Wandern in der Sächsischen Schweiz

Sächsische Schweiz Wandern
Schrammsteine

Welcome to Saxon Switzerland

"Wandern ist was für alte Leute..." - Das stimmt nicht! Häufig belächelt und im Nachgang dann doch bestaunt, so in etwa laufen unsere Wanderungen eigentlich immer ab. Wandern ist leider immer noch bei vielen als langweilig verschrien aber warum eigentlich? Das können wir leider nicht beantworten aber wir wissen, was das Schöne am Wandern ist. Du kannst die Strecken nach Lust und Laune selbst planen und spontan entscheiden wann, wie, wo und wie lange. Du kommst über Stock und Stein in Ecken, die kein Fahrrad passieren kann, geschweige denn ein Auto. Du erlebst die Natur viel intensiver und hast die Zeit alles um Dich herum voll und ganz wahrzunehmen. Und das Allerbeste am Wandern ist: Du kann es immer und überall machen!

Der Nationalpark Sächsische Schweiz hat einen sehr guten Ruf unter Wanderern, auch in der jüngeren Generation, da Du dort trotz eines wechselnden aber ausgeglichenen Höhenprofils wirklich spektakuläre Aussichten genießen kannst. Die beeindruckenden und imposanten Felsformationen des Elbsandsteingebirges und das umfangreiche Wegenetz des Nationalparks, bieten wirklich für jeden eine tolle Auswahl. Egal ob gemütlicher Spaziergänger, der sich auf gut begehbaren und beschilderten Waldwegen wohlfühlt oder aber naturbegeisterter Abenteurer, der schmale Pfade entlang von Steilhängen bevorzugt, deren Verlauf und Begehbarkeit nur von der örtlichen Vegetation bestimmt werden. Das Elbsandsteingebirge bietet das Rundum Paket für jeden.


Tipps für den Nationalpark Sächsische Schweiz

Info

  • Lage: Südöstlich von Dresden
  • Deutscher Teil des Elbsandsteingebirges
  • Höchster Punkt: "Großer Zschirnstein" 562m
Sächsische Schweiz Wandern
Nationalpark Sächsische Schweiz

Wanderung

Unsere Wanderung verlief Anfang Mai 2019 über zwei Tage, plus Anreise- und Abreisetag. Die beste Zeit für eine Wanderung im Nationalpark Sächsische Schweiz ist vor oder nach den Ferien in Sachsen und den angrenzenden Bundesländern. Daher bieten sich vor allem April und Mai sowie September und Oktober an. Wenn Du es beim Wandern ruhiger magst, solltest Du Wochenenden und Feiertage meiden.

Planung

Wanderungen solltest Du generell eher kurzfristig planen, denn die Wettervorhersagen sind bekannterweise auf lange Sicht nicht sehr zuverlässig. Allerdings werden die gut gelegenen Unterkünfte in der Hauptsaison und an den Wochenenden auf kurze Sicht oft knapp. Das Übernachten in der freien Natur, auch unter "Boofen" bekannt, ist im Nationalpark untersagt, es gibt im Gegenzug aber mehrere ausgewiesene Zeltplätze.

Etappen

Du solltest die Etappenlängen an Deine eigene Fitness anpassen. Dabei ist die Kombination aus Höhenmetern und der Gesamtstrecke entscheidend. Viele Höhenmeter lassen die Kondition schneller sinken. Zudem solltest Du die einzelnen Etappen vorab auf ihre Anforderungen prüfen. Z.B. können Klettersteige ein gewisses Maß an Erfahrung und/oder eine Kletterausrüstung voraussetzen. Für die Wanderungen im Nationalpark Sächsische Schweiz sind vor allem Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erforderlich.

Wandertipp

Für Neueinsteiger sind gemütliche zwei- oder dreitägige Wandertouren ideal, um sich auszupowern und dabei nicht den Spaß daran zu verlieren. Zum Wandern gehört zudem unbedingt atmungsaktive Sportkleidung, um nicht zwischen den wechselnden An- und Abstiegen durch verschwitzte Kleidung auszukühlen.

