Tipps für die Hüttentour und das Wandern in den Alpen

Das Wandern wird immer beliebter, auch bei der jüngeren Generation. Den Einstieg machen Tagestouren, auf denen Du Deine Grenzen bei Streckenlänge und Höhenkilometern austesten kannst. Besonders in den Bergen ist das Wandern eine wahre Freude. Höhepunkt nach einem anstrengendem Aufstieg, ist die Belohnung auf den Hütten, in Form einer deftigen Brotzeit. Weshalb also nicht einfach oben auf der Schutzhütte bleiben und am nächsten Morgen, bei aufgehender Sonne gleich weiter ziehen? Ein einzigartiges Erlebnis, dass das Wandern in den Bergen so unvergleichbar macht. Damit Du gut vorbereitet in die Berge ziehen kannst, verraten wir Dir unsere besten Tipps für eine Hüttentour und das Wandern in den Alpen.

Hüttenwanderung Oberstdorf
Tipps für die Hüttenwanderung Oberstdorf

Tipps für die Hüttenwanderung

Mehrtägige Hüttenwanderung in den Alpen

Die beste Zeit für eine Hüttenwanderung in den Bergen ist von Juni bis September, bei angenehmen und milden Temperaturen und in der Regel nur wenig Niederschlag. Es ist sinnvoll, die Wanderung vor oder nach den Sommerferien im Zielort und den angrenzenden Bundesländern zu planen. Auch am Wochenende sind Wanderwege und Hütten deutlich voller. TIPP - Plane die Hüttenwanderung im Spätsommer oder Frühherbst. Die Hütten sind dann nicht mehr ganz so überfüllt und die Pässe je nach Region noch überwiegend schneefrei.

→  Tages- oder Mehrtagestour?

Eine Hüttentour lohnt sich auch schon für einen Tag. Früh morgens brichst Du mit der aufsteigenden Sonne auf, mittags findest Du bei einer deftigen Brotzeit auf einer der Schutzhütten Stärkung und anschließend kannst Du entspannt den Abstieg genießen. Besser aber, wenn Du für Deine Hüttenwanderung mehrere Tage Zeit hast. Du kannst in Ruhe durch die Berge ziehen und abends das Alpenglühen vor einer urigen Hütte genießen. Einfach dort oben bleiben, ohne wieder ins Tal absteigen zu müssen und ein paar Tage abschalten. Du kannst Dich voll und ganz auf Dich und die Natur konzentrieren. Für Neueinsteiger sind zwei- oder dreitägige Touren ideal, um sich auszuprobieren und nicht den Spaß an der Sache zu verlieren.

Das Wetter in den Bergen

Du solltest bei Deiner Hüttenwanderung möglichst flexibel bleiben. Das Wetter ist in den Bergen wechselhaft und nur auf kurze Zeit vorherzusagen. Regen oder Schneefall treten oft unerwartet und plötzlich auf, was unangenehm und gefährlich werden kann. Daher solltest Du die Wetterprognosen nicht nur vor Deiner Tour sondern auch währenddessen immer im Blick haben und die Etappen entsprechend anpassen.

Die Etappen Deiner Hüttentour

An die Etappenlängen musst Du Dich herantasten, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Auch wenn Du im Flachland 20 Kilometer schaffst, solltest Du Dich in den Bergen erst mal an ein paar Kilometern weniger versuchen. Vor allem sind die Höhenmeter nicht unterschätzen, die sich aus der Summe aller Anstiege zusammensetzen. Taste Dich auch hier langsam heran, um abschätzen zu können wie Du damit zurecht kommst. 700 bis 800 Höhenmeter reichen schon für weiche Knie und am nächsten Tag soll es schließlich in alter Frische weitergehen. ACHTUNG - Wenn Du in einer Gruppe unterwegs bist, müssen sich Länge und Schwierigkeit der Etappen nach dem schwächsten Mitglied richten. Tagestouren eignen sich am besten, um verschiedene Etappenlängen und Höhenmeter auszutesten. Du solltest Dich daher vor einer mehrtägigen Wanderung frühzeitig vorbereiten. Plane verschieden lange Wanderungen mit unterschiedlichem Anspruch bereits einige Monate vorab regelmäßig in Deine Freizeitgestaltung mit ein. 

