Hüttenwanderung Oberstdorf

Hüttenwanderung Oberstdorf 3 Tage
Hüttenwanderung Oberstdorf

Mehrtägige Wanderung in den Alpen

Hoch oben ankommen, müde und erschöpft nach einem anstrengenden Aufstieg. Ein manchmal etwas mühsamer und holpriger Fußmarsch, vorbei an steilen Abhängen, tiefen Schluchten und dichten Wäldern. So hast Du Höhenmeter um Höhenmeter gemacht, bis Du Dein Ziel erreicht hast und dann? Die beste Belohnung, die Du Dir in diesem Moment wünschen kannst - Eine umwerfende und wunderschöne Aussicht, mit nichts vergleichbar. Den Blick in die Weite gerichtet, Freiheit und Ruhe genießen und wissen, wofür jeder einzelne Schritt es wert war - das ist das Schöne am Wandern in den Bergen. Du wirst gefordert und kommst an Deine Grenzen, doch hinter jedem Felsvorsprung warten neue Überraschungen. War der Weg gerade noch gut begehbar, hangelst Du Dich im nächsten Moment schon an einer Felswand entlang, den steilen Abhang zu Deinen Füßen. Doch die Anstrengung weicht der Freude über die tolle Aussicht und die schöne Natur. All das wird nur noch übertroffen durch das Erreichen des Gipfels und dem gemütlichen Beisammensein in einer der urigen Schutzhütten. Wer die Natur und das Wandern liebt, für den ist eine mehrtägige Hüttenwanderung in den Alpen genau das Richtige.

Tipps für die Hüttenwanderung

Das Wandern wird immer beliebter, auch bei der jüngeren Generation. Den Einstieg machen schöne Tagestouren, auf denen Du Deine Grenzen bei Streckenlänge und Höhenkilometern austesten kannst. Besonders in den Bergen ist das Wandern eine wahre Freude und die Belohnung auf den Hütten, in Form einer deftigen Brotzeit und einem kühlen Radler, ist der Höhepunkt nach einem anstrengendem Aufstieg. Doch darauf folgt leider schon wieder der Weg ins Tal. Weshalb also nicht einfach oben auf der Hütte bleiben, einen tollen Sonnenuntergang genießen und am nächsten Morgen bei aufgehender Sonne gleich weiter zur nächsten Hütte ziehen? Ein einzigartiges Erlebnis, dass das Wandern in den Bergen so unvergleichbar macht. Vor Deiner ersten mehrtägigen Hüttenwanderung wirst Du Dir eine Menge Fragen stellen. Das geht von der Packliste, über die Etappenplanung bis hin zu den Schutzhütten und vielem mehr. Wir geben Dir eine kleine Starthilfe für Deine erste Hüttentour, mit hilfreichen Tipps zur Vorbereitung und zur Wanderung selbst. 

Info Oberstdorf

  • Bundesland: Bayern
  • Landkreis: Oberallgäu
  • Fläche: ca. 230km²
  • Einwohner: ca. 10.000
  • KFZ-Kennzeichen: OA

• Hüttenwanderung

Unsere Wanderung ging über vier Tage, Mitte September 2017. Die beste Zeit für eine Hüttenwanderung ist von Mai bis September, wenn angenehme und milde Temperaturen herrschen und es in der Regel nur wenig Niederschlag gibt. Am sinnvollsten ist es, die Wanderung vor oder nach den Sommerferien im Zielbundesland und den angrenzenden Bundesländern zu machen. Auch an den Wochenenden sind die Wanderwege und Hütten deutlich voller, es bietet sich also an, die Tour unter der Woche zu planen. Weniger Trubel hast Du auch, wenn Du Deine Hüttenwanderung in den Spätsommer oder Frühherbst legst. Die Hütten sind nicht so voll und die Pässe, je nach Region, noch überwiegend schneefrei.

 Tages- oder Mehrtagestour

Eine Hüttentour lohnt sich auch schon für einen Tag. Früh morgens mit der aufsteigenden Sonne aufbrechen, mittags bei einer deftigen Brotzeit und einer kühlen Erfrischung auf einer der Schutzhütten Stärkung finden und anschließend wieder entspannt den Abstieg genießen. Besser aber noch, wenn Du für Deine Hüttenwanderung mehrere Tage Zeit hast. Du kannst in Ruhe durch die Berge ziehen und abends das Alpenglühen bei einem fantastischen Sonnenuntergang vor einer urigen Hütte genießen. Einfach dort oben bleiben, ohne wieder ins Tal absteigen zu müssen und für ein paar Tage abschalten, ohne Alltagsstress, Internet und Handyempfang. Du kannst Dich voll und ganz auf die Natur konzentrieren. Für Neueinsteiger sind zwei- oder dreitägige Touren ideal, um sich mal kräftig auszupowern aber dabei nicht den Spaß an der Sache zu verlieren.