Unterkünfte

Auf Portalen wie Booking wirst Du schnell merken, dass die Auswahl an preiswerten Unterkünften in direkter Nähe zum Nationalpark begrenzt ist. Es gibt allerdings auch viele private Pensionen, die nicht auf den gängigen Portalen gelistet sind. Einfach googeln, anrufen und auch kurzfristig noch gut unterkommen. Eine Empfehlung für Schmilka ist die  Pension Rothermel

Wanderschuhe und Rucksack

Die Wanderschuhe sollten knöchelhoch sein, um guten Halt und Trittsicherheit zu bieten. Den Rucksack musst Du unbedingt noch vor der Wanderung an Deinen Rücken anpassen und möglichst leicht packen. Die Routen im Nationalpark Sächsische Schweiz beinhalten zum Teil einige Kletterpartien und Anstiege, bei denen Du gerne auf unnötiges Gewicht verzichten wirst.


Sächsische Schweiz Wanderrouten

Trotz der etwas längeren Anreise, hatten wir leider nur zwei volle Tage zum Wandern, in die wir aber so viel wie möglich reinpacken wollten, inklusive Besuch der Bastei am Anreisetag. Start und Ziel lagen in dem kleinen Grenzort Schmilka, ein Ortsteil von Bad Schandau, mit direkter Lage am Nationalpark. Von dort aus erkundeten wir in zwei beeindruckenden Wanderungen das schöne Elbsandsteingebirge. Die vollständige Wanderroute mit allen GPS Daten findest Du auch unter folgenden Links auf Outdooractive.com:


Sächsische Schweiz Wandern
Rundwanderweg Tag 1 - Sächsische Schweiz
Sächsische Schweiz Wandern
Rundwanderweg Tag 2 - Sächsische Schweiz

Packliste für Deine Wanderung


Wandern in der Sächsischen Schweiz - Die Basteibrücke

Die Felsformation Bastei ist die berühmteste Sehenswürdigkeit der Sächsischen Schweiz. Um den Besuchermassen an den Wochenenden zu entgehen, lohnt sich die Besichtigung unter der Woche. Doch auch werktags bei Nieselregen, ist der Andrang groß. Das Markenzeichen der Bastei ist die 76,5 Meter lange, steinerne Brücke. Von dort aus lässt sich ein fantastischer Ausblick ins Elbtal genießen und sie führt direkt zur Ruine der Felsenburg Neurathen. Der Zugang zur Bastei ist ganzjährig geöffnet und kostenlos. Der Rundgang durch die Ruine der Felsenburg, innerhalb des Basteigeländes, kostet zwei Euro pro Person und bietet neben Informationen über die Historie, weitere Aussichtspunkte mit Blick auf die schöne Basteibrücke.

Wandern in der Sächsischen Schweiz
Basteibrücke

Nach den ersten schönen Eindrücken vom Elbsandsteingebirge, ging es weiter nach Schmilka. Der kleine Ortsteil von Bad Schandau am Rande des Nationalparks, liegt direkt an der Grenze zu Tschechien. Wir hatten ein Zimmer mit Frühstück in der kleinen, privaten Pension Rothermel reserviert. Sie verfügt über zwei Doppelzimmer und wir wurden freundlich empfangen und gut bewirtet. Schmilka selbst zählt nur rund 75 Einwohner und das Ortsbild ist von kleinen Fachwerkhäusern geprägt, die sich dicht aneinander reihen. Der Ort hat abgesehen von der erstklassigen Lage zum Nationalpark, hauptsächlich Ruhe zu bieten. Die Gastronomie beschränkt sich in der Nebensaison auf die größeren Pensionen und bewegt sich insgesamt im mittleren Preissegment. Der ruhige Ortsteil zählt jährlich rund 500.000 Besucher und wer Wert auf Bio oder vegetarische Gerichte legt, wird in Schmilka überall fündig. In Schmilka gibt es keine Möglichkeit zum Einkaufen, weshalb das Nötigste an Proviant bereits vorher besorgt werden sollte. Vorm Wandern lohnt sich ein Abstecher in der Bio Mühlenbäckerei Schmilka, die sehr gute und deftige Handbrote anbietet. Den ersten Abend verbrachten wir mit den letzten warmen Sonnenstrahlen des Tages, auf der schönen Gartenterrasse des Bio Restaurants "StrandGut" am Elbufer.

