Hüttenwanderung Oberstdorf - Route und Tipps

Hüttenwanderung Oberstdorf Route und Tipps
Mehrtägige Hüttenwanderung Oberstdorf

Mehrtägige Wanderung in den Alpen

Den Blick in die Weite gerichtet, Freiheit und Ruhe genießen und wissen, dass jeder Schritt es wert war. Das ist das Schöne am Wandern in den Bergen. Du wirst gefordert und kommst an Deine Grenzen, doch hinter jedem Felsvorsprung warten neue Überraschungen. War der Weg gerade noch gut begehbar, hangelst Du Dich im nächsten Moment an einer Felswand entlang, den steilen Abhang zu Deinen Füßen. Die Anstrengung weicht der Freude über die tolle Aussicht und der Höhepunkt ist das Erreichen des Gipfels und das gemütliche Beisammensein in einer urigen Schutzhütte. Wenn Du die Natur und das Wandern liebst, ist eine mehrtägige Hüttenwanderung in den Alpen genau das Richtige für Dich.


Tipps für die Hüttenwanderung

Das Wandern wird immer beliebter, auch bei der jüngeren Generation. Den Einstieg machen Tagestouren, auf denen Du Deine Grenzen bei Streckenlänge und Höhenkilometern austesten kannst. Besonders in den Bergen ist das Wandern eine wahre Freude und die Belohnung auf den Hütten, in Form einer deftigen Brotzeit, ist der Höhepunkt nach einem anstrengendem Aufstieg. Doch meist folgt dann leider schon wieder der Weg ins Tal. Weshalb also nicht einfach oben auf der Hütte bleiben und am nächsten Morgen, bei aufgehender Sonne gleich weiter ziehen? Ein einzigartiges Erlebnis, dass das Wandern in den Bergen so unvergleichbar macht. Vor der ersten mehrtägigen Hüttenwanderung kommen viele Fragen auf. Das geht von der Packliste, über Etappenplanung bis zu den Schutzhütten und vielem mehr. Wir geben Dir Starthilfe für Deine erste Hüttentour, mit hilfreichen Tipps zur Vorbereitung und der Wanderung.

Die wichtigsten Infos zu Oberstdorf

  • Bundesland: Bayern
  • Landkreis: Oberallgäu
  • Fläche: ca. 230km²
  • Einwohner: ca. 10.000
  • KFZ-Kennzeichen: OA

Mehrtägige Hüttenwanderung in Oberstdorf

Unsere Wanderung verlief über vier Tage, Mitte September 2017. Die beste Zeit für eine Hüttenwanderung ist von Mai bis September, bei angenehmen und milden Temperaturen und in der Regel nur wenig Niederschlag. Es ist sinnvoll, die Wanderung vor oder nach den Sommerferien im Zielort und den angrenzenden Bundesländern zu planen. Auch am Wochenende sind Wanderwege und Hütten deutlich voller. TIPP - Plane die Hüttenwanderung im Spätsommer oder Frühherbst. Die Hütten sind dann nicht so voll und die Pässe, je nach Region, noch überwiegend schneefrei.

•  Tages- oder Mehrtagestour?

Eine Hüttentour lohnt sich auch schon für einen Tag. Früh morgens mit der aufsteigenden Sonne aufbrechen, mittags bei einer deftigen Brotzeit auf einer der Schutzhütten Stärkung finden und anschließend wieder entspannt den Abstieg genießen. Besser aber, wenn Du für Deine Hüttenwanderung mehrere Tage Zeit hast. Du kannst in Ruhe durch die Berge ziehen und abends das Alpenglühen vor einer urigen Hütte genießen. Einfach dort oben bleiben, ohne wieder ins Tal absteigen zu müssen und ein paar Tage abschalten. Du kannst Dich voll und ganz auf die Natur konzentrieren. Für Neueinsteiger sind zwei- oder dreitägige Touren ideal, um sich mal auszuprobieren und nicht den Spaß an der Sache zu verlieren.