 Etappen

An die Etappenlängen wirst Du Dich herantasten müssen, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Auch wenn Du im Flachland 20 Kilometer schaffst, solltest Du davon in den Bergen Abstand nehmen und Dich erst mal an der Hälfte oder etwas mehr versuchen. Vor allem die zusätzlichen Höhenmeter darfst Du nicht unterschätzen, die sich aus den wechselnden Auf- und Abstiegen zusammensetzen. Taste Dich auch hier langsam heran, um abschätzen zu können, wie Du damit zurecht kommst. 700 bis 800 Höhenmeter reichen am Anfang schon für weiche Knie und am nächsten Tag soll es schließlich in alter Frische weitergehen. Neben der Streckenlänge tragen auch Höhenluft und Höhenmeter einen entscheidenden Teil dazu bei, dass Du schneller müde wirst und letzten Endes willst Du Dich ja nicht quälen müssen und die Aussicht und die Wanderung genießen können. WICHTIG - Wenn Du in einer Gruppe unterwegs bist, dann müssen sich Länge und Schwierigkeit der Etappen nach dem schwächsten Mitglied richten. 

TIPP - Tagestouren eignen sich am besten, um Etappenlängen und Höhenmeter für Dich selbst zu testen. Es ist unerlässlich Dich vor einer mehrtägigen Wanderung frühzeitig vorzubereiten. Plane verschieden lange Wanderungen mit unterschiedlichem Anspruch bereits einige Monate vorab regelmäßig in Deine Freizeitgestaltung mit ein. 

 Wanderzeiten

Auf den Hütten sind viele Wanderer schon früh auf den Beinen. Ab sechs Uhr lichten sich die Reihen zusehends und nach einem stärkenden Frühstück sind alle wieder unterwegs. Der Großteil zieht etwas gemächlicher los, wenn Du unterwegs lieber für Dich bist, dann solltest Du zur früheren Truppe gehören. Das hat den weiteren Vorteil, dass Du mehr Zeit für die Tageswanderung hast. Du musst Dich nicht hetzen, kannst die Pausen genießen und erreichst rechtzeitig die nächste Hütte. Die Tagesetappen Deiner Hüttenwanderung sollten nicht länger als sechs bis acht Stunden inklusive Rast sein. Die Pausen dehnen sich bei schönem Wetter und einer tollen Aussicht schnell aus aber Du solltest unbedingt vor Einbruch der Dunkelheit die nächste Hütte erreichen. Die Ankunft an der Hütte gegen 16 Uhr ist ein guter Richtwert, den Du in Deinem Zeitplan anpeilen kannst. Auf einigen Hütten, vor allem in der Schweiz, gibt es festgelegene Essenszeiten, zu denen alle gleichzeitig speisen. Erkundige Dich vorab, um die Mahlzeiten nicht zu verpassen. 

 Anforderungen

Du musst die Etappen Deiner Hüttenwanderung vorab auf ihre Anforderungen prüfen. Klettersteige z.B. können eventuell eine Ausrüstung und Erfahrung voraussetzen. Generell wichtig und unverzichtbar für eine Hüttentour in den Alpen sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Die Routen sind in der Regel farblich kategorisiert:

 • blau = einfach

 • rot = mittel

 • schwarz = schwer

Die genauen Definitionen kannst Du auf der Website des DAV nachlesen. Die von uns gewählte Route ist für Einsteiger geeignet und konditionell mäßig anspruchsvoll. Wir wählten den schönen Panoramaweg zur Mindelheimer Hütte. Alternativ gibt es den Mindelheimer Klettersteig, der allerdings Mitte September aufgrund vorheriger Schneefälle bereits gesperrt war. Er gehört zu den bekanntesten Klettersteigen in den Allgäuer Alpen und ist zur Hauptsaison entsprechend stark besucht. Mit seinem Schwierigkeitsgrad ist er nicht für Klettersteiganfänger ohne alpine Erfahrung geeignet. Klettersteigausrüstung ist ebenso erforderlich, wie Schwindelfreiheit und Trittsicherheit.