Schmilka Rundweg - 19 Kilometer

Eigentlich sollte unsere erste Wanderung in Bad Schandau starten und zurück zur Pension führen. Den Plan verwarfen wir aber auf Anraten unseres Pensionswirtes und entschieden uns spontan zu einer Rundwanderung ab Schmilka. Die kurzfristige Planänderung ließ die Route etwas wirr verlaufen, wie uns der GPS Track am Ende des Tages noch verraten sollte. Dennoch erwies sich die Wanderung als abwechslungsreich und schön. Lediglich die Gesamtstrecke hätte mit etwas Planung vorab durchaus kürzer ausfallen können ;)

Über den Wurzelweg geht es hoch zur Zwieselhütte und von dort aus weiter auf dem schönen und gut begehbaren Elbleitenweg, vorbei an der Breiten Kluft. Dieser Wanderpfad führt zum 112 Kilometer langen Malerweg, der als einer der schönsten Wanderwege Deutschlands bekannt ist. Er hat seinen Namen den vielen Malern zu verdienen, die in den vergangenen Jahrhunderten die schönen Felsformationen auf ihren Leinwänden festhielten. Der Malerweg verläuft durch das Schrammtor hindurch über den Schrammsteinweg, von wo aus der Pfad zum Anstieg auf die Schrammsteinaussicht führt. Zwischen den Felsen geht es durch Engstellen hindurch, über Leitern und Treppen hinauf zu einer der schönsten Aussichten der Sächsischen Schweiz. Die Schrammsteinaussicht auf 417 Metern ist einer der beliebtesten Aussichtspunkte im Nationalpark und begeistert mit einem beeindruckenden Rundumpanorama über die Felsformationen des Elbsandsteingebirges.

Wandern in der Sächsischen Schweiz
Schrammsteine

Auf dem Gratweg geht es zurück zum Schrammsteinweg und über den Zurückesteig und den Reitsteig weiter in Richtung Carolafelsen. Dieser ist mit 458 Metern der höchste Punkt der Affensteine, einer Felsgruppe bestehend aus vielen schlanken Felsentürmen. Der Carolafelsen ist benannt nach Sachsens letzter Königin und ein fantastischer Aussichtspunkt für die Torsteine sowie den Falkenstein und die Hohe Liebe. Vorbei am Weißhorn geht es weiter über die Obere Affensteinpromenade, welche auf die Kleine Domstiege führt, ein kurzer aber knackiger Abstieg zu einem Aussichtspunkt an der Domkanzel. Von dort aus kann man weiter zum Kleinen Dom wandern, wir gingen jedoch zurück zum Domerker, einem weiteren, tollen Aussichtspunkt, der zum Verweilen einlädt.

Vom Domerker aus, führt die Obere Affensteinpromenade, die ebenfalls Teil des Malerwegs ist, wieder zurück zum Elbleitenweg. Über diesen gelangt man zum Abstieg zurück in Richtung Schmilka. Der Weg führt noch an der Kleinen Bastei vorbei, die oberhalb von Schmilka auf 276 Metern Höhe liegt und einen schönen Panoramablick ins Elbtal bietet. Nach rund acht Stunden und knapp 20 Kilometern ging uns die Puste aus und die Füße schmerzten. Am Beginn des Wurzelweges in Schmilka, liegt der kleine Biergarten "Zur Alten Schule". Ideal um sich nach einem langen Tag ein kühles Bier in der Abendsonne zu gönnen. Obendrein wurden wir vom Kioskbetreiber mit einer typisch ostdeutschen Stärkung belohnt, einem Glas Spreewaldgurken zum Bier ;) Die letzten Kraftreserven wendeten wir für eine warme Dusche in der Pension und eine stärkende Mahlzeit im Biergarten "Schmilk'sche Mühle" auf und fielen bereits in den frühen Abendstunden geschafft ins Bett.