Kategorien der Bergwanderwege

Du musst die Etappen der Hüttenwanderung vorab auf ihre Anforderungen prüfen. Klettersteige z.B. können eine Ausrüstung und Erfahrung voraussetzen. Wichtig und unverzichtbar für eine Hüttentour in den Alpen sind generell Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Die Bergwanderwege sind in der Regel farblich kategorisiert:

  • blau = einfach
  • rot = mittel
  • schwarz = schwer

Die Kategorien der Bergwanderwege haben wir nachstehend kurz und knapp für Dich zusammengefasst, die genauen Definitionen kannst Du auch auf der Website des DAV nachlesen.


•  Einfacher Wanderweg mit blauer Kennzeichnung

Die Strecken sind gut zugänglich und oft über öffentliche Parkplätze erreichbar. Sie sind in der Regel etwas breiter und weisen nur geringe Steigungen auf. Die blauen Routen sind familiengerecht und oft zusätzlich in kürzere Etappen unterteilt. Die leichte Begehbarkeit erfordert keine weiteren Hilfsmittel.


•  Bergwanderwege mit roter Kennzeichnung

Sie sind als mittelschwer eingestuft und verlaufen überwiegend schmal mit steileren An- und Abstiegen. Auf Wegen mit roter Kennzeichnung sind ausgesetzte Stellen möglich. Sie sind mit Seilen gesichert und können den Einsatz der Hände als Aufstiegshilfe erfordern. Trittsicherheit wird vorausgesetzt.



•  Bergwanderwege mit schwarzer Kennzeichnung

Die schwarz gekennzeichneten Wanderwege sind als schwer eingestuft. Die schmalen Pfade führen hauptsächlich über steile Passagen, mit häufig ausgesetzten Stellen und gesicherten Kletterpassagen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit werden vorausgesetzt sowie gute Kondition und alpine Erfahrung.


•  Ausgewiesene alpine Routen

Sie sind als schwer bis sehr schwer eingestuft und führen durch hochalpines Gelände. Die Wege sind zum Teil nicht durchgehend markiert und führen entlang ungesicherter Steilhänge. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gute Kondition werden vorausgesetzt sowie entsprechende Bergausrüstung.


→  Die Wanderzeiten planen

Viele Wanderer sind schon früh auf den Beinen. Ab sechs Uhr morgens lichten sich die Reihen auf den Hütten und nach dem Frühstück sind alle wieder unterwegs. Der Großteil zieht etwas gemächlicher los, wenn Du unterwegs aber lieber für Dich bist, solltest Du zur früheren Truppe gehören. Das hat den weiteren Vorteil, dass Du mehr Zeit für die Tageswanderung hast. Du kannst die Pausen genießen und erreichst rechtzeitig die nächste Hütte. Die Tagesetappen Deiner Hüttenwanderung sollten nicht länger als sechs bis acht Stunden inklusive Rast sein. Die Pausen dehnen sich bei schönem Wetter und einer tollen Aussicht schnell aus aber Du solltest unbedingt vor Einbruch der Dunkelheit die nächste Hütte erreichen. Die Ankunft gegen 16 Uhr ist ein guter Richtwert. Auf einigen Hütten, vor allem in der Schweiz, gibt es feste Essenszeiten für alle. Erkundige Dich vorab, um die Mahlzeiten nicht zu verpassen. Generell ist eine Ankunft vor 17 Uhr erwünscht, da ansonsten die Schlafplätze anderweitig vergeben werden.

→  Die richtige Wanderroute

Neben Kondition und Anspruch sind auch andere Dinge entscheidend, bei der Wahl der richtigen Route. Soll die Wanderung mit oder ohne Bergführer sein? Soll eine Verkürzung optional möglich sein? Ist die Route für die ganze Familie geeignet, wenn Du mit Kindern oder mit Hund wandern möchtest? Sind Tiere auf den Hütten erlaubt? Willst Du eine gemütliche Wanderung oder eine sportliche Herausforderung? Die Liste lässt sich noch lange weiterführen, richtet sich aber letzten Endes nur nach Dir und Deinen persönlichen Bedürfnissen.