 Route

Neben Kondition und Anspruch sind auch andere Dinge entscheidend, bei der Wahl der richtigen Route. Soll die Hüttenwanderung mit oder ohne Bergführer sein? Soll eine Verkürzung optional möglich sein? Ist die Route für die ganze Familie geeignet, wenn Du mit Kindern oder vielleicht auch mit Hund wandern möchtest? Sind Tiere auf den gewählten Hütten erlaubt? Willst Du eine gemütliche Wanderung oder suchst Du eine sportliche Herausforderung? Die Liste lässt sich noch lange weiterführen, richtet sich aber letzten Endes nur nach Dir und Deinen persönlichen Bedürfnissen. Stell Dir also vorab selbst die Frage, was genau Du Dir vorstellst und wähle Deine Route entsprechend aus.

 Ordnung halten

Auf einer Hüttenwanderung in den Bergen solltest Du alles Wichtige griffbereit haben, denn nichts ist lästiger als etwas zu suchen und dafür den ganzen Rucksack durchwühlen zu müssen. Es ist also entscheidend, Ordnung zu halten. Besonders praktisch sind Rucksäcke mit guter Zugänglichkeit zum Hauptfach und mehreren, separaten Nebenfächern. So kannst Du Deinen Rucksack sinnvoll packen und alles nach Häufigkeit des Gebrauchs verstauen. Trinkflasche, Regenjacke, Snacks etc. sollten mit einem Griff erreichbar sein. Hausschuhe, Jogginghose etc. was Du nur abends auf der Hütte brauchst, findet Platz im großen Hauptfach. Wenn Du Deine Tasche nach diesem Prinzip packst und die Ordnung beibehältst, sparst Du Dir nervige Suchaktionen.

 Vorbereitung

Eine Tageswanderung kannst Du auch mit wenig Vorbereitung meistern. Fehlende Kondition, die falschen Schuhe oder ungünstige Kleidung, das alles verzeiht Dir eine kürzere Tour. Bei einer mehrtägigen Hüttenwanderung sieht das schon anders aus. Das Abenteuer unvorbereitet zu wagen, kann Dir wirklich Probleme bereiten und zu einem frühzeitigen Abbruch führen. Beachte daher Folgendes schon vorab:

  • Route inklusive Schutzhütten planen
  • frühzeitig Kondition trainieren
  • Wanderschuhe vorher einlaufen
  • gepackten Rucksack vorab testen
  • mit Ausrüstung vertraut machen

 Wanderstöcke

Wanderstöcke helfen Dir beim Aufstieg durch eine bessere Kraftverteilung, bieten Dir mehr Halt im Gelände und sorgen wiederum für einen sicheren und angenehmen Abstieg. Durch die bessere Gewichtsverteilung steigst Du gleichmäßiger ab und schonst Deine Knie. Zudem sind sie leicht und schnell an den Gepäckschlaufen des Rucksacks befestigt, wenn Du sie mal nicht brauchst. Bei der Höheneinstellung solltest Du darauf achten, dass Deine Ellbogen im 90 Grad Winkel liegen. Bei einem steilen Anstieg, sollten die Stöcke etwas gekürzt und bei einem steilen Abstieg wiederum etwas verlängert werden. Die meisten Teleskop Stöcke werden auf die passende Länge geschoben und anschließend mit einem Klemmverschluss gesichert. Diese geben jedoch im Lauf der Zeit gerne nach, nicht nur bei den günstigeren Modellen. Weniger oft findet man ein Druckknopfsystem vor, wie es auch bei Gehhilfen eingesetzt wird. Ein Metallknopf wird in den Schacht gedrückt und rastet an einer der vorgegebenen Öffnungen wieder ein. So lässt sich die Länge zwar nicht Zentimetergenau einstellen aber die Position ist fix und kann sich nicht von selbst lösen.

 Wetter

Du solltest den genauen Termin Deiner Hüttenwanderung besser kurzfristig planen. Das Wetter ist in den Bergen sehr wechselhaft und nur auf kurze Zeit vorauszusagen. Regen oder Schneefall können oft unerwartet und plötzlich auftreten und unangenehm sowie gefährlich werden. Deshalb solltest Du die Wetterprognosen nicht nur vor Deiner Tour sondern auch währenddessen immer im Blick behalten und Deine Etappen gegebenenfalls entsprechend anpassen.