Das Wetter in den Bergen

Du solltest beim genauen Termin Deiner Hüttenwanderung flexibel bleiben. Das Wetter ist in den Bergen sehr wechselhaft und nur auf kurze Zeit vorherzusagen. Regen oder Schneefall treten oft unerwartet und plötzlich auf und können unangenehm und gefährlich werden. Daher solltest Du die Wetterprognosen nicht nur vor Deiner Tour sondern auch währenddessen immer im Blick haben und die Etappen entsprechend anpassen.

Die Etappen Deiner Hüttentour

An die Etappenlängen musst Du Dich herantasten, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Auch wenn Du im Flachland 20 Kilometer schaffst, solltest Du Dich in den Bergen erst mal an ein paar Kilometern weniger versuchen. Vor allem darfst Du die zusätzlichen Höhenmeter nicht unterschätzen, die sich aus den wechselnden Auf- und Abstiegen zusammensetzen. Taste Dich auch hier langsam heran, um abschätzen zu können, wie Du damit zurecht kommst. 700 bis 800 Höhenmeter reichen schon für weiche Knie und am nächsten Tag soll es schließlich in alter Frische weitergehen. WICHTIG - Wenn Du in einer Gruppe unterwegs bist, müssen sich Länge und Schwierigkeit der Etappen nach dem schwächsten Mitglied richten. TIPP - Tagestouren eignen sich am besten, um verschiedene  Etappenlängen und Höhenmeter auszutesten. Du solltest Dich vor einer mehrtägigen Wanderung frühzeitig vorbereiten. Plane verschieden lange Wanderungen mit unterschiedlichem Anspruch bereits einige Monate vorab regelmäßig in Deine Freizeitgestaltung mit ein. 

•  Anforderungen der Einzeletappen

Du musst die Etappen der Hüttenwanderung vorab auf ihre Anforderungen prüfen. Klettersteige z.B. können eine Ausrüstung und Erfahrung voraussetzen. Wichtig und unverzichtbar für eine Hüttentour in den Alpen sind generell Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Die Routen sind in der Regel farblich kategorisiert:  blau = einfach  rot = mittel  schwarz = schwer. Die genauen Definitionen kannst Du auf der Website des DAV nachlesen. Unsere Oberstdorf Route ist für Einsteiger geeignet und konditionell mäßig anspruchsvoll. Wir wählten den schönen Panoramaweg zur Mindelheimer Hütte. Alternativ gibt es den Mindelheimer Klettersteig, der allerdings Mitte September aufgrund von Schneefällen bereits gesperrt war. Er gehört zu den bekanntesten  Klettersteigen in den Allgäuer Alpen und ist zur Hauptsaison entsprechend stark besucht. Mit seinem Schwierigkeitsgrad ist er nicht für Klettersteiganfänger ohne alpine Erfahrung geeignet und eine Klettersteigausrüstung ist ebenfalls erforderlich.

•  Die Wanderzeiten planen

Viele Wanderer sind schon früh auf den Beinen. Ab sechs Uhr morgens lichten sich die Reihen auf den Hütten und nach dem Frühstück sind alle wieder unterwegs. Der Großteil zieht etwas gemächlicher los, wenn Du unterwegs aber lieber für Dich bist, solltest Du zur früheren Truppe gehören. Das hat den weiteren Vorteil, dass Du mehr Zeit für die Tageswanderung hast. Du kannst die Pausen genießen und erreichst rechtzeitig die nächste Hütte. Die Tagesetappen Deiner Hüttenwanderung sollten nicht länger als sechs bis acht Stunden inklusive Rast sein. Die Pausen dehnen sich bei schönem Wetter und einer tollen Aussicht schnell aus aber Du solltest unbedingt vor Einbruch der Dunkelheit die nächste Hütte erreichen. Die Ankunft gegen 16 Uhr ist ein guter Richtwert. Auf einigen Hütten, vor allem in der Schweiz, gibt es feste Essenszeiten für alle. Erkundige Dich vorab, um die Mahlzeiten nicht zu verpassen. 