Die Vorbereitung für eine mehrtägige Hüttenwanderung

Eine Tageswanderung kannst Du auch mit wenig Vorbereitung meistern. Fehlende Kondition, die falschen Schuhe oder ungünstige Kleidung - das alles verzeiht Dir eine kurze Wanderung. Auf einer mehrtägigen Hüttentour sieht das schon anders aus. Dieses Abenteuer unvorbereitet zu wagen kann wirklich Probleme bereiten und zu einem vorzeitigen Abbruch führen. Beachte daher Folgendes:

  • frühzeitig die Kondition trainieren
  • Bein- und Rückenmuskulatur stärken
  • längere Tageswanderungen machen
  • Route mit Schutzhütten planen
  • Wanderschuhe vorab einlaufen
  • gepackten Rucksack Testtragen
  • mit Ausrüstung vertraut machen

Im Rucksack immer Ordnung halten

Auf einer Hüttenwanderung in den Bergen solltest Du alles Wichtige griffbereit haben. Nichts ist nerviger als etwas zu suchen und dafür den ganzen Rucksack durchwühlen zu müssen. Es ist also entscheidend, Ordnung zu halten. Besonders praktisch sind Rucksäcke mit guter Zugänglichkeit zum Hauptfach und mehreren, separaten Nebenfächern. So kannst Du Deinen Rucksack sinnvoll packen und alles nach Häufigkeit des Gebrauchs verstauen. Trinkflasche, Regenjacke, Snacks etc. sollten mit einem Griff erreichbar sein. Hausschuhe, Jogginghose und alles was Du nur auf der Hütte brauchst, hat seinen Platz im großen Hauptfach.

Wanderstöcke nutzen

Wanderstöcke helfen beim Aufstieg durch eine bessere Kraftverteilung, bieten Dir mehr Halt im Gelände und sorgen wiederum für einen sicheren und angenehmen Abstieg. Durch die Gewichtsverteilung steigst Du gleichmäßiger ab und schonst Deine Knie. Zudem sind sie leicht und schnell an den Gepäckschlaufen des Rucksacks befestigt, wenn Du sie mal nicht brauchst. Achte bei der Höheneinstellung darauf, dass die Ellbogen im 90 Grad Winkel liegen. Die meisten Teleskop Stöcke werden auf die passende Länge geschoben und anschließend mit einem Klemmverschluss gesichert. Sie geben jedoch im Laufe der Zeit gerne mal nach. Weniger verbreitet ist das Druckknopfsystem, wie es auch bei Gehhilfen eingesetzt wird. Ein Metallknopf wird ins Rohr gedrückt und rastet an einer der vorgegebenen Öffnungen wieder ein. So lässt sich die Länge zwar nicht zentimetergenau einstellen aber die Position ist fix und kann sich nicht von selbst lösen.

Die Schutzhütten in den Alpen

ACHTUNG - Auf vielen Hütten ist nur Barzahlung möglich. Bei Ankunft meldest Du Dich an und bekommst einen Schlafplatz zugewiesen. Im Matratzenlager ist dieser meist frei wählbar. Die Bezahlung erfolgt oft schon gleich bei Anmeldung. Speisen und Getränke werden klassisch auf einem "Deckel" gesammelt und noch am gleichen Abend bei Abreise beglichen. Alle Schutzhütten besitzen mindestens einen größeren Schlafsaal und gegebenenfalls noch zusätzliche, kleinere Mehrbettzimmer. Außerdem haben die meisten auch einen Trockenraum für Schuhe und Kleidung, einen Waschraum mit Toiletten und natürlich einen urigen Wirtsraum, in dem gegessen und in gemütlicher Runde zusammengesessen, geplaudert und gespielt wird.

Auf den Hütten trägst Du Dich in ein Hüttenbuch ein, mit Namen und nächstem Wanderziel. Das dient Deiner eigenen Sicherheit, denn im Notfall kann so nachvollzogen werden, auf welchen Weg sich ein vermisster Wanderer gemacht hat. Die Schutzhütten stehen allen Wanderern offen und die Benutzung ist nicht an eine Vereinsmitgliedschaft gebunden. Diese bieten aber oft Vergünstigungen beim Essen und den Bettenlagern an. Die Benutzung der Schlaflager ist nur mit Hüttenschlafsack erlaubt, welche im Zweifelsfall auch gegen Aufpreis auf den Hütten erhältlich sind. Schutzhütten sind keine Wellnesshotels, einige verfügen nicht einmal über Duschen und Handyempfang oder WLAN sind genau so rar wie Steckdosen.