 Schutzhütten

Wichtiger Hinweis vorab: Auf vielen Hütten ist nur Barzahlung möglich. Bei Ankunft meldest Du Dich an und bekommst einen Schlafplatz zugewiesen. Im Matratzenlager ist dieser oft frei wählbar. Die Bezahlung erfolgt gleich bei Anmeldung. Speisen und Getränke werden klassisch auf einem "Deckel" gesammelt und noch am gleichen Abend oder am nächsten Morgen bei der Abreise beglichen. Die Schutzhütten besitzen mindestens einen größeren Schlafsaal, gegebenenfalls noch zusätzliche, kleinere Mehrbettzimmer, einen Trockenraum, in der Regel einen Waschraum mit Toiletten und einen urigen Wirtsraum, in dem gegessen und abends in gemütlicher Runde zusammengesessen, geplaudert und gespielt wird. Die wichtigsten Infos zu den Hütten auf unserer Wanderung findest Du hier: Schutzhütten Oberstdorf.

Auf den Hütten trägst Du Dich in ein Hüttenbuch ein, mit Namen und nächstem Wanderziel. Das dient Deiner eigenen Sicherheit, denn im Notfall kann so nachvollzogen werden, auf welchen Weg sich ein vermisster Wanderer gemacht hat. Die Schutzhütten stehen allen Wanderern offen und die Benutzung ist nicht an eine Mitgliedschaft in einem Verein gebunden. Allerdings bieten diese Mitgliedschaften oft Vergünstigungen beim Essen und den Bettenlagern an. Die Benutzung der Schlaflager ist nur mit Hüttenschlafsack erlaubt, welche im Zweifelsfall auch gegen Aufpreis auf den Hütten erhältlich sind. Schutzhütten sind keine Wellnesshotels, einige verfügen nicht einmal über Duschen und Handyempfang oder WLAN sind genau so rar wie Steckdosen.

 Schutzhütten Kategorien

Kategorie 1:

  • schlichte Ausstattung
  • keine oder einfache Verköstigung
  • nur zu Fuß erreichbar

Kategorie 2:

  • meist ganzjährig bewirtschaftet
  • bessere Ausstattung und Verköstigung
  • erreichbar mit PKW oder Lift

Kategorie 3 + 4:

  • auf Tagestouristen ausgerichtet
  • gute bis sehr gute Ausstattung
  • Verköstigung mit Restaurantbetrieb
  • durchgehend bewirtschaftet
  • einfache Erreichbarkeit

Selbstversorgerhütten:

  • nicht bewirtschaftet 
  • schlichte Ausstattung
  • Anmeldung zur Nutzung erforderlich

 Hüttenregeln

Auf den Hütten gibt es einige Regeln, die jeder Wanderer beachten sollte. Die Hütten sind oft voll und der Platz  begrenzt, da fällt es schwer, zur Ruhe zu kommen. Jeder Wanderer, der nach einem langen Tag auf der Schutzhütte ankommt ist müde, erschöpft und muss am nächsten Morgen wieder früh raus. Gegenseitig Rücksicht zu nehmen ist also die wichtigste Regel, es gibt aber auch noch ein paar weitere, die auf allen Schutzhütten gelten:

  • Nachtruhe um 22 Uhr
  • Übernachtung nur mit Hüttenschlafsack
  • Eigene Speisen und Getränke auf Hütten der Kategorie 1 + 2 (meist) erlaubt
  • Selbst mitgebrachter Alkohol ist auf allen Hütten untersagt
  • Ein freundliches Miteinander
  • Besondere Rücksichtnahme in den Schlafsälen

 Rücksicht nehmen

Lange Wanderungen machen müde und da viele Wanderer am nächsten Tag zeitig weiterziehen wollen, gehen sie auch früh schlafen. Bettruhe ist zwar erst ab 22 Uhr aber die gegenseitige Rücksichtnahme ist nun mal die wichtigste Regel auf den Schutzhütten. Daher solltest Du Dir abends bereits früh Kulturbeutel und Kleidung für die Nacht parat legen sowie Wasserflasche, Ohrstöpsel und Schlafmaske. Auch den Hüttenschlafsack breitest Du am besten gleich nach Bettenzuweisung aus. So störst Du später niemanden und kannst Dich leise bettfertig machen. Für die Nacht halte eine kleine Taschen- oder Stirnlampe bereit, die Du auf geringere Helligkeit dimmen kannst, um nicht den ganzen Saal hell zu erleuchten, wenn Du zur Toilette musst. Auch Deine Kleidung für den kommenden Tag solltest Du schon abends rauslegen, um morgens niemanden durch das Wühlen im Rucksack zu stören. Wie nervig es sein kann, wenn das alles nicht berücksichtig wird, merkst Du spätestens dann, wenn Du selbst schlafen möchtest und ein Störenfried im Zimmer ist.