•  Die richtige Wanderroute

Neben Kondition und Anspruch sind auch andere Dinge entscheidend, bei der Wahl der richtigen Route. Soll die Wanderung mit oder ohne Bergführer sein? Soll eine Verkürzung optional möglich sein? Ist die Route für die ganze Familie geeignet, wenn Du mit Kindern oder mit Hund wandern möchtest? Sind Tiere auf den Hütten erlaubt? Willst Du eine gemütliche Wanderung oder eine sportliche Herausforderung? Die Liste lässt sich noch lange weiterführen, richtet sich aber letzten Endes nur nach Dir und Deinen persönlichen Bedürfnissen.

Die Vorbereitung für eine mehrtägige Wanderung

Eine Tageswanderung kannst Du auch mit wenig Vorbereitung meistern. Fehlende Kondition, die falschen Schuhe oder ungünstige Kleidung, das alles verzeiht Dir eine kürzere Tour. Bei einer mehrtägigen Hüttenwanderung sieht das schon anders aus. Das Abenteuer unvorbereitet zu wagen, kann Dir wirklich Probleme bereiten und zu einem frühzeitigen Abbruch führen. Beachte daher Folgendes vorab:

  • Route mit Schutzhütten planen
  • frühzeitig Kondition trainieren
  • Wanderschuhe vorab einlaufen
  • gepackten Rucksack Testtragen
  • mit Ausrüstung vertraut machen

Ordnung im Rucksack halten

Auf einer Hüttenwanderung in den Bergen solltest Du alles Wichtige griffbereit haben, denn nichts ist nerviger als etwas zu suchen und dafür den ganzen Rucksack durchwühlen zu müssen. Es ist also entscheidend, Ordnung zu halten. Besonders praktisch sind Rucksäcke mit guter Zugänglichkeit zum Hauptfach und mehreren, separaten Nebenfächern. So kannst Du Deinen Rucksack sinnvoll packen und alles nach Häufigkeit des Gebrauchs verstauen. Trinkflasche, Regenjacke, Snacks etc. sollten mit einem Griff erreichbar sein. Hausschuhe, Jogginghose etc., was Du nur auf der Hütte brauchst, hat seinen Platz im großen Hauptfach.

Wanderstöcke nutzen

Wanderstöcke helfen beim Aufstieg durch bessere Kraftverteilung, bieten Dir mehr Halt im Gelände und sorgen wiederum für einen sicheren und angenehmen Abstieg. Durch die Gewichtsverteilung steigst Du gleichmäßiger ab und schonst Deine Knie. Zudem sind sie leicht und schnell an den Gepäckschlaufen des Rucksacks befestigt, wenn Du sie mal nicht brauchst. Achte bei der Höheneinstellung darauf, dass die Ellbogen im 90 Grad Winkel liegen. Die meisten Teleskop Stöcke werden auf die passende Länge geschoben und anschließend mit einem Klemmverschluss gesichert. Sie geben jedoch im Lauf der Zeit gerne nach. Weniger verbreitet ist das Druckknopfsystem, wie es auch bei Gehhilfen eingesetzt wird. Ein Metallknopf wird in den Schacht gedrückt und rastet an einer der vorgegebenen Öffnungen wieder ein. So lässt sich die Länge zwar nicht zentimetergenau einstellen aber die Position ist fix und kann sich nicht von selbst lösen.

