Bulli Roadtrip Dänemark 10 Tage

Kapitelübersicht:

Tag 1  -  Hamburg

Auftakt in Hamburg. Nach einer langen Fahrt und einem gefühlt noch längeren Stau, haben wir es schließlich ins schöne Hamburg geschafft und unsere Unterkunft im Stadtteil Alsterdorf erreicht. Von dort aus ist es nur einen Katzensprung zum Stadtpark, wo wir uns zur Bulli Übergabe am nächsten Tag verabredet hatten. Sowohl in Alsterdorf als auch im Stadtpark befinden sich kostenlose Parkplätze, ideal also, um das eigene Auto während des Bulli Roadtrips durch Dänemark abzustellen. Geschafft von der Fahrt, ließen wir den Abend gemütlich bei einem guten Essen in der "Schifferbörse" im Stadtteil St. Georg ausklingen.

Tag 2  -  Vejers Strand

Der Startschuss für unseren Bulli Roadtrip Dänemark fiel. Um 10 Uhr holten wir die gute alte "Vicky" ab, den blauen Flitzer, mit dem wir im Vorjahr bereits Norwegen unsicher gemacht haben. Wir hatten vorab schon alle Einkäufe erledigt und konnten gleich zur Westküste Dänemarks aufbrechen. Am Vorabend haben wir online einen Stellplatz für zwei Nächte auf dem Vejers Strand Camping reserviert, der zu dem winzigen Ort Vejers Strand gehört, direkt an der Küste. Nachdem wir uns dort im Bulli richtig eingerichtet hatten, machten wir einen langen Spaziergang am Strand, der über die Dünen leicht zugänglich ist und buchten uns später online zwei Fahrräder für den kommenden Tag, mit Lieferung direkt zum Campingplatz. Das schöne Wetter bescherte uns einen gemütlichen Abend vorm Bulli und blieb uns glücklicherweise auch für den Rest der Reise erhalten. Die erste Nacht auf unserem Bulli Roadtrip Dänemark wurde begleitet vom Rauschen des Meeres und ein paar Seehunden, die es mit der Nachtruhe nicht ganz so genau nahmen ;)

Bulli Roadtrip Dänemark 10 Tage
Vejers Strand

Tag 3  -  Vejers Strand

Um 9:30 Uhr holten wir unsere Räder am Eingang des Campingplatzes ab und nach einem gemütlichen Frühstück in der Morgensonne, startete die lange Fahrt. Ziel war Sædding Strand, kurz vor Esbjerg, wo sich die Skulptur "Mennesket ved Havet" befindet, auf deutsch "Mensch am Meer". Seit 1995 eine beliebte Sehenswürdigkeit und Wahrzeichen der Stadt Esbjerg, das jährlich von vielen Touristen besucht wird. Die Skulptur besteht aus neun Meter hohen, weißen Betonblöcken und stellt vier sitzende Menschen dar, die ihren Blick auf's Meer gerichtet haben.

Die rund 60 Kilometer lange Fahrt (hin und zurück) zum Sædding Strand mit dem Rad ist abwechslungsreich und durch die geringen Steigungen auch für ungeübte Fahrer geeignet. Sie führt durch bewaldetes Gebiet, kleine Ortschaften und entlang der schönen Westküste Dänemarks. Etwas näher an Vejers Strand gelegen in Blåvand, befinden sich die bekannten "Maulesel Bunker". Sie sind Teil des Antlantikwalls, einer Verteidigungslinie entlang der Westküste, die im zweiten Weltkrieg entstand. Zu ihr gehören zahlreiche gut erhaltene Bunker, entlang der gesamten Westküste Dänemarks, von denen einige in Blåvand im Jahr 1995 von einem Künstler zu Maultieren umgestaltet wurden.

Nach gut viereinhalb Stunden erreichten wir wieder Vejers Strand, packten unsere sieben Sachen zusammen und fuhren mit Bulli "Vicky" direkt ans Meer, zum Vejers Auto Strand. Die Zufahrt befindet sich gleich nördlich des Campingplatzes. Wir packten den Grill aus, machten es uns vorm Bulli gemütlich und genossen einen herrlichen Sonnenuntergang am Meer. Bulli Feeling pur.