 Trockenraum

Skifahrern ist er bekannt, der Trockenraum für nasse Schuhe und Kleidung. Ein stinkiger Alptraum für jede Nase aber unverzichtbar, auch auf einer Hüttenwanderung. Die Trockenräume sind beheizt und sorgen dafür, dass Kleidung und Schuhe über Nacht richtig trocknen können und Du Deine Füße am Morgen in kuschlig warme Wanderschuhe stecken kannst. In der Hütte wechselst Du zu Hüttenschuhen, bzw. Hausschuhen. Straßenschuhe sind dort nicht gern gesehen und oft sogar verboten. Du solltest daher unbedingt eigene dabei haben, denn sonst musst Du Dich am Schuhvorrat der Hütte bedienen, in denen schon viele fremde Füße gesteckt haben.

 Strom

Steckdosen gibt es auf den Hütten nur wenige, deshalb sollten die Akkus von Handy und Kamera vor der Wanderung voll geladen sein. Das Handy benutzt Du bestenfalls wenig bis gar nicht, Empfang hast Du in den Bergen sowieso kaum und für die Kamera empfehlen sich Ersatzakkus, die ebenfalls vorab voll geladen sein sollten. Eine handliche und leichte Powerbank ist nützlich, wenn es mal knapp wird und keine freie Steckdose zur Verfügung steht.

 Reservierung

An Wochenenden und in der Ferienzeit sind die Schutzhütten oft ausgebucht, auch im September ist noch viel los und je später Du auf den Hütten ankommst, umso knapper wird es mit den Betten. Wenn Du in einer Gruppe unterwegs bist oder auf Nummer Sicher gehen willst, solltest Du die Betten vorab reservieren. Das geht am einfachsten direkt bei den Hüttenwirten, telefonisch oder über deren Website, wenn vorhanden. Alternativ kannst Du auch beim deutschen Alpenverein (DAV) online einen Schlafplatz bei vielen Hütten reservieren (länderübergreifend). Wenn Du Dir auf einer mehrtägigen Wanderung die Möglichkeit offenhalten möchtest, die Etappen spontan anzupassen, dann kannst Du auch unterwegs, ein oder zwei Tage vorab bei der Hütte anrufen und einen Schlafplatz reservieren. Da Hüttenwanderungen immer beliebter werden, sind viele Hütten allerdings je nach Region und Jahreszeit schon frühzeitig voll belegt. Eine telefonische Abfrage zur Belegung sollte also bestenfalls bereits vor der Wanderung erfolgen. Die Hütten dürfen bis 90% der Plätze reservieren, der Rest plus Notlager sind für unangemeldete Wanderer vorgesehen.

 Rechtzeitig absagen

WICHTIG - Wenn Du den Schlafplatz doch nicht in Anspruch nimmst, dann sei so fair und gib schnellstmöglich auf der Hütte Bescheid. Das hilft den Hüttenwirten und anderen Wanderern. Viele Hütten geben Uhrzeiten vor, bis wann Du an der Hütte eingetroffen sein musst, andernfalls verfällt die Bettenreservierung. Die Betten sind rar und dürfen nicht unnötig freigehalten werden. Zudem könnte bei Nichterscheinen von einem Unfall ausgegangen werden. Eine unnötige Suchaktion ist nicht nur ärgerlich sondern kann auch teuer werden.

 Corona Ausnahmeregelung

Auch wenn das Wandern seit Corona noch beliebter geworden ist, unterliegen die Schutzhütten den gleichen Pandemie Bestimmungen, wie jeder andere Beherbergungsbetrieb auch. Wenn sie überhaupt geöffnet sind, dürfen sie nur wenige Übernachtungsgäste aufnehmen. Wenn Du aktuell eine mehrtägige Hüttenwanderung planst, musst Du unbedingt vorab auf den Hütten anfragen, ob Übernachtungen überhaupt möglich sind und einen Schlafplatz reservieren. Auch das Hygienekonzept ist von Bedeutung und sollte vorab erfragt werden, zwecks Nutzung der Waschräume. Auch Bettwäsche und Bettbezüge sind von der Regelung betroffen. Je nach Lage und Größe der Hütte ist es logistisch nicht möglich, alles täglich zu reinigen und auszutauschen. Daher ist gegebenenfalls ein dickerer Schlafsack erforderlich. Mund-Nasen-Masken sind auf allen Hütten Pflicht.

