Hüttenwanderung Oberstdorf

Hüttenwanderung Oberstdorf

The best view comes after the hardest climb

Hoch oben ankommen, müde und erschöpft nach einem anstrengenden Aufstieg. Ein manchmal etwas mühsamer und holpriger Fußmarsch, vorbei an steilen Abhängen, tiefen Schluchten und dichten Wäldern. So hast Du Höhenmeter um Höhenmeter gemacht, bis Du Dein Ziel erreicht hast und dann? Die beste Belohnung, die Du Dir in diesem Moment wünschen kannst - Eine umwerfende und wunderschöne Aussicht, mit nichts vergleichbar. Den Blick in die Weite gerichtet, Freiheit und Ruhe genießen und wissen, wofür jeder einzelne Schritt es wert war - das ist das Schöne am Wandern in den Bergen.

Du wirst gefordert und kommst an Deine Grenzen, doch hinter jedem Felsvorsprung warten neue Überraschungen. War der Weg gerade noch gut begehbar, hangelst Du Dich im nächsten Moment schon an einer Felswand entlang, den steilen Abhang zu Deinen Füßen. Doch die Anstrengung weicht der Freude über die tolle Aussicht und die schöne Natur. All das wird nur noch übertroffen durch das Erreichen des Gipfels und dem gemütlichen Beisammensein in einer der urigen Schutzhütten. Wer die Natur und das Wandern liebt, für den ist eine Hüttenwanderung in den Alpen genau das Richtige.


Hüttenwanderung Oberstdorf Tipps

1. Oberstdorf - Info

  • Bundesland: Bayern
  • Landkreis: Oberallgäu
  • Fläche: ca. 230km²
  • Einwohner: ca. 10.000
  • KFZ-Kennzeichen: OA

2.  Hüttenwanderung in Oberstdorf

Unsere Wanderung ging über vier Tage, Mitte September 2017. Die beste Zeit für eine Hüttenwanderung in der Nähe von Oberstdorf ist grundsätzlich von Mai bis September, da dann angenehme und milde Temperaturen herrschen und es in der Regel nur wenig Niederschlag gibt. Am sinnvollsten ist es, die Wanderung vor oder nach den Sommerferien in Bayern und Baden Württemberg zu machen. Zudem sind an den Wochenenden die Wanderwege und Hütten deutlich voller, wenn möglich solltest Du die Tour also unter der Woche planen.

3.  Tagestour oder Mehrtagestour?

Eine Hüttentour kann auch schon für einen Tag lohnenswert sein. Früh morgens bei aufsteigender Sonne aufbrechen, mittags mit einer deftigen Brotzeit und einer kühlen Erfrischung auf einer der Schutzhütten Stärkung finden und anschließend in der Nachmittagssonne wieder entspannt den Abstieg genießen. Besser aber noch, wenn Du Dir für Deine Hüttenwanderung mehrere Tage Zeit nehmen kannst. Nichts ist entspannender als der Sonne zu folgen, während sie früh morgens hinter den Bergen aufsteigt und nach einem langen Wandertag wieder still hinter ihnen untergeht. Einfach für einige Tage vollkommen abschalten, ohne Alltagsstress, Internet und Handyempfang und sich voll und ganz auf die Natur konzentrieren. Besser geht's doch nicht, oder?

4.  Die Schutzhütten in den Alpen

Die Schutzhütten stehen grundsätzlich allen Wanderern offen und die Benutzung ist nicht an eine Mitgliedschaft in einem Verein gebunden. Allerdings bieten diese Mitgliedschaften oft Vergünstigungen auf den Hütten an. Die Hütten verfügen über Mehrbettzimmer mit Etagenbetten und große Schlafsäle, bzw. Bettenlager. Die Benutzung ist nur mit Hüttenschlafsack erlaubt, welche im Zweifelsfall auch gegen Aufpreis auf den Hütten erhältlich sind. Die Schutzhütten sind in vier unterschiedliche Kategorien aufgeteilt:

Kategorie 1:

  • schlichte Ausstattung
  • keine oder einfache Verköstigung
  • Erreichbarkeit in der Regel nur zu Fuß

Kategorie 2:

  • meist ganzjährig bewirtschaftet
  • bessere Ausstattung und Verköstigung

Kategorie 3:

  • besonders auf Tagestouren ausgerichtet
  • oft auch per Auto erreichbar
  • gute Ausstattung und Verköstigung

Kategorie 4:

  • besonders auf Tagestouren ausgerichtet
  • Berggasthäuser, einfach zu erreichen
  • durchgehend bewirtschaftet, Restaurantbetrieb

An den Wochenenden und in der Ferienzeit sind die Schutzhütten schnell ausgebucht, auch im September war noch viel los und je später Du auf den Hütten ankommst, umso knapper wird es mit den Betten. Wenn Du in einer Gruppe unterwegs bist oder auf Nummer Sicher gehen willst, kannst Du die Betten auf den Hütten auch einige Tage vorab reservieren. Auf den meisten Hütten ist zudem nur Barzahlung möglich.

