Surfkurs Bilbao Spanien

Ganz nach dem Motto "Surfin USA" - Wer kennt sie nicht, die vielen Filme in denen knackige Surferboys und -girls auf ihren Brettern, entlang von Traumstränden, bei schönstem Wetter elegant über die Wellen reiten - und dann kamen wir...  :)

Nachdem wir uns relativ erfolglos am Windsurfing auf Caye Caulker im schönen Belize versucht haben, wollten wir uns nicht so schnell geschlagen geben und haben uns noch einmal auf die Bretter gewagt, nur dieses mal ohne Segel.


Surfkurs Bilbao Spanien
Playa de Barinatxe, Bilbao

Schon vor der Reise zeigte sich, dass es gar nicht mal so einfach ist, die richtige Wahl zu treffen. Soll es ein Surfcamp mit Unterkunft und familiärer Atmosphäre sein oder doch lieber nur ein mehrtägiger Kurs und parallel dazu ein selbst organisiertes Erkundungsprogramm? Wir entschieden uns für Variante zwei und planten wie gewohnt ganz individuell, nachdem wir uns für das schöne Bilbao im Baskenland in Spanien entschieden haben. An einem großem Strand, entlang imposanter Steilküsten, liegt ein guter Surfspot für Anfänger und das Städtchen selbst lockt zusätzlich mit einem tollen und wunderschönen Altstadtviertel. Bilbao liegt in der Biskaya, eine Bucht des Atlantischen Ozeans, die sich entlang der Nordküste Spaniens und der Westküste Frankreichs erstreckt. Diese schöne Stadt hat uns Ende September mit etwas wechselhaftem aber angenehmen Wetter empfangen. Wir entschieden uns für einen dreitägigen Surfing Einsteigerkurs bei Wellentime und seperater Unterbringung über Airbnb in einer gut gelegenen, kleinen Wohnung am Rand der Altstadt von Bilbao, dem Casco Viejo.

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Bilbao

Schon bei der Anreise zeigte sich Bilbao von seiner guten Seite. Der Transfer vom Flughafen zur Innenstadt erwies sich als spielend einfach und vor allem günstig. Für 3€ pP kann man am Flughafen Tickets für den Bizkaibus Airport Shuttle erwerben, der zu dieser Jahreszeit drei Mal pro Stunde in die Innenstadt und zurück fährt. In nur 20 Minuten erreicht man die Altstadt, in der drei verschiedene Stationen angefahren werden.

Am frühen Nachmittag erreichten wir unsere Wohnung in der Andra Maria Kalea am Rand des Casco Viejo und machten uns anschließend auf zum ersten Pintxo-Restaurant, gleich um die Ecke, dem Irrintzi. Die typisch baskischen Häppchen, üblicherweise bestehend aus einer Scheibe Baguette und diversen teils ausgefallenen Belägen, werden dort auch in nahezu allen Kneipen und Bars in unendlich vielen Variationen serviert. Wann immer einen der kleine oder auch große Hunger überkommt, findet sich schnell leckere Abhilfe ;)

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Pintxos

Unser erster Stadtbummel führte uns anschließend u.a. zum Guggenheim Museum, einem Museum für Moderne Kunst mit einer großen Ausstellungsfläche von rund 11000m². Für 10€ pP kann man dort gut und gerne mehrere Stunden verbringen und sich Ausstellungen aus aller Welt ansehen, von klassisch bis hin zu wirklich schräg modern. Nach dem Museumsbesuch kauften wir in einem der vielen kleinen Supermärkte etwas für's Frühstück der kommenden Tage ein und aßen später im Berton zu Abend. Neben einer großen Auswahl an Pintxos kann man dort auch sehr guten Fisch essen. Für alle Fleischliebhaber wird dieses gleich in Kilo-Portionen zusammen mit einer Grillplatte an den Tisch serviert ;) Hier wurden wir, wie überall in Bilbao, mit einer hervorragenden und wirklich günstigen Weinauswahl überrascht.

Tag zwei führte uns nach dem Frühstück zunächst zu einer der nahegelegenen Metrostationen. Die Metro Bilbao hat zwei Hauptlinien, die auf drei Zonen aufgeteilt sind. Eine Einzelfahrt kostet hier maximal 1,90€ pP und ist somit wirklich günstig. Von der Altstadt bis zur Station Larrabasterra brauchten wir etwa eine halbe Stunde und wurden dort um 10 Uhr von unserem Surflehrer Dani abgeholt.

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Metro Bilbao

Wir fuhren an den Strand Playa de Barinatxe, wo sich tagtäglich viele Surfer einfinden, um die günstigen Wellenbedingungen der Bucht zu nutzen. Wir waren in einer kleinen vierer Gruppe unterwegs und wurden zunächst mit Neoprenanzügen und Surfboards ausgestattet, bevor es den etwas beschwerlichen Fußweg hinab zum Strand ging. Die Einweisung und erste Trockenübungen, sowie ein ausgiebiges Stretching fand direkt am Strand statt und gleich darauf wurden wir sprichwörtlich ins kalte Wasser geworfen.