 Hütte mieten

Wenn Du nicht von Hütte zu Hütte wandern möchtest, sondern mehrere Rundwanderungen planst, mit dem gleichen Start- und Zielpunkt, dann kannst Du Dir auch eine eigene, urige Hütte mieten. Mit Familie oder Freunden ist es gleich doppelt schön, ein paar Tage in einer abgelegenen Hütte zu bleiben und die Abende nach einer ausgiebigen Wanderung, in der gemütlichen Wohnstube zu verbringen. Wie so ein privates Hüttenwochenende in den Bergen aussehen kann, zeigen wir Dir hier: Hüttenwochenende Saalbach Hinterglemm.

 Kleidung

Die richtige Kleidung ist auf einer Hüttenwanderung mindestens so wichtig wie der Rucksack. Nicht zuletzt, weil sich die Wahl und Menge der Kleidung später beim Gewicht des Rucksacks bemerkbar macht. Bei einer mehrtägigen Hüttentour, solltest Du atmungsaktive und schnelltrocknende Sport- und Trekkingbekleidung nutzen, um zwischen den wechselnden An- und Abstiegen nicht durch verschwitzte Kleidung auszukühlen. Stark verschwitze Kleidung solltest Du daher bereits unterwegs wechseln. Auf normale Baumwollshirts kannst Du verzichten, denn sie transportieren Feuchtigkeit nur schlecht vom Körper weg und riechen schnell nach Schweiß. Auch das Wetter kann in den Bergen zügig umschlagen und Wechselkleidung erfordern. Das heißt aber nicht, dass Du Unmengen einpacken musst, im Gegenteil. Auf den Schutzhütten befinden sich Trockenräume, die speziell zur Trocknung von Schuhen und durchnässter Kleidung gedacht sind, außerdem hast Du dort Gelegenheit, Deine Wäsche zumindest von Hand auszuwaschen. Wie viel Kleidung Du also mitnimmst, hängt letzten Endes von mehreren Faktoren ab: Wie lange bist Du unterwegs? Wie schwer darf Dein Rucksack sein? Wie "sauber und frisch" willst Du unterwegs sein? Tipp - Duschen kannst Du auf den meisten Hütten und wenn Deine Sachen nicht zum Himmel stinken, dann reicht lüften oder eine kurze Handwäsche aus und Du kannst sie einfach nochmal tragen. 

 Wanderschuhe

Die richtigen Schuhe sind das A und O. Deine Wanderschuhe sollten knöchelhoch sein, um Dir im Gelände guten Halt zu bieten. Außerdem sollten sie wasserdicht sein, damit Du in den verschneiten Regionen der Alpen trockene Füße behältst. Beim Kauf musst Du sie unbedingt mit Wandersocken anprobieren und ausgiebig Testtragen. Bevor Du dann damit in den richtigen Wanderurlaub fährst, ist es wichtig, die Schuhe vorab auf heimischen Wanderungen einzulaufen, um schmerzende Füße und Blasenbildung auf einer mehrtägigen Hüttenwanderung zu vermeiden.

 Wanderrucksack

Den Wanderrucksack solltest Du schon vor der Wanderung an Deinen Rücken anpassen und ausgiebig Probe tragen, um Verspannungen an Nacken, Schultern und Rücken zu vermeiden. Unterwegs wirst Du Dich über jedes Kilo weniger freuen, alles was Du wirklich für Deine Hüttenwanderung brauchst, findest Du in unserer Packliste für Oberstdorf. Da Dein Rucksack auf all Deinen Reisen ein treuer Begleiter sein sollte, haben auch wir uns die Frage nach dem optimalen Rucksack gestellt, der nicht nur beim Wandern zum Einsatz kommt, sondern auch beim Backpacking. Alles wichtige rund um den richtigen Rucksack, worauf Du achten musst und gute Tipps fürs Packen, findest Du hier: Der richtige Rucksack. Wie groß der Rucksack sein darf, hängt davon ab wie lange und wo Du unterwegs bist. Für eine einfache, mehrtägige Hüttenwanderung reicht ein Volumen von 50 Litern in der Regel absolut aus.

 Gewicht

Das Gewicht ist abhängig davon, welche Art von Tour Du machst und wie lange Du unterwegs bist. Die Empfehlung für eine mehrtägige Hüttenwanderung liegt bei etwa acht bis maximal zwölf Kilogramm Packgewicht. TIPP - Versuche unbedingt die acht Kilogramm als Richtwert zu nutzen. In den Bergen bist Du froh, um jedes unnötige Gramm weniger, dass Du mit Dir herumtragen musst. Wenn Du Deinen Rucksack gepackt hast und er Dir schon beim ersten Anheben zu schwer erscheint, dann schnell nochmal ran die Packliste und überlegen, was weg kann. Ebenfalls ratsam ist es, mit dem gepackten Rucksack eine Probewanderung zu unternehmen. Den Rucksack nur einmal hochzuheben ist etwas ganz anderes, als damit stundenlang durchs Gelände zu laufen.