Die Schutzhütten in den Alpen

WICHTIG - Auf vielen Hütten ist nur Barzahlung möglich. Bei Ankunft meldest Du Dich an und bekommst einen Schlafplatz zugewiesen. Im Matratzenlager ist dieser meist frei wählbar. Die Bezahlung erfolgt gleich bei Anmeldung. Speisen und Getränke werden klassisch auf einem 'Deckel' gesammelt und noch am gleichen Abend oder am nächsten Morgen bei Abreise beglichen. Die Schutzhütten besitzen mindestens einen größeren Schlafsaal, gegebenenfalls noch zusätzliche, kleinere Mehrbettzimmer, einen Trockenraum, in der Regel einen Waschraum mit Toiletten und einen urigen Wirtsraum, in dem gegessen und in gemütlicher Runde zusammengesessen, geplaudert und gespielt wird. Die wichtigsten Infos zu den Hütten auf unserer Wanderung findest Du hier: Schutzhütten Oberstdorf

Auf den Hütten trägst Du Dich in ein Hüttenbuch ein, mit Namen und nächstem Wanderziel. Das dient Deiner eigenen Sicherheit, denn im Notfall kann so nachvollzogen werden, auf welchen Weg sich ein vermisster Wanderer gemacht hat. Die Schutzhütten stehen allen Wanderern offen und die Benutzung ist nicht an eine Vereinsmitgliedschaft gebunden. Allerdings bieten diese oft Vergünstigungen beim Essen und den Bettenlagern an. Die Benutzung der Schlaflager ist nur mit Hüttenschlafsack erlaubt, welche im Zweifelsfall auch gegen Aufpreis auf den Hütten erhältlich sind. Schutzhütten sind keine Wellnesshotels, einige verfügen nicht einmal über Duschen und Handyempfang oder WLAN sind genau so rar wie Steckdosen.

Die Schutzhütten Kategorien

Kategorie 1

•  schlichte Ausstattung
•  keine oder einfache Küche
•  nur zu Fuß erreichbar

Kategorie 2

• meist ganzjährig bewirtschaftet

• bessere Ausstattung und Küche

• erreichbar mit PKW oder Lift

Kategorie 3 + 4

• auf Tagestouristen ausgerichtet

• gute bis sehr gute Ausstattung

• Restaurantbetrieb

• durchgehend bewirtschaftet

• einfache Erreichbarkeit

Selbstversorgerhütten

• nicht bewirtschaftet

• schlichte Ausstattung

• Anmeldung erforderlich

Die Hüttenregeln des DAV

Es gibt einige Hüttenregeln, die jeder Wanderer beachten sollte. Die Hütten sind oft voll und der Platz  begrenzt, da fällt es schwer, zur Ruhe zu kommen. Jeder Wanderer, der nach einem langen Tag auf der Schutzhütte ankommt ist müde, erschöpft und muss am nächsten Morgen wieder früh raus. Gegenseitig Rücksicht zu nehmen ist also die wichtigste Regel, es gibt aber auch noch ein paar weitere, die auf allen Schutzhütten gelten:

  • Nachtruhe um 22 Uhr
  • Übernachtung nur mit Hüttenschlafsack
  • Eigene Speisen und Getränke auf Hütten der Kategorie 1 + 2 (meist) erlaubt
  • Selbst mitgebrachter Alkohol ist untersagt
  • Ein freundliches Miteinander
  • Rücksichtnahme in den Schlafsälen

•  Rücksicht nehmen

Lange Wanderungen machen müde und da viele Wanderer am nächsten Tag zeitig weiterziehen wollen, gehen sie früh schlafen. Bettruhe ist zwar erst ab 22 Uhr aber die gegenseitige Rücksichtnahme ist die wichtigste Regel auf den Schutzhütten. Daher solltest Du Dir abends bereits früh Kulturbeutel und Kleidung für die Nacht rauslegen sowie Wasserflasche, Ohrstöpsel und Schlafmaske. Auch den Hüttenschlafsack breitest Du am besten gleich nach Bettenzuweisung aus. So störst Du später niemanden und kannst Dich leise bettfertig machen. Für die Nacht halte eine kleine Taschen- oder Stirnlampe bereit, die Du auf geringere Helligkeit dimmen kannst, um nicht den ganzen Saal zu erleuchten, wenn Du zur Toilette musst. Auch die Kleidung für den kommenden Tag solltest Du schon abends rauslegen, um morgens niemanden durch das Wühlen im Rucksack zu stören.