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Vejers Auto Strand

Tag 4  -  Fjerritslev

Unser Bulli Roadtrip Dänemark ging in die nächste Runde und wir folgten der Küste bis nach Nordjütland, zum Nationalpark Thy, dem ältesten von fünf Nationalparks in Dänemark. Wir stoppten für eine zwei Seen Wanderung, zwischen Klitmøller und Vester Vandet, die in einem Rundwanderweg vom "Vandet Sø" zum "Nors Sø" führt. Ein schöner und gut ausgeschilderter Wanderweg, der überwiegend durch den Wald führt und im September ein Eldorado für Pilzsammler ist. Anschließend fuhren wir mit Bulli "Vicky" weiter zum Svinkløv Camping, der nördlich von Fjerritslev direkt an der Küste liegt. Dort erwartete uns eine tolle Dünenwanderung hinunter zum Strand. Diese Küste ist schon deutlich rauer und es wehte ein stürmischer Wind aber es hat einfach gepasst und war urgemütlich. Zurück Am Campingplatz, warteten wir am Hang den Sonnenuntergang ab, mit fantastischem Ausblick auf's Meer und die weite Küste. 

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Fjerritslev Küste

Tag 5  -  Skagen

Unser Bulli Roadtrip Dänemark führte uns weiter in Richtung Skagen und wir machten unterwegs Halt an der großen Wanderdüne "Rubjerg Knude", um zum versandeten Leuchtturm zu wandern. Dieser wurde im Jahr 1900 in Betrieb genommen und damals erreichte die vorgelagerte Düne nur eine Höhe von rund zwei bis drei Metern. Die "Rubjerg Knude" war aber ständig in Bewegung und ist es bis heute. So erreicht sie mittlerweile eine Länge von rund 1900 Metern und ist bis zu 400 Meter breit. Dazu kommt eine stattliche Höhe von ca. 100 Metern, womit sie zu Europas größten Wanderdünen zählt. Der Leuchtturm "Rubjerg Knude Fyr" spürte die Bewegung der Düne ebenfalls. Bis in die 60er Jahre wurde immer wieder Sand abgetragen, aber ohne Erfolg. Nachdem der Leuchtturm vom Meer aus nicht mehr sichtbar war, wurde der Betrieb Ende der 1960er eingestellt. 2019 wurde er schließlich in einem Millionenprojekt um 70 Meter ins Landesinnere versetzt, da es an der nahegelegenen Steilküste immer wieder Abbrüche gab.

Die Düne ist von einem großen Besucherparkplatz aus zu erreichen, der am Ende der Straße "Fyrvejen" liegt. Schöner aber ist die Wanderung ab dem vorgelagerten Waldstück am "Rubjergvej". Dieser Weg führt gut beschildert durch den dichten Wald, bis plötzlich die riesige Düne wie aus dem Nichts auftaucht. Seitlich führt ein Weg zum Aufstieg, wo auch der Hauptweg vom Besucherparkplatz kreuzt. Der Leuchtturm kann bestiegen und die Düne entlang der wunderschönen Steilküste ausgiebig bewandert werden.

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Rubjerg Knude Fyr

Den nächsten Halt auf unserem Bulli Roadtrip machten wir an Dänemarks größter Wanderdüne "Råbjerg Mile". Sie steht seit 1900 unter Naturschutz und mit ihren 40 Metern Höhe wirkt sie zwar nicht so eindrucksvoll wie "Rubjerg Knude" aber umfasst eine stattliche Fläche von rund 120 Hektar, welche sich jedes Jahr rund 15 Meter weiter in östliche Richtung bewegen. Unser Bulli Roadtrip durch Dänemark ging weiter in Richtung Skagen, mit kurzem Zwischenstopp an der versandeten Kirche St. Laurentius, "den tilsandede kirke". Sie wurde Ende des 13. Jahrhunderts errichtet. Durch die ständige Versandung der Wanderdünen wurde sie 1795 wieder geschlossen und das Kirchenschiff abgerissen. Bis heute steht nur noch der unter Denkmalschutz gesetzte Turm der Kirche, dessen Fundament unter dem Sand verborgen liegt.

Wir erreichten Skagen und die Landspitze Grenen, den nördlichsten Punkt Dänemarks. Nach einer schönen Wanderung entlang der Küste, erreicht man die sandige Landspitze, wo sich Nord- und Ostsee treffen. Inmitten der dadurch etwas stürmischen See, tummeln sich viele Seehunde, die über Nacht und gerne auch tagsüber zum Sonnenbaden an Land kommen. Im Anschluss fuhren wir zurück nach Skagen, um dort direkt am Hafen in einer der vielen, kleinen Fischbuden fangfrischen Frisch und einen schönen Sonnenuntergang zu genießen. Es lohnt sich die ganzen Restaurants und Cafés im "Havnevej", der direkt auf den Hafen zuführt, links liegen zu lassen. Von Skagen aus fuhren wir später weiter zum Bunken Strand Camping, auf dem wir einen Platz direkt hinter den Dünen hatten, die einen wundervollen Blick auf's Meer freigeben.