 Unterwegs

Die gängigen Routen sind ausreichend gut markiert, in der Regel mit rot-weiß-roten Kennzeichnungen an Felsen entlang der Strecke. Dennoch solltest Du zusätzlich Kartenmaterial dabei haben, um Dich unterwegs orientieren zu können. Entweder ganz klassisch in Papierform oder als GPS-Track auf dem Smartphone. Bei letzterem solltest Du jedoch darauf achten, dass Du die Kartendaten auch offline nutzen kannst. Mittlerweile ist das gängige Praxis und auch einfach praktisch, da die GPS Verfolgung am Handy mittlerweile sehr gut ist und die eigene Wanderung so in Echtzeit mit der vorgegebenen Route abgeglichen werden kann. Denke auch daran Müllbeutel einzupacken, denn Dein Abfall hat in den Bergen nichts zu suchen und genauso wenig auf den Schutzhütten. 

 Hilfesignal

Wenn Du selbst oder jemand anderes in eine Notlage gerät, muss zunächst erste Hilfe geleistet und falls Handyempfang besteht, umgehend die Bergrettung verständigt werden. Wenn das nicht möglich ist, kann das "Alpine Notsignal" in regelmäßigen Abständen mehrmals pro Minute abgegeben werden:

Hüttenwanderung Oberstdorf Route

  • Wanderroute gesamt: 33 Kilometer
  • Wanderzeit: 19 Stunden mit Pausen
  • Aufstieg: 1626m
  • Abstieg: 2483m
  • Fiderepasshütte 2067m
  • Mindelheimer Hütte 2058m
  • Rappenseehütte 2091m

Unsere Hüttenwanderung führte uns über 33 Kilometer und in rund 19 Stunden durch die schönen Allgäuer Hochalpen. Wir haben uns für eine viertägige Hüttenwanderung entschieden, von Mittwoch bis Samstag mit je einem halben Tag An- bzw. Abreise. Unser Startpunkt war die Fellhornbahn im Birgsautal, Oberstdorf. Von dort aus führten uns vier sehr schöne Etappen über einen aussichtsreichen Rundweg. Von der Fellhornbahn Mittelstation in Richtung Fiderepasshütte, von der Fiderepasshütte zur Mindelheimer Hütte und von dort aus weiter zur Rappenseehütte. An Tag vier folgte dann der lange Abstieg ins Tal und zurück zur Fellhornbahn. Die vollständige Route der Hüttenwanderung Oberstdorf mit allen GPS-Daten findest Du auch auf Outdooractive.com:

Hüttenwanderung Oberstdorf Wanderroute 3 Tage
Hüttenwanderung Oberstdorf Route

Aufstieg zur Fiderepasshütte

An der Talstation Fellhornbahn befindet sich ein großer Parkplatz. Die Parkgebühr beträgt vier Euro pro Tag und für 21,50 € erhält man dort ein Ticket für die Fellhornbahn, die vom Birgsautal in Oberstdorf zum Fellhorn auf 1967 Meter führt. Von der Mittelstation aus, führt eine etwa dreieinhalbstündige Wanderung hinauf zur "Fiderepasshütte". Die Hütten sind allesamt gut ausgeschildert und die Wanderwege in regelmäßigen Abständen markiert. Über die Roßgundalpe führt ein schmaler aber gut begehbarer Weg zur Kuhgundalpe. Von dort aus folgt eine lange Passage durch unwegsames Geröll. Aufgrund der Schneefälle der vorherigen Tage, gestaltete sich die letzte Etappe etwas schwieriger. Die schmalen Serpentinen zur Hütte waren durch den Schnee und den matschigen Untergrund glatt und rutschig, weshalb wir nur langsam voran kamen.

Die Fiderepasshütte liegt auf 2067m und bietet ein Matratzen Lager mit einzelnen Nischen, in denen auf zwei Ebenen je vier Schlafplätze zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es eine Einzeldusche, deren Nutzung einen Euro pro Minute kostet sowie einen Trockenraum für die Wanderkleidung und -schuhe. Der Sonnenuntergang über den Bergen lässt sich am besten von der anliegenden Terrasse aus genießen, die Übernachtung wird gleich nach Ankunft bar gezahlt. Im Wirtsraum wird deftiges und leckeres Essen serviert und im Anschluss kann man dort in gemütlicher Runde bei Getränken und Gesellschaftsspielen zusammen sitzen. Frühstück gibt es von 7 Uhr bis 8 Uhr. Wie auf allen Hütten unserer Tour, konnten wir zwischen einem großen und  einem kleinen Frühstück wählen. Ersteres beinhaltet neben Brot, Butter und Marmelade noch zusätzlich Wurst und Käse. Als dritte Möglichkeit wurde überall ein großes Müsli mit Milch angeboten.