Schmilka Rundweg - 15,5 Kilometer

Erneut geht es auf dem Wurzelweg hoch bis zur Zwieselhütte, ein kurzes Stück weiter auf dem Elbleitenweg und dann den Rauschengrund hinauf. Dieser endet an der Starken Stiege, einer Felswand die es in sich hat. Die Kletterpartie eignet sich nur für geübte und schwindelfreie Wanderer, denn die Wand ist zwar kurz aber es gibt nur wenige Steighilfen. Ein Stahlseil zur Sicherung war bei unserem Besuch nicht mehr vorhanden. Für Kinder, kleinere Menschen oder ungelenkige Wanderer ist die Starke Stiege ohne Sicherungsseil nicht zu empfehlen. Bei Regen oder feuchtem Untergrund, sollte zur eigenen Sicherheit eine Klettersteigausrüstung verwendet werden.

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Starke Stiege

Nach einer kurzen Verschnaufpause, wählten wir einen unfreiwilligen Umweg, da wir erst mal auf dem Oberen Terrassenweg in die falsche Richtung liefen. Entlang des Hangs, verläuft der schmale Terrassenweg zur Rauschenkuppe und von dort aus weiter auf den Schrammsteinweg. Über die Rotkehlchenstiege führt der Pfad zurück auf den Oberen Terrassenweg, vorbei am Muschelkopf und auf den Zurückesteig. Über den Reitsteig vorbei am Carolafelsen, führt eine wunderschöne Schlucht bergab und weiter auf die Obere Affensteinpromenade.

Die Hauptwanderwege des Nationalparks sind gut beschildert, die kleinen Nebenpfade allerdings wenig bis gar nicht und durch die ungestörte Vegetation, tarnen sich die Wege oft als kaum sichtbare Trampelpfade. Die Wanderung führt über schmale Pfade, die nah an abschüssigen Hängen verlaufen. Bäume, Felsen und Gestrüpp müssen immer wieder überklettert oder umgangen werden, daher sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit wichtig.

Vom Aussichtspunkt am Bauerlochturm führt die Wanderung weiter, parallel zum Königsweg in Richtung des Satanskopf, wo die Obere Affenpromenade durch einen Durchbruch im Felsen führt. Von dort aus geht es weiter zum Frienstein, der besonders bei Kletterern beliebt ist. Der Frienstein kann direkt umwandert werden und über viel Geröll gelangt man anschließend zur Idagrotte. Sie ist eine Art ausgewaschene Höhle im Frienstein, mit einem außenliegenden Felsvorsprung, der einen schönen und weitreichenden Ausblick bietet und ein tolles Fotomotiv hergibt. Im langen Bogen verläuft die Wanderung über den Affensteinweg zurück auf den Reitsteig und im Anschluss weiter auf dem Lehnsteig bis hinunter zum Wurzelweg. Von dort aus führt bei Bedarf eine kleine extra Runde auf der Winterbergstraße hinauf zum Bergsteig, der wiederum Teil des Malerwegs ist und zurück zur Ilmenquelle in Schmilka.

Die "Schmilk'sche Mühle" lädt zu einem Feierabend-Bierchen in geselliger Runde ein und für gute und ortstypische Hausmannskost geht es später weiter in "Fuhrmann's Elb-Café". Der Wirtsraum ist recht klein, daher im Zweifelsfall besser vorab einen Tisch reservieren. Zur Verdauung werden dort zwei traditionelle Schnäpse der Sächsischen Schweiz angeboten, der "Königsteiner Berggeist", dessen Erkennungsmerkmal die giftgrüne Farbe ist und der "Wesenitz Bitter", ein typischer Kräuterlikör. Doch Vorsicht, beide Schnäpse ziehen einem die Schuhe aus ;)

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