Den Trockenraum in den Hütten nutzen

Skifahrern ist er bekannt, der Trockenraum für nasse Schuhe und Kleidung. Ein stinkiger Alptraum für jede Nase aber unverzichtbar, auch auf einer Hüttenwanderung. Die Trockenräume sind beheizt und sorgen dafür, dass Kleidung und Schuhe über Nacht richtig trocknen können und Du Deine Füße am Morgen in kuschlig warme Wanderschuhe stecken kannst. In der Hütte wechselst Du zu Hüttenschuhen, bzw. Hausschuhen. Straßenschuhe sind dort nicht gern gesehen und oft sogar verboten. Du solltest daher unbedingt eigene dabei haben, denn sonst musst Du Dich am Schuhvorrat der Hütte bedienen, in denen schon viele fremde Füße gesteckt haben.

Strom sparen

Steckdosen gibt es auf den Hütten nur wenige, deshalb sollten die Akkus von Handy und Kamera vor der Wanderung voll geladen sein. Das Handy benutzt Du bestenfalls wenig bis gar nicht, Empfang hast Du in den Bergen sowieso kaum und für die Kamera empfehlen sich Ersatzakkus, die ebenfalls vorab voll geladen sein sollten. Eine handliche und leichte Powerbank ist nützlich, wenn es mal knapp wird und keine freie Steckdose zur Verfügung steht.

Reservierung der Schutzhütten

An Wochenenden und in der Ferienzeit sind die Schutzhütten oft ausgebucht, auch im September ist noch viel los und je später Du auf den Hütten ankommst, umso knapper wird es mit den Betten. Wenn Du in einer Gruppe unterwegs bist oder auf Nummer Sicher gehen willst, solltest Du die Betten vorab reservieren. Das geht am einfachsten direkt bei den Hüttenwirten, telefonisch oder über deren Website, wenn vorhanden. Alternativ kannst Du auch beim deutschen Alpenverein (DAV) online einen Schlafplatz reservieren (länderübergreifend). Wenn Du Dir auf einer mehrtägigen Wanderung die Möglichkeit offenhalten möchtest, die Etappen spontan anzupassen, kannst Du auch unterwegs, ein oder zwei Tage vorab bei der Hütte anrufen, um zu reservieren. Da Hüttenwanderungen immer beliebter werden, sind viele Hütten allerdings je nach Region und Jahreszeit schon frühzeitig voll belegt. Eine telefonische Abfrage zur Belegung sollte also bestenfalls bereits vor der Wanderung erfolgen. Die Hütten dürfen bis 90% der Plätze reservieren, der Rest plus Notlager sind für unangemeldete Wanderer vorgesehen.

•  Hüttenreservierung rechtzeitig absagen

WICHTIG - Wenn Du den Schlafplatz doch nicht brauchst, dann gib schnellstmöglich auf der Hütte Bescheid. Das hilft den Hüttenwirten und anderen Wanderern. Viele Hütten geben Uhrzeiten vor, bis wann Du an der Hütte eingetroffen sein musst, andernfalls verfällt die Bettenreservierung. Die Betten sind rar und dürfen nicht unnötig freigehalten werden. Zudem könnte bei Nichterscheinen von einem Unfall ausgegangen werden. Eine unnötige Suchaktion ist nicht nur ärgerlich sondern kann auch teuer werden.

•  Besondere Corona Regeln

Auch wenn das Wandern seit Corona noch beliebter geworden ist, unterliegen die Schutzhütten den gleichen Pandemie Bestimmungen, wie jeder andere Beherbergungsbetrieb auch. Wenn sie überhaupt geöffnet sind, dürfen sie nur wenige Übernachtungsgäste aufnehmen. Wenn Du aktuell eine mehrtägige Hüttenwanderung planst, musst Du unbedingt vorab auf den Hütten anfragen, ob Übernachtungen möglich sind und einen Schlafplatz reservieren. Auch das Hygienekonzept ist von Bedeutung und muss vorab erfragt werden, zwecks Nutzung der Waschräume. Auch Bettwäsche und Bettbezüge sind von der Regelung betroffen. Je nach Lage und Größe der Hütte ist es logistisch nicht möglich, alles täglich zu reinigen und auszutauschen. Daher ist gegebenenfalls ein dickerer Schlafsack erforderlich. Mund-Nasen-Masken sind auf allen Hütten Pflicht.