Hüttenwanderung Oberstdorf
Blick von der Fiderepasshütte

Panoramaweg zur Mindelheimer Hütte

Die etwa vierstündige Wanderung zur Mindelheimer Hütte startet mit dem Anstieg über enge Serpentinen hinauf zur Fiderescharte, die den Übergang vom Fiderepass ins Rappenalptal bildet. Die Überquerung bietet eine überragende Aussicht und ist der Startpunkt zu einem längeren, etwas unwegsamen Abstieg zum Krumbacher Höhenweg, welcher durch eine tolle Panoramawanderung zur Mindelheimer Hütte punktet. Alternativ kann man witterungsabhängig den Mindelheimer Klettersteig wählen, für den allerdings Erfahrung und Klettersteig Ausrüstung erforderlich sind.

Die Mindelheimer Hütte liegt auf 2058 Metern und hat mehrere Zimmer mit Matratzen Lagern verschiedener Größe. Die Dusche für einen Euro pro Minute und der Trockenraum liegen im Nebengebäude. Zudem verfügt die Hütte über eine große Terrasse, mit schönem Blick auf den Sonnenuntergang. Von der Mindelheimer Hütte aus führt ein Trampelpfad hinauf zum Kemptner Kopf. Das letzte Stück des Anstiegs ist schneebedeckt nur schwer begehbar, doch bereits von der Scharte aus wird ein umwerfender Ausblick ins gegenüberliegende Tal geboten.

Wanderung zur Rappenseehütte

Von der Mindelheimer Hütte aus führt ein langer Abstieg zur Speicher-Hütte auf ca. 1480m. Der Weg ist unwegsam und steil und erfordert Geduld und Aufmerksamkeit bei der Begehung. Im Tal angekommen geht es gleich wieder auf der gegenüberliegenden Seite bergauf. Über den Schrofenpass führt ein Weg vorbei an der Schloßwand über die Obere Biber-Alpe und die Schaf-Alpe hinauf zur Rappenseehütte auf 2091 Metern. Die Strecke punktet immer wieder mit fantastischen Ausblicken und aufregenden Abschnitten entlang von Steilhängen. Anstrengende Etappen und entspannte Wanderabschnitte wechseln sich ab und unterwegs trifft man auf die ein oder andere Murmeltiergruppe. Der Almabtrieb fand leider bereits eine Woche vor unserem Besuch statt, wenn die Möglichkeit besteht, sollte man sich dieses Ereignis aber nicht entgehen lassen.

Die letzte Etappe der etwa siebenstündigen Wanderung zur Rappenseehütte hat es dann nochmal in sich. Steile Serpentinen führen hoch zur Hütte und sorgen dafür, dass man sich zum Schluss nochmal so richtig schön auspowern kann. Die Anmeldung auf der Hütte ist stündlich möglich, dabei erfolgt auch die Vergabe der Schlafplätze mit Wahl zwischen dem großen Matratzenlager oder Betten Lagern, mit verschieden großen Mehrbettzimmern. Für die Dusche im Nebengebäude sind Duschmarken erhältlich, für drei Euro pro drei Minuten. Der Trockenraum befindet sich im Keller des Hauptgebäudes und der große Wirtsraum liegt im Erdgeschoss, mit anliegender Terrasse und bestem Blick auf den Sonnenuntergang. Wie auf allen Hütten unserer Bergtour, konnten wir auch auf der Rappenseehütte ein sehr gutes Abendessen in netter Runde genießen.

Hüttenwanderung Oberstdorf
Hüttenwanderung Oberstdorf

Abstieg ins Tal

Der etwa fünfstündige Abstieg ins Tal führt vorbei an der Enzianhütte und über die Petersalpe durch den Wald hinab in Richtung Einödsbach. Von dort aus führt der Weg ins Birgsau, von wo aus Busse zurück zur Fellhornbahn fahren. Bei gutem Wetter lassen sich die restlichen zwei Kilometer aber auch gemütlich zu Fuß zurücklegen. Mit weichen Knien vom Abstieg, einem kleinen Muskelkater und tollen Eindrücken, machten wir uns schließlich wieder auf den langen Heimweg.

Mehrtägige Hüttenwanderung Oberstdorf