starteten in Richtung Hindaråvåg. Die rund fünfstündige Fahrt, führte uns am Rande des Hardangervidda Nationalparks vorbei. Er ist der größte Nationalpark Norwegens und umgrenzt das Hardangervidda Hochplateau, welches mit 6500 km² wiederum die größte Hochebene Europas ist. Die Umgebung ist geprägt von Moorlandschaften und Felsen. Trotz strahlendem Sonnenschein, brachte es das Thermometer gerade mal auf knackige fünf Grad und es wehte ein eisiges Lüftchen. Dank der Nebensaison, waren wir mal wieder mehr oder weniger allein unterwegs und gerieten in eine zähe Nebelbank, die die Fahrt regelrecht gruselig werden ließ.

Am Hardangerfjord durchfuhren wir den Tunnel, der von der Rv7 auf die Rv13 führt und staunten nicht schlecht, als wir plötzlich mitten im Tunnel vor einem riesigen, blau erleuchteten Kreisverkehr landeten. Norwegen hat sich beidseitig der Hardangerbrücke gleich mal zwei dieser unterirdischen Schmuckstücke geleistet ;) Wenig später erreichten wir den beeindruckenden, 165 Meter hohen Zwillingswasserfall Låtefossen, der zu einem kurzen Stopp einlädt. Wir kamen schließlich nach Hindaråvåg, von wo aus wir zur Himakånå wanderten, auch bekannt als die Kleine Trolltunga. Geplant war eigentlich die richtige Trolltunga aber das Wetter sah bis zum Nachmittag nicht gerade vielversprechend aus und eine rund zehnstündige Wanderung bei durchwachsenem Wetter, um für ein Foto Schlange zu stehen? Nö!

Wir entschieden uns also für die "kleine Schwester" der Trolltunga, die Himakånå und haben es nicht bereut. Der Startpunkt der Wanderung liegt gegenüber der Kirche in Hindaråvåg, am "Joker"-Parkplatz. Alle Infos zur Wanderung und zum Parken gibt es hier: Himakånå Wanderung. Eine Übernachtungsmöglichkeit fanden wir auf dem Campingplatz Nedstrand Feriesenter. Für eine Nacht ist der Platz okay, längerfristig aber sicher keine gute Wahl. Weitere Infos zum Stellplatz, findest Du in unserer Campingplatz Übersicht.

Bulli Roadtrip Norwegen 2 Wochen

Tag 11   -   Preikestolen

Der elfte Tag unseres Bulli Roadtrip Norwegen startete nicht sehr glorreich… Das Wetter ließ uns im Stich und uns erwartete ein regnerischer Tag, der aber immerhin noch um die zwölf Grad im Gepäck hatte. On top hatte auch "Vicky" keinen guten Tag und beschloss kurzerhand, nicht mehr schalten zu wollen. Wir hatten gerade mit der Fähre von Nedstrand nach Hebnes übergesetzt (169 NOK für ein Fahrzeug + zwei Personen) und tuckerten nun mitten im Nirgendwo, im  ersten Gang durch den Regen. Als wir nicht mehr so recht weiter wussten, erhielten wir schnellen Support vom Liber Team und noch währenddessen überlegte es sich "Vicky" kurzerhand doch wieder anders ;) Nachdem sie uns diesen Schreckmoment verpasst und wir die Jungs in Hamburg aufgescheucht hatten, war plötzlich wieder alles beim Alten und der Roadtrip durch Norwegen konnte weitergehen.

Nachdem wir in Nesvik mit der Fähre nach Hjelmeland übergesetzt hatten (119 NOK für ein Fahrzeug + zwei Personen), erreichten wir den Startpunkt für die Wanderung zum Preikestolen. Dieser zählt jährlich mehrere hunderttausend Besucher und die Menge an Parkplätzen ließ Böses erahnen. Wir konnten dem Regen langsam was Gutes abgewinnen, denn die Wanderung hätte bei schönem Wetter zwar einen unglaublichen Ausblick geboten aber der Regen hielt erfreulicherweise auch die Touristenmassen fern. Zudem war es bereits nach Mittag, als wir loswanderten. Ein weiterer Vorteil, da die meisten Busse der Kreuzfahrtschiffe schon vormittags an den Aussichtspunkten ankommen. Alle Infos, rund um den Aufstieg zur berühmten Felsplattform, findest Du hier: Preikestolen Wanderung.

Völlig durchnässt, waren wir gut dreieinhalb Stunden später wieder am Parkplatz und steuerten den nächstgelegenen Campingplatz an, den Preikestolen Camping, auf dem wir zum ersten Mal auf unserem Roadtrip durch Norwegen nicht mehr oder minder alleine waren. Mehr zum Preikestolen Camping gibt's in unserer Campingplatz Übersicht.