5.  Hüttenregeln

Auf den Schutzhütten gelten folgende allgemeine Regeln:

  • Nachtruhe um 22 Uhr
  • Übernachtung nur mit Hüttenschlafsack
  • Verzehr eigener Speisen/Getränke auf Hütten der Kategorie 1 + 2 erlaubt
  • Verzehr von selbst mitgebrachtem Alkohol ist auf allen Hütten untersagt
  • ein freundliches Miteinander ist Grundvoraussetzung

6.  Das Wetter in den Bergen

Du solltest den Termin Deiner Wanderung besser kurzfristig planen. Das Wetter ist in den Bergen sehr wechselhaft und nur auf kurze Zeit vorauszusagen. Regen oder Schneefall können dort oft unerwartet und plötzlich auftreten und unangenehm sowie gefährlich werden.

7.  Die Etappen einer Hüttentour

Die Etappenlängen solltest Du an die eigene Fitness anpassen. Entscheidend ist dabei die Kombination aus Höhenmetern und der Gesamtstrecke. Außerdem musst Du unbedingt alle Etappen auf ihre Anforderungen prüfen, so können z.B. Klettersteige eventuell eine Kletterausrüstung voraussetzen. Generell wichtig und unverzichtbar für eine Hüttenwanderung sind aber Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Unsere gewählte Route ist für Einsteiger geeignet und konditionell anspruchsvoll aber absolut machbar. Der Mindelheimer Klettersteig war auf unserer Wanderung aufgrund der Schneefälle der vorangegangenen Tage gesperrt, weshalb wir alternativ den schönen Panoramaweg zur Mindelheimer Hütte wählten.

8.  Ein Wandertipp für Oberstdorf

Für Neueinsteiger sind zwei- oder dreitägige Touren ideal um sich mal kräftig auszupowern aber dabei nicht den Spaß daran zu verlieren. Die ungewohnte Höhenluft wird Dich zudem schneller aus der Puste bringen, daher solltest Du atmungsaktive Sportkleidung tragen, um nicht zwischen den wechselnden An- und Abstiegen durch verschwitzte Kleidung auszukühlen.

9.  Die richtigen Wanderschuhe

Die richtigen Schuhe sind das A und O. Deine Wanderschuhe sollten möglichst knöchelhoch sein, um Dir im Gelände guten Halt zu bieten. Außerdem sollten sie wasserdicht sein, damit Du in den verschneiten Regionen der Alpen trockene Füße behältst. Beim Kauf musst Du sie unbedingt mit Wandersocken anprobieren und möglichst lange Testtragen. Bevor Du dann damit in den richtigen Wanderurlaub fährst, empfiehlt es sich zudem die Schuhe vorab auf heimischen Wanderungen etwas einzulaufen, um schmerzende Füße auf der mehrtägigen Wanderung zu vermeiden.

10.  Der Wanderrucksack

Den Wanderrucksack solltest Du schon vor der Wanderung an Deinen Rücken anpassen und nach Möglichkeit leicht packen um Verspannungen an Nacken, Schultern und Rücken zu vermeiden. Unterwegs wirst Du Dich über jedes Kilo weniger freuen. Alles was Du für Deine Hüttenwanderung brauchst, findest Du in unserer Packliste für Oberstdorf.

11.  Unterwegs auf der Hüttenwanderung

Du solltest Dir vorsichtshalber ein Durchfallmittel einpacken. Durch die körperliche Anstrengung und die ungewohnten Höhenlagen sowie das teils deftige Essen, kann Dein Magen schnell mal rebellieren. Magnesium für die Muskulatur, sowie ein Sportgel können unterwegs ebenfalls hilfreich sein.

12.  Hilfesignal im Notfall

Wenn Du selbst oder jemand anderes in eine Notlage gerät, muss zunächst erste Hilfe geleistet und falls Handyempfang besteht, umgehend die Bergrettung verständigt werden. Wenn dies nicht möglich ist, kann das "Alpine Notsignal" in regelmäßigen Abtänden mehrmals pro Minute abgegeben werden:


Hüttenwanderung Oberstdorf Route

  • Wanderroute: 33 Kilometer
  • Wanderzeit: 20 Stunden

Unsere Hüttenwanderung führte uns über 33 Kilometer und in rund 20 Stunden durch die schönen Alpen. Wir haben uns für eine viertägige Hüttenwanderung entschieden. Von Mittwoch bis Samstag mit je einem halben Tag An- bzw. Abreise. Unser Startpunkt war die Fellhornbahn im Birgsautal, Oberstdorf. Von dort aus führten uns vier sehr schöne Etappen über einen aussichtsreichen Rundweg. Von der Fellhornbahn Mittelstation in Richtung Fiderepasshütte, von der Fiderepasshütte zur Mindelheimer Hütte und von dort aus weiter zur Rappenseehütte. An Tag vier folgte dann der lange Abstieg ins Tal und zurück zur Fellhornbahn. Die vollständige Route der Hüttenwanderung Oberstdorf mit allen GPS-Daten findest Du auch auf Outdooractive.com:

Hüttenwanderung Oberstdorf Wanderroute
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