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Grenen, Skagen

Tag 6  -  Nærum

Vor uns lag ein langer Reisetag auf unserem Bulli Roadtrip Dänemark, denn wir hatten uns dazu entschlossen, von Skagen aus direkt bis nach Seeland zu fahren. Bis auf einen kleinen Stau auf Fünen, blieb die Fahrt entspannt und wir erreichten im späten Nachmittag den DCU Camping Nærum, nördlich von Kopenhagen. Dort erwartete uns ein super netter und sehr entgegenkommender Empfang. Da der Radverleih am Campingplatz die Coronakrise nicht überstanden hat, wurden uns für den kommenden Tag, gegen ein kleines Entgelt, die privaten Räder der Platzbetreiber angeboten.

Tag 7  -  Dyrehave

Mit den Rädern fuhren wir in den angrenzenden Wald, der von etlichen Wander- und Radwegen durchzogen ist. Von dort aus gelangt man in den "Jægersborg Dyrehave", einen ca. elf Quadratkilometer großen Park, in dem rund 2000 Hirsche frei umherlaufen. Der Park ist umzäunt aber für jedermann zugänglich und eignet sich hervorragend für Radtouren. Er besteht überwiegend aus Naturwald und wird vor allem von Kopenhagenern besucht, die Ruhe abseits vom Trubel der Stadt suchen. Im Süden des Parks befindet sich außerdem ein kleiner Vergnügungspark, der "Dyrehavsbakken" und im Norden ein großer Golfplatz. Mittig im Park liegt das Jagdschloss "Eremitageslottet", ein zentraler Punkt, an dem sich viele Besucher sammeln. Die Wiese hinter dem Schloss eignet sich für Picknicks und ausgiebige Pausen und bietet einen schönen Blick auf den "Öresund", die Meerenge zwischen Dänemark und Schweden. Direkt neben dem Schloss befinden sich zudem öffentliche Toiletten.

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Jægersborg Dyrehave

Tag 8  -  Kopenhagen

Über die App "DOT", lassen sich online Bus- und Bahntickets für Kopenhagen und die umliegenden Bereiche buchen. Da beim Busfahrer nicht bezahlt werden kann, wird dies in der App per PayPal oder Kreditkarte erledigt. Von Nærum aus, fahren die Buslinien 150S und 15E in regelmäßigen Abständen in rund einer halben Stunde bis zum Kopenhagener Zentrum. Dort angekommen, haben wir uns über die App "Donkey Republic" zwei Fahrräder gemietet. Die App zeigt den Standort der nächsten freien Räder an, mittels Bluetooth lassen sich die Schlösser öffnen und wieder schließen und per PayPal oder Kreditkarte wird nach Ende der Fahrt abgerechnet. Einfacher geht's nicht. Wir drehten die klassische Kopenhagen-Rad-Tour, mit Besichtigung der (wirklich) "Kleinen Meerjungfrau", "Tivoli", der Freistadt "Christiana", dem Stadtzentrum und natürlich dem "Nyhavn". Alle Highlights von Kopenhagen findest Du hier im Überblick: Kopenhagen. Wir haben anschließend eine Weile beim "Skipperkroen" die Sonne im "Nyhavn" genossen und uns davon überzeugen können, dass die Dänen wirklich fantastisches Softeis machen! Tipp: Das Softeis und die Churros bei "Rajissimo" am Nyhavn 19 sind hervorragend und heiß begehrt, weshalb die Schlange auch etwas länger sein kann. Wem das zu lange dauert, der kann "Rajissimo" aber auch noch an zwei anderen Standorten in der Stadt aufsuchen. 