Die Schutzhütten Kategorien

Kategorie 1

•  schlichte Ausstattung
•  keine oder einfache Küche
•  nur zu Fuß erreichbar

Kategorie 2

•  ganzjährig bewirtschaftet
•  bessere Ausstattung
•  erreichbar mit PKW oder Lift

Kategorie 3 + 4

•  Tagestouristen
•  (sehr) gute Ausstattung
• Restaurantbetrieb
•  durchgehend bewirtschaftet
•  einfache Erreichbarkeit

Selbstversorgerhütten

•  nicht bewirtschaftet
•  schlichte Ausstattung
•  Anmeldung erforderlich


Die Hüttenregeln des DAV

Es gibt einige Hüttenregeln die jeder Wanderer beachten sollte. Die Hütten sind oft voll und der Platz  begrenzt, da fällt es schwer zur Ruhe zu kommen. Jeder Wanderer, der nach einem langen Tag auf der Schutzhütte ankommt ist müde, erschöpft und muss am nächsten Morgen wieder früh raus. Gegenseitige Rücksichtnahme ist also die wichtigste Regel, es gibt aber auch noch ein paar weitere, die auf allen Schutzhütten gelten:

  • Die Nachtruhe beginnt um 22 Uhr
  • Übernachtung nur mit Hüttenschlafsack
  • Eigene Speisen und Getränke auf Hütten der Kategorie 1 + 2 (meist) erlaubt
  • Selbst mitgebrachter Alkohol ist untersagt
  • Ein freundliches Miteinander wahren
  • Rücksichtnahme in den Schlafsälen

→  Rücksicht nehmen

Lange Wanderungen machen müde und da viele Wanderer am nächsten Tag zeitig weiterziehen wollen, gehen sie früh schlafen. Bettruhe ist zwar erst ab 22 Uhr aber die gegenseitige Rücksichtnahme ist die wichtigste Regel auf den Schutzhütten. Daher solltest Du Dir abends bereits früh Kulturbeutel und Kleidung für die Nacht rauslegen sowie Wasserflasche, Ohrstöpsel und Schlafmaske. Auch den Hüttenschlafsack breitest Du am besten gleich nach Bettenzuweisung aus. So störst Du später niemanden und kannst Dich leise bettfertig machen. Halte für die Nacht eine kleine Taschen- oder Stirnlampe bereit, die Du auf geringere Helligkeit dimmen kannst. So erleuchtest Du nicht den ganzen Schlafsaal, wenn Du zur Toilette musst. Auch Kleidung für den nächsten Tag solltest Du schon abends rauslegen, um morgens niemanden durch das Wühlen im Rucksack zu stören.

Den Trockenraum in den Schutzhütten nutzen

Skifahrern ist er bekannt, der Trockenraum für nasse Schuhe und Kleidung. Ein stinkiger Alptraum für jede Nase aber unverzichtbar auch auf einer Hüttenwanderung. Die Trockenräume sind beheizt und sorgen dafür, dass Kleidung und Schuhe über Nacht richtig trocknen können. So kannst Du Deine Füße am Morgen in kuschlig warme Wanderschuhe stecken. In der Hütte wechselst Du zu Hütten- bzw. Hausschuhen. Straßenschuhe sind nicht gern gesehen und in der Regel verboten. Du solltest daher unbedingt eigene dabei haben, denn sonst musst Du Dich am Schuhvorrat der Hütte bedienen, in dem schon viele fremde Füße gesteckt haben.

Strom sparen

Steckdosen gibt es auf den Hütten nur wenige, deshalb sollten die Akkus von Handy und Kamera vor der Wanderung voll geladen sein. Das Handy benutzt Du bestenfalls wenig bis gar nicht, Empfang hast Du in den Bergen sowieso kaum und für die Kamera empfehlen sich Ersatzakkus, die ebenfalls vorab voll geladen sein sollten. Eine handliche und leichte Powerbank ist nützlich, wenn es mal knapp wird und keine freie Steckdose zur Verfügung steht.

Reservierung der Schutzhütten

An Wochenenden und in der Ferienzeit sind Schutzhütten oft ausgebucht. Auch in der Nebensaison ist oft noch viel los und je später Du auf den Hütten ankommst, umso knapper wird es mit den Betten. Wenn Du in einer Gruppe unterwegs bist oder auf Nummer Sicher gehen willst, solltest Du die Betten vorab reservieren. Das geht am einfachsten direkt bei den Hüttenwirten, telefonisch oder über deren Website wenn vorhanden. Alternativ kannst Du beim deutschen Alpenverein (DAV) online einen Schlafplatz reservieren (länderübergreifend). Da Hüttentouren immer beliebter werden, sind viele Hütten allerdings je nach Region und Jahreszeit schon frühzeitig voll belegt. Eine telefonische Abfrage zur Belegung sollte also bestenfalls bereits vor der Wanderung erfolgen. Die Hütten dürfen bis 90% der Plätze reservieren, der Rest plus Notlager sind für unangemeldete Wanderer vorgesehen.