Eine eigene Berghütte mieten

Wenn Du nicht von Hütte zu Hütte wandern möchtest, sondern mehrere Rundwanderungen planst, mit dem gleichen Start- und Zielpunkt, dann kannst Du Dir auch eine eigene, urige Hütte mieten. Mit Familie oder Freunden ist es gleich doppelt schön, ein paar Tage in einer abgelegenen Hütte zu bleiben und die Abende nach einer ausgiebigen Wanderung, in der gemütlichen Wohnstube zu verbringen. Wie so ein privates Hüttenwochenende in den Bergen aussehen kann, zeigen wir Dir unter Hüttenwochenende Saalbach Hinterglemm.

Die richtige Wanderkleidung

Die richtige Kleidung ist auf einer Hüttentour mindestens so wichtig wie der Rucksack. Nicht zuletzt, weil sie sich später beim Gewicht des Rucksacks bemerkbar macht. Bei einer mehrtägigen Hüttenwanderung, solltest Du atmungsaktive und schnell trocknende Sport- und Trekkingbekleidung nutzen, um zwischen den wechselnden An- und Abstiegen nicht durch verschwitzte Kleidung auszukühlen. Stark verschwitze Kleidung solltest Du schon unterwegs wechseln. Auf normale Baumwollshirts kannst Du verzichten, denn sie transportieren Feuchtigkeit nur schlecht vom Körper weg und riechen schnell unangenehm. Auch das Wetter kann in den Bergen zügig umschlagen und Wechselkleidung erfordern. Das heißt aber nicht, dass Du Unmengen einpacken musst, im Gegenteil. Auf den Schutzhütten befinden sich Trockenräume, die speziell zur Trocknung von Schuhen und durchnässter Kleidung gedacht sind, außerdem hast Du dort Gelegenheit, Deine Wäsche zumindest von Hand auszuwaschen. Wie viel Kleidung Du mitnimmst, hängt letzten Endes von mehreren Faktoren ab: Wie lange bist Du unterwegs? Wie schwer darf Dein Rucksack sein? Wie "sauber und frisch" willst Du unterwegs sein? TIPP - Duschen kannst Du auf den meisten Hütten und wenn Deine Sachen nicht zum Himmel stinken, dann reicht lüften oder eine kurze Handwäsche aus und Du kannst sie mehrmals tragen. 

Die Wanderschuhe sind das A und O

Die richtigen Schuhe sind auf einer mehrtägigen Hüttenwanderung das A und O. Deine Wanderschuhe sollten knöchelhoch sein, um Dir im Gelände guten Halt zu bieten. Außerdem sollten sie wasserdicht sein, damit Du in den verschneiten Regionen der Alpen trockene Füße behältst. Beim Kauf musst Du sie unbedingt mit Wandersocken anprobieren und ausgiebig testtragen. Bevor Du dann damit in den richtigen Wanderurlaub fährst, ist es wichtig, die Schuhe vorab auf heimischen Wanderungen einzulaufen, um schmerzende Füße und Blasenbildung auf einer mehrtägigen Hüttenwanderung zu vermeiden.

Worauf musst Du beim Wanderrucksack achten?