Der dreistündige Kurstag erwies sich als wirklich aufregend und interessant. Unser Surfcoach feuerte uns immer wieder an, gab uns Tipps und motivierte weiter, auch wenn die Kräfte langsam schwanden und am Ende des ersten Tages wussten wir vor allem eines - wie es sich anfühlt so richtig müde zu sein ;)

Nach einer Verschnaufpause und einer kleinen Stärkung im Irrintzi schauten wir uns am Nachmittag die Stadt noch etwas genauer an. Der Abando (Hauptbahnhof) ist einen Besuch wert, da sich in ihm ein riesiges Glaskunstwerk befindet. Ähnlich eines überdimensionalen Kirchenfensters, ist dort die Geschichte der Stadt auf imposante Weise zusammen gefasst worden. Mit der Funicular de Artxanda, einer kleinen Seilbahn, fuhren wir für rund 3€ pP zu einem hoch gelegenen Aussichtspunkt, der einen atemberaubend schönen Blick über die Stadt bietet, besonders wenn die letzten Sonnenstrahlen des Tages einfallen. Nach einem kleinen Rundgang fuhren wir zurück und ließen den Abend beim Abendessen und einem schönen Glas Wein im Restaurant Kasko ausklingen.

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Bilbao

Der nächste Tag startete mit einer ordentlichen Portion Muskelkater und führte uns zurück zu den Wellen. Hier feilten wir am zweiten Kurstag weiter an unserer Standfestigkeit auf dem Board und konnten bereits das ein oder andere Erfolgserlebnis verbuchen. Unser Coach heizte uns wie gewohnt hoch motiviert ein und ließ nicht locker, bis wir alle unsere erste erfolgreich gestandene Welle verbuchen konnten.

Mit gefühltem Muskelkater-Muskelkater starteten wir am frühen Abend zu einer privat geführten Pintxo Tour, die wir am Vortag über Airbnb gebucht hatten. Unser Guide Adria erzählte uns in rund drei Stunden alles wichtige und interessante über die Stadt, insbesondere über die politische Entwicklung und die beeindruckenden Fortschritte, die die Stadt in den vergangenen 15 Jahren verzeichnen konnte. Währenddessen führte er uns quer durch die Altstadt und besuchte mit uns vier verschiedene Pintxo Bars, im Preis inbegriffen waren je Bar ein Pintxo plus Getränk. Zum Abschluss führte er uns in die Goienkale, wo wir den Abend nach der Tour ausklingen ließen. Ein Tipp ist das Motrikes, in dem man unbedingt nach einem der leckeren Mushroom Pintxos fragen sollte. Gleich gegenüber liegt die Taberna Txalaparta, in der man für kleines Geld, große Mengen Gin erhält ;)

Der vierte Tag in Bilbao läutete auch den letzten Tag unseres Surfkurses ein. Wie gewohnt, wurden wir um 10 Uhr von Dani an der Metrostation abgeholt und durften uns noch einmal mit unseren Boards in den Wellen austoben. Unser Fazit vom Surfkurs - absolut empfehlenswert! Es ist anstrengend aber macht wahnsinnig viel Spaß, sobald man den Dreh raus hat und wir werden uns mit Sicherheit noch einmal auf die Surfboards wagen.

Den Nachmittag verbrachten wir mit einem Stadtbummel und machten uns anschließend auf den Weg zum ausverkauften Stadion San Memés, um uns das Fußballspiel Athletic Bilbao gegen den FC Villarreal anzusehen. Die Tickets hatten wir bereits vor der Reise gekauft. Die Zufahrtsstraßen zum Stadion mit vielen kleinen Bars und Kneipen sind vor und nach den Spielen traditionell voller Fans und kaum einer kommt ohne Bekleidung in den Vereinsfarben rot und weiß. Das Spiel endete an diesem Abend für Athletic Bilbao leider nicht sehr erfolgreich, dennoch tat es der Stimmung nach dem Match keinen Abbruch.

Den letzten Tag in Bilbao starteten wir ganz gemütlich mit einem ausgiebigem Frühstück in der Ledesma Musikariaren Kalea, ein Tipp von unserem Pintxo Tourguide Adria. Hier reihen sich einige Bars und Cafés mit einer sehr leckeren Auswahl an frischen Pintxos aneinander und man kann ein großzügiges, spanisches Frühstück zum fairen Preis genießen. Allerdings zeigte sich auch hier wieder mal, dass es diejenigen die auf Fleisch verzichten möchten, in Bilbao etwas schwerer haben. Wer Fisch mag, dem bieten sich einige Alternativen, insbesondere bei den Pintxos aber dort rein vegetarisch zu essen, kann zu einer kleinen Herausforderung werden. Wir steuerten anschließend eine der Bizkaibus Haltestellen an machten uns auf den Rückweg zum Flughafen. Im Nachhinein würden wir aber dazu raten noch ein paar Tage dran zu hängen und mit einem Mietwagen an der Küste entlang zu fahren, um die schöne Gegend noch weiter zu erkunden.

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