→  Hüttenreservierung rechtzeitig absagen

ACHTUNG - Wenn Du den Schlafplatz doch nicht brauchst, dann gib schnellstmöglich auf der Hütte Bescheid. Das hilft den Hüttenwirten und anderen Wanderern. Viele Hütten geben Uhrzeiten vor, bis wann Du an der Hütte eingetroffen sein musst. Andernfalls verfällt die Bettenreservierung. Die Betten sind rar und dürfen nicht unnötig freigehalten werden. Zudem könnte bei Nichterscheinen ein Unfall vermutet werden. Eine unnötige Suchaktion ist nicht nur ärgerlich, sie  kann auch teuer werden.

→  Besondere Corona Regeln

Auch wenn das Wandern seit der Corona Pandemie noch beliebter geworden ist, unterliegen die Schutzhütten den gleichen Pandemiebestimmungen wie jeder andere Beherbergungsbetrieb. Wenn sie überhaupt geöffnet sind, dürfen sie nur eine begrenzte Anzahl an Übernachtungsgästen aufnehmen. Planst Du aktuell eine mehrtägige Hüttenwanderung, dann musst Du vorab auf den Hütten anfragen, ob Übernachtungen möglich sind und einen Schlafplatz reservieren. Das Hygienekonzept ist ebenfalls von Bedeutung und muss vorab erfragt werden, zwecks Nutzung der Waschräume. Auch Bettwäsche und Bettbezüge sind von der Regelung betroffen. Je nach Lage und Größe der Hütte ist es logistisch nicht möglich, alles täglich zu reinigen und auszutauschen. Daher ist gegebenenfalls ein dickerer Schlafsack erforderlich. Mund-Nasenschutz ist auf allen Hütten Pflicht.

Eine eigene Berghütte mieten

Wenn Du nicht von Hütte zu Hütte wandern möchtest sondern mehrere Rundwanderungen planst, mit dem gleichen Start- und Zielpunkt, dann kannst Du Dir eine eigene, urige Hütte mieten. Mit Familie oder Freunden ist es gleich doppelt schön, ein paar Tage in einer abgelegenen Hütte zu bleiben und die Abende nach einer ausgiebigen Wanderung, in der gemütlichen Wohnstube zu verbringen. Wie so ein Hüttenurlaub in den Bergen aussehen kann, zeigen wir Dir in unseren Beiträgen zum Hüttenwochenende in Saalbach Hinterglemm und dem Kurzurlaub im schönen Rauris bei Zell am See.

Die richtige Wanderkleidung

Die richtige Kleidung ist auf einer Hüttentour mindestens so wichtig wie der Rucksack. Nicht zuletzt, weil sie sich später beim Gewicht bemerkbar macht. Auf einer mehrtägigen Hüttentour solltest Du atmungsaktive und schnell trocknende Sport- und Trekkingbekleidung nutzen. So kühlst Du zwischen den wechselnden An- und Abstiegen nicht durch verschwitzte Kleidung aus. Auf normale Baumwoll-Shirts kannst Du verzichten, denn sie transportieren Feuchtigkeit nur schlecht vom Körper weg und riechen schnell unangenehm. Auch das Wetter kann in den Bergen zügig umschlagen und Wechselkleidung erfordern. Das heißt aber nicht, dass Du Unmengen einpacken musst, im Gegenteil.

Auf den Schutzhütten befinden sich meist Trockenräume, die speziell zur Trocknung von Schuhen und Kleidung gedacht sind. Dort hast Du außerdem Gelegenheit, Deine Wäsche zumindest von Hand auszuwaschen. Wie viel Kleidung Du mitnimmst hängt letzten Endes von mehreren Faktoren ab: Wie lange bist Du unterwegs? Wie schwer darf der Rucksack sein? Wie "sauber und frisch" willst Du unterwegs sein? TIPP - Auf den meisten Hütten kannst Du duschen und wenn Deine Sachen nicht zum Himmel stinken, dann reicht lüften oder eine kurze Handwäsche aus und Du kannst sie mehrmals tragen.

Die Wanderschuhe sind das A und O auf einer Hüttentour

Die richtigen Schuhe sind auf einer mehrtägigen Hüttenwanderung das A und O. Deine Wanderschuhe sollten knöchelhoch sein, um Dir im Gelände guten Halt zu bieten. Außerdem sollten sie wasserdicht sein, damit Du in den verschneiten Regionen der Alpen trockene Füße behältst. Beim Kauf musst Du sie unbedingt mit Wandersocken anprobieren und ausgiebig testtragen. Bevor Du in den richtigen Wanderurlaub fährst ist es wichtig, die Schuhe vorab auf heimischen Wanderungen einzulaufen, um schmerzende Füße und Blasenbildung auf einer mehrtägigen Hüttenwanderung zu vermeiden. TIPP - Wandersocken aus Merinowolle sind ein super Hilfsmittel gegen Blasenbildung.