Den Wanderrucksack solltest Du schon vor der Wanderung an Deinen Rücken anpassen und ausgiebig Probe tragen, um Verspannungen an Nacken, Schultern und Rücken zu vermeiden. Unterwegs freust Du Dich über jedes Kilo weniger, alles was Du wirklich für Deine Hüttenwanderung brauchst, findest Du in unserer Packliste für Oberstdorf. Da Dein Rucksack auf all Deinen Reisen ein treuer Begleiter sein sollte, haben auch wir uns die Frage nach dem optimalen Rucksack gestellt, der nicht nur beim Wandern, sondern auch beim Backpacking zum Einsatz kommt. Alles wichtige rund um den richtigen Rucksack, worauf Du achten musst und gute Tipps fürs Packen, findest Du hier: Der richtige Rucksack. Wie groß der Backpack sein darf, hängt davon ab wie lange und wo Du unterwegs bist. Für eine einfache, mehrtägige Hüttenwanderung reicht ein Volumen von 50 Litern in der Regel aus.

•  Auf das Gewicht achten

Das Gewicht ist abhängig davon, welche Art von Tour Du machst und wie lange Du unterwegs bist. Die Empfehlung für eine mehrtägige Hüttenwanderung liegt bei etwa acht bis maximal zwölf Kilogramm Packgewicht. TIPP - Versuche unbedingt die acht Kilogramm als Richtwert zu nutzen. In den Bergen bist Du froh, um jedes unnötige Gramm weniger. Wenn Du Deinen Rucksack gepackt hast und er Dir schon beim ersten Anheben zu schwer erscheint, dann schnell nochmal ran die Packliste und überlegen, was weg kann. Ratsam ist es auch, mit dem gepackten Rucksack eine Probewanderung zu unternehmen. Den Rucksack nur einmal hochzuheben ist etwas ganz anderes, als damit stundenlang durchs Gelände zu laufen.

Kartenmaterial und GPS-Track nutzen

Die gängigen Routen sind gut markiert, meist mit rot-weiß-roten Kennzeichnungen an Felsen entlang der Strecke. Aber Du solltest zusätzlich Kartenmaterial dabei haben, um Dich unterwegs orientieren zu können. Entweder klassisch in Papierform oder als GPS-Track auf dem Smartphone. Bei letzterem solltest Du aber darauf achten, dass Du die Kartendaten auch offline nutzen kannst. Mittlerweile ist das gängige Praxis und auch einfach praktisch, da die GPS Verfolgung am Handy meist sehr gut ist und Du die Wanderung in Echtzeit mit der vorgegebenen Route abgleichen kannst. Denke auch daran Müllbeutel einzupacken, denn Dein Abfall hat in den Bergen nichts zu suchen und genauso wenig auf den Schutzhütten. 

Das Alpine Notsignal und Notrufnummern

Wenn Du selbst oder jemand anderes in eine Notlage gerät, muss zunächst erste Hilfe geleistet und falls Handyempfang besteht, umgehend die Bergrettung verständigt werden. Wenn das nicht möglich ist, kann das Alpine Notsignal in regelmäßigen Abständen mehrmals pro Minute abgegeben werden:

Hüttenwanderung Oberstdorf Route

  • Wanderroute gesamt: 33 Kilometer
  • Wanderzeit: 19 Stunden mit Pausen
  • Aufstieg: 1626m
  • Abstieg: 2483m
  • Fiderepasshütte 2067m
  • Mindelheimer Hütte 2058m
  • Rappenseehütte 2091m

Unsere Hüttenwanderung führte uns über 33 Kilometer und in rund 19 Stunden durch die schönen Allgäuer Hochalpen. Wir haben uns für eine viertägige Hüttenwanderung entschieden, von Mittwoch bis Samstag mit je einem halben Tag An- bzw. Abreise. Start- und Zielpunkt war die Fellhornbahn im Birgsautal, Oberstdorf. Die vollständige Route der Hüttenwanderung Oberstdorf mit allen GPS-Daten findest Du auch auf Outdooractive.com:

Hüttenwanderung Oberstdorf Wanderroute 3 Tage
Hüttenwanderung Oberstdorf Route

Hüttenwanderung Oberstdorf 4 Tage

An der Talstation Fellhornbahn befindet sich ein großer Parkplatz. Die Parkgebühr beträgt vier Euro pro Tag und für 21,50 € erhältst Du dort ein Ticket für die Fellhornbahn, die vom Birgsautal in Oberstdorf zum 'Fellhorn' auf 1967 Meter führt. Von der Mittelstation aus, verläuft eine etwa dreieinhalbstündige Wanderung hinauf zur Fiderepasshütte auf 2067 Metern. Über die 'Roßgundalpe' führt ein schmaler aber gut begehbarer Weg zur 'Kuhgundalpe'. Von dort aus folgt eine lange Passage durch unwegsames Geröll. Bei vorangegangenen Schneefällen, kann sich die letzte Etappe etwas schwieriger gestalten. Die schmalen Serpentinen zur Hütte können durch Schneematsch glatt und rutschig sein, was nur ein langsames Vorankommen ermöglicht.

Hüttenwanderung Oberstdorf Route und Tipps
Blick von der Fiderepasshütte

Panoramawanderung oder Mindelheimer Klettersteig?

Die etwa vierstündige Wanderung zur Mindelheimer Hütte startet mit dem Anstieg über enge Serpentinen hinauf zur 'Fiderescharte', die den Übergang vom 'Fiderepass' ins 'Rappenalptal' bildet. Die Überquerung bietet eine überragende Aussicht und ist der Startpunkt zu einem längeren, etwas unwegsamen Abstieg zum 'Krumbacher Höhenweg', der eine tolle Panoramawanderung zur Mindelheimer Hütte auf 2058 Metern garantiert. Alternativ kannst Du witterungsabhängig den Mindelheimer Klettersteig wählen, für den allerdings Erfahrung und eine Klettersteig Ausrüstung erforderlich sind. Von der Mindelheimer Hütte aus führt ein Trampelpfad hinauf zum "Kemptner Kopf". Das letzte Stück des Anstiegs ist schneebedeckt nur schwer begehbar, doch bereits von der vorliegenden Scharte aus, hast Du einen umwerfenden Ausblick ins gegenüberliegende Tal.

Die lange Wanderung zur Rappenseehütte

Von der Mindelheimer Hütte führt ein Abstieg zur 'Speicher-Hütte' auf ca. 1480 Meter. Der Weg ist unwegsam, steil und erfordert Geduld und Aufmerksamkeit. Im Tal angekommen, geht es auf der gegenüberliegenden Seite wieder bergauf. Über den 'Schrofenpass' führt ein Pfad vorbei an der 'Schloßwand' über die 'Obere Biber-Alpe' und die 'Schaf-Alpe', hinauf zur Rappenseehütte auf 2091 Metern. Die Etappe bietet fantastische Aussichten und aufregende Abschnitte entlang von Steilhängen. Anstrengende und entspannte Wanderabschnitte wechseln sich ab und unterwegs begegnen Dir Murmeltiergruppen. Das letzte Stück der etwa siebenstündigen Wanderung zur Rappenseehütte hat es nochmal in sich. Steile Serpentinen führen hinauf zur Hütte und Du kannst Dich zum Schluss nochmal so richtig auspowern. Der Almabtrieb fand leider bereits eine Woche vor unserer Wanderung statt, wenn die Möglichkeit besteht, solltest Du Dir dieses Ereignis nicht entgehen lassen.

Hüttenwanderung Oberstdorf Route und Tipps
Hüttenwanderung Oberstdorf

Hüttenwanderung Oberstdorf - Der Abstieg ins Tal

Der etwa fünfstündige Abstieg ins Tal führt vorbei an der 'Enzianhütte' und über die 'Petersalpe' durch den Wald hinab in Richtung Einödsbach. Von dort verläuft der Weg ins Birgsau, von wo aus Busse zurück zur Fellhornbahn fahren. Bei gutem Wetter kannst Du die restlichen zwei Kilometer aber auch gemütlich zu Fuß zurücklegen. Mit weichen Knien vom Abstieg, einem kleinen Muskelkater und tollen Eindrücken, machst Du Dich anschließend wieder auf den Heimweg.


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Wir sind Melanie und Frank,

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