Tag 12   -   Kjerag

Der Bulli Roadtrip Norwegen neigte sich dem Ende zu und eigentlich stand der Kjeragbolten als abschließendes Highlight auf unserem Plan. Leider machten uns das Wetter und die nassen Schuhe vom Vortag einen Strich durch die Rechnung und so entschieden wir uns gegen die rund zehn Kilometer lange Wanderung, die eigentlich in einem gewagten Sprung auf den Kjeragbolten ihren Höhepunkt erreichen sollte. Der Kjeragbolten ist ein ca. 5m³ großer Monolith, der in einer Felsspalte 1000 Meter über dem Lysefjord eingeklemmt ist. Wir fuhren mit Bulli "Vicky" ins 30 Minuten entfernte Forsand und setzten von dort mit der Fähre über den Lysefjord nach Lysebotn über, wo im Übrigen auch der Startpunkt für die Kjeragbolten Wanderung liegt. Die Überfahrt dauert rund zweieinhalb Stunden und kostet im Carpackage stolze 136,50 € für ein Fahrzeug mit zwei Personen. Da die Plätze für Fahrzeuge auf der Fähre sehr begrenzt sind, sollte man vorab online reservieren. Die Fährüberfahrt entpuppte sich eher als "Fjordfahrt", mit Durchsagen an verschiedenen Stellen und interessanten Infos zum Lysefjord und so sahen wir dann auch nochmal den Preikestolen und auch den Kjeragbolten immerhin von unten ;)


Auf der Fahrt passiert man auch Flørli, eine kleine Siedlung mitten im Lysefjord, die nur per Fähre oder zu Fuß erreichbar ist. Dort befindet sich ein Wasserwerk, dessen Schleusen vom Berg hinab ins Tal führen. Entlang dieser Schleusen verläuft die mit 4.444 Stufen längste Holztreppe der Welt, die den Hang hinauf führt und unter Touristen als sportliche Herausforderung gilt. WICHTIG: Die Flørli Treppe ist eine One-Way Wanderung, die Treppen können aus Sicherheitsgründen nur bergauf bestiegen werden. Der Rückweg verläuft wiederum über eine alte Zubringerstraße. Ab Lysebotn führt eine schöne und serpentinenreiche Strecke hinauf zum Startpunkt der Kjeragbolten Wanderung, dem Restaurant Øygardstølen auf 640 Metern Höhe, mit  anliegendem Parkplatz, den man gegen eine Gebühr von 300 NOK nutzen kann. Die interessante Tunnelführung zu Beginn und die 27 Haarnadelkurven, von denen jede einen eigenen Namen hat, machen diese Strecke hinauf zum Plateau zu etwas besonderem. Oben angekommen, erwartete uns auf den kommenden Kilometern eine weitere schöne Panoramafahrt. Abends erreichten wir den Sølvgarden Camping in Rysstad, der definitiv zu den schickeren Campingplätzen Norwegens gehört. Alle Infos dazu gibt's in der Campingplatz Übersicht.

Bulli Roadtrip Norwegen 2 Wochen

Tag 13   -   Kristiansand

Die letzte Etappe auf unserem Bulli Roadtrip Norwegen stand bevor. Wir starteten gemütlich in den Tag und machten uns auf den Weg ins zwei Stunden entfernte Kristiansand, von wo aus eine Fähre der Colorline täglich um 16:30 Uhr nach Hirtshals in Dänemark übersetzt. Wir stellten den Bulli in Nähe der Fähranlegestellen ab und schlenderten zu Fuß in die Altstadt. In den Sommermonaten zählt Kristiansand wegen des milden Klimas, der Strände und vielen Freizeitaktivitäten, zu den beliebtesten Ferienorten Norwegens. Die "Colorline" fährt in drei Stunden und 15 Minuten von Kristiansand nach Hirtshals, weitere Infos zu den Fährüberfahrten findest Du in unseren Infos zur Fähre Norwegen. Wir hatten die Fähre ohne Verpflegung gebucht, das Abendbuffet kann spontan für 32€ pro Person in Anspruch genommen werden aber die Plätze sind begrenzt und wer zuerst kommt, malt zuerst. Alternativ werden verschiedene "Streetfood" Varianten angeboten sowie ein Bistro mit Snacks. Die Auswahl an den Streetfood Ständen war mal wieder recht fleischlastig, die Preise allerdings moderat für norwegische Verhältnisse. Ein Duty Free Bereich ist ebenfalls vorhanden, mit Shoppingmöglichkeiten von Kleidung, über Elektronik, bis hin zu Alkohol und Süßkram. Die Überfahrt war aufgrund des Wellengangs etwas wackelig aber wir erreichten Hirtshals planmäßig um 19:45 Uhr. Von dort aus fuhren wir gleich zum nahegelegenen Tornbystrand Camping, mehr dazu gibt's hier: Campingplatz Übersicht.

Tag 14   -   Hamburg

Endspurt auf dem Roadtip durch Norwegen. Wir versuchten morgens unsere sieben Sachen zusammen zu packen, was durch den immer wieder einsetzenden Regen nicht unbedingt einfach war. Mit etwas Verspätung machten wir uns auf die Reise nach Hamburg, wo wir uns für mittags mit dem Liber Team zur Bulli Rückgabe verabredet hatten. Die Rückfahrt lief nicht nach Plan und so erreichten wir Hamburg mit deutlicher Verspätung, nach einem Samstags-Tankchaos am Skandivavian Park und einem ordentlichen Stau auf der Autobahn. Aber immerhin durften wir unterwegs mit Bulli "Vicky" die 300.000 Kilometer-Marke feiern ;) Im Stadtpark angekommen, packten wir schnell um und gaben den Bulli schweren Herzens wieder an die Liber Jungs zurück. Da wir an diesem Tag schon satte 500 Kilometer hinter uns hatten, blieben wir für eine weitere Nacht in Hamburg und machten uns erst am kommenden Tag auf die lange Heimreise.

Bulli Roadtrip Norwegen 2 Wochen