Tag 9  -  Stevns Klint & Mons Klint

Unser Bulli Roadtrip Dänemark ging weiter zu den beiden steilsten Kreideküsten Dänemarks. Den ersten Stopp legten wir bei "Stevns Klint" ein, einem etwa 15 Kilometer langen und 41 Metern hohen Kliff im Südosten Seelands. Seit 2014 UNESCO Weltnaturerbe, zieht "Stevns Klint" jährlich viele Besucher an. Vom Parkplatz aus, erreicht man zunächst die Kirche von Højerup. Seit mehr als 800 Jahren thront sie an dem steilen Kliff und bekam Ende der 1920er die Folgen der Küstenerosion zu spüren, als der gesamte Chorraum plötzlich in die Tiefe stürzte. Die Kirche ist frei zugänglich und im hinteren Teil nur durch ein einfaches Geländer gesichert, wo dem sich einst der Chorraum befand. Neben der Kirche führt eine Treppe hinab zum Strand. Oberhalb, entlang der Abbruchkante, führt ein Wanderweg bis zum "Stevns Fyr". Der 27 Meter hohe Leuchtturm bietet einen schönen Ausblick über die weite Küste und hinaus auf's Meer.

Im Anschluss fuhren wir weiter zum Campingplatz Møns Klint Camp. Von dort führt ein Weg direkt zur höchsten Steilküste Dänemarks, der "Møns Klint". Die Kalksteinwand zieht sich über eine Länge von sechs Kilometern und erreicht eine Höhe von bis zu 128 Metern. Am oberen Rand der Klippen verläuft ein schöner Wanderweg durch den angrenzenden Wald, der mit vielen Aussichtspunkten gespickt ist und an mehreren Stellen führen lange Holztreppen hinunter ans Meer. Fast 500 Stufen zählt dabei die Haupttreppe, die beim "GeoCenter" liegt, rund drei Kilometer südlich vom Camp Møns Klint und eine eigene, kleine Touristenattraktion darstellt.

Tag 10  -  Fehmarn

Den letzten Tag unseres Bulli Roadtrip Dänemark, verbrachten wir auf der Insel Fehmarn und gönnten uns dort einen faulen Strandtag. Mit der Fähre ab Rødbyhavn erreichten wir nach rund 45 Minuten Puttgarden. Beim Fährunternehmen "Scandilines" kann man die Tickets kurzfristig nur direkt am Ablegehafen kaufen. Für zwei Personen plus Fahrzeug werden dabei satte 685 DKK fällig. Sparen lässt sich nur, wenn man bereits mindestens zwei Wochen vorher online bucht. Wir fuhren anschließend zum Campingplatz Flügger Strand und merkten nicht nur auf den Straßen schnell, dass wir die entspannte und ruhige Art der Dänen schon wieder vermissten. Sicher auch Corona geschuldet, war der Campingplatz deutlich voller, als wir es aus Dänemark gewohnt waren aber den direkt angrenzenden Strand hatten wir dennoch nahezu für uns alleine und konnten bei bestem Spätsommerwetter einen tollen letzten Tag mit Bulli "Vicky" verbringen.

Tag 11 + 12  -  Hamburg

Die Bullireise endete und wir fuhren zurück nach Hamburg, um die liebe "Vicky" ans Liber Rental Team zurückzugeben. Wir hatten wie gewohnt eine tolle Zeit mit dem blauen Flitzer und freuen uns schon auf ein Wiedersehen! Da wir noch Zeit hatten und Hamburg nun mal immer einen Besuch wert ist, blieben wir noch zwei Tage im schönen Norden. Bei tollem Wetter verbrachten wir den Nachmittag im "Strand Pauli" und genossen später den Sonnenuntergang an den Landungsbrücken. Ganz klassisch beim "Pollerhocken - Schiffe gucken - Schnauze halten" :) Für den großen Hunger danach, kehrten wir im "Elbblick" ein und schlenderten im Anschluss noch durch das Schanzenviertel. Da sich der Sommer am kommenden Tag verabschiedete, entschlossen wir uns nach einem fantastischen Frühstück bei "Pauline", das "Miniatur Wunderland" zu besuchen. Ein beeindruckendes Museum mitten in der Speicherstadt, das man einfach mal gesehen haben sollte. In neun Themenwelten geht es im Miniaturformat rund um die Erde, gespickt mit unendlich vielen interessanten aber auch sehr witzigen Details, die es wert sind, mal etwas genauer hinzuschauen. Wir fingen anschließend noch einige Sonnenstrahlen am Jungfernstieg ein und machten einen kleinen Stadtbummel, bevor wir zum Abschluss noch einmal an die Landungsbrücken, zum "Eier Carl" gingen - auf ein gutes Essen und Eierlikörchen ;)

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