Worauf musst Du beim Wanderrucksack achten?

Den Wanderrucksack solltest Du schon vor der Wanderung an Deinen Rücken anpassen und ausgiebig Probe tragen. So vermeidest Du Verspannungen an Nacken, Schultern und Rücken. Unterwegs freust Du Dich über jedes Kilo weniger, alles was Du wirklich für Deine mehrtägige Wanderung brauchst, findest Du in unserer Hüttentour Packliste TIPP - Denke daran Müllbeutel einzupacken, denn Dein Abfall hat in den Bergen nichts zu suchen und genauso wenig auf den Schutzhütten.

Da der Rucksack auf allen Reisen ein treuer Begleiter sein soll, haben auch wir uns die Frage nach dem optimalen Modell gestellt. Er sollte nicht nur beim Wandern sondern auch beim Backpacking zum Einsatz kommen. Alles wichtige rund um den richtigen Rucksack, worauf Du achten musst und gute Tipps fürs Packen findest Du hier: Der richtige Rucksack. Wie groß der Wanderrucksack sein darf, hängt davon ab wie lange und wo Du unterwegs bist. Für eine einfache, mehrtägige Hüttenwanderung reicht ein Volumen von 50 Litern in der Regel aus.

→  Auf das Gewicht achten

Das Gewicht ist abhängig davon, welche Art von Tour Du machst und wie lange Du unterwegs bist. Die Empfehlung für eine mehrtägige Hüttenwanderung in den Bergen liegt bei etwa acht bis maximal zwölf Kilogramm Packgewicht. TIPP - Versuche die acht Kilogramm als Richtwert zu nutzen, denn in den Bergen bist Du froh um jedes unnötige Gramm weniger. Wenn Du Deinen Rucksack gepackt hast und er Dir schon beim ersten Anheben zu schwer erscheint, dann schnell nochmal ran die Packliste und überlegen, was weg kann. Ratsam ist es auch, mit dem gepackten Rucksack einige Probewanderungen zu unternehmen. Den Rucksack nur einmal hochzuheben ist etwas ganz anderes, als damit stundenlang durchs Gelände zu laufen. Wie Du ihn richtig an Deinen Rücken anpasst, verraten wir Dir in unseren allgemeinen Rucksack Tipps

Kartenmaterial und GPS-Track nutzen

Die gängigen Routen sind gut markiert, meist mit farblichen Kennzeichnungen an Felsen entlang der Strecke. Aber Du solltest zusätzlich Kartenmaterial dabei haben, um Dich unterwegs orientieren zu können. Entweder klassisch in Papierform oder als GPS-Track auf dem Smartphone. Bei letzterem solltest Du aber darauf achten, dass Du die Kartendaten auch offline nutzen kannst. Mittlerweile ist das gängige Praxis und auch einfach praktisch, da die GPS Verfolgung am Handy in der Regel sehr gut ist und Du die Wanderung in Echtzeit mit der vorgegebenen Route abgleichen kannst.

Reisekrankenversicherung

ACHTUNG - Krankenkassen kommen nicht für die Rettung aus alpinen Notlagen auf.

Rettungseinsätze in den Bergen können teuer werden, es ist also wichtig vorher eine Reisekrankenversicherung abzuschließen. Mit dieser sind sowohl die Kostenübernahme für Behandlungen vor Ort als auch die Bergungskosten und der Rücktransport geregelt, falls erforderlich. Reisekrankenversicherungen kosten in der Regel nur zehn bis 15 Euro pro Jahr und sind im Notfall unverzichtbar.

Das Alpine Notsignal und Notrufnummern

Wenn Du selbst oder jemand anderes in eine Notlage gerät, muss zunächst erste Hilfe geleistet werden. Falls Handyempfang besteht, muss außerdem umgehend die Bergrettung verständigt werden. Wenn das nicht möglich ist, kann das Alpine Notsignal in regelmäßigen Abständen mehrmals pro Minute abgegeben werden:


Packliste Hüttenwanderung Oberstdorf
Schutzhütten Oberstdorf
Hüttenwanderung Oberstdorf


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Wir sind Melanie und